Kontrolle nach Weltcup-Rennen:: Estnische Langläuferin unter Dopingverdacht

Kontrolle nach Weltcup-Rennen: : Estnische Langläuferin unter Dopingverdacht

Tallinn (rpo). Nach einem Weltcup-Rennen in Italien ist die estnische Skilangläuferin Kristina Smigun ist unter Dopingverdacht geraten.

Der Generalsekretär des nationalen Skiverbandes, Raul Kinks, bestätigte am Donnerstag in Tallinn, dass der 24-Jährigen bei einem Test nach dem Weltcup-Rennen im Dezember im italienischen Brusson die Einnahme von Anabolika nachgewiesen worden sei. Smigun wies alle Vorwürfe zurück. "Ich werde um meinen Ruf kämpfen", sagte sie in einem Fernseh-Interview.

Smigun hatte bei den Ski-Weltmeisterschaften 1999 in Ramsau die Silbermedaille über 15 Kilometer und die Bronzemedaille über 30 Kilometer gewonnen. Im Weltcup liegt sie derzeit auf dem fünften Rang und gilt als Medaillenhoffnung für Estland. Das Nationale Olympische Komitee des baltischen Landes will an der Nominierung der Langläuferin für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City vorerst festhalten, hieß es in einer Pressemitteilung. Eine endgültige Entscheidung würde erst nach der für Montag erwarteten Öffnung der B-Probe gefällt.

Der Leiter des staatlichen Anti-Doping-Zentrums in Tallinn, Mihkel Mardna, erklärte, der bei Smigun festgestellte Stoff 19-Norandrosteron werde auch auf natürlichem Wege im Körper gebildet. Besonders bei Frauen könne der Wert etwa durch Menstruation oder Schwangerschaft erheblich schwanken.

Die Information des Ski-Weltverbandes Fis über die positive A-Probe an den estländischen Verband bestätigte dessen Generalsekretär Raul Kinks. "Kristina hat gesagt, dass sie nie verbotene Substanzen genommen hat und fordert umgehend eine Untersuchung der B-Probe", sagte Kinks. Die Fis lehnte auf sid-Anfrage eine konkrete Stellungnahme vor Öffnung der B-Probe ab. Deren Ergebnis wird bis spätestens nächste Woche erwartet.

In der A-Probe wurde anstelle der tolerierten 5 Milligramm des Steroids bei Smigun ein Wert von 6,4 festgestellt. Weil das Hormon auch vom Körper produziert wird, wollen der estländische Skiverband und die Athletin das Ergebnis der B-Probe abwarten. Verwandte Produkte, die zur Steigerung der Muskelmasse führen, sind insbesondere in den USA frei im Handel erhältlich.

Smigun liegt derzeit auf dem fünften Platz im Gesamtweltcup. Anfang Januar in Val di Fiemme fehlte sie angeblich wegen einer Erkältung. Am 15. Dezember hatte die Weltcup-Zweite von 2000 im 15-km-Freistilrennen von Ramsau ihren einzigen Saisonsieg gefeiert.

(RPO Archiv)
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