1. Sport
  2. Eishockey
  3. Eishockey-WM

Nach starker WM des Teams: DEB-Boss Reindl will IIHF-Präsident werden

"Hut in den Ring geworfen" : DEB-Boss Reindl will IIHF-Präsident werden

Während die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft um eine WM-Medaille spielt, strebt auch DEB-Präsident Franz Reindl Großes an. Er will Präsident des Weltverbandes werden.

Franz Reindl strebt den nächsten Karriereschritt an und will Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF werden. Schon lange hatte der 66-Jährige damit geliebäugelt, jetzt verkündete er seinen Entschluss beim IIHF-Kongress am Rande der WM in Riga. Der dreimalige Olympia-Teilnehmer und Bronze-Medaillengewinner von Innsbruck 1976 wurde am Samstag vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) als Kandidat vorgeschlagen.

"Ich bin in den vergangenen Tagen mehrmals angesprochen worden. Um die gesamte Situation zu klären, habe ich heute den Hut in den Ring geworfen", sagte der DEB-Präsident bei Sport1: "Es werden noch einige andere Kandidaten kommen, aber von meiner Seite habe ich die Kandidatur-Absicht erklärt."

Er habe sein "ganzes Leben dem Eishockey verschrieben - zunächst als Sportler und Olympionike, und in der letzten Zeit als Präsident des DEB und IIHF-Council-Mitglied", sagte Reindl in einer DEB-Pressemitteilung: "Die Eishockey-Welt hat mich geprägt und zu der Person gemacht, die ich heute bin."

Reindl strebt die Nachfolge des Schweizers Rene Fasel an, der nach 27 Jahren an der Spitze des Weltverbands seinen Rückzug angekündigt hat. Seine Bewerbung muss von der IIHF bis Ende Juni bestätigt werden, dann gilt der Ex-Nationalspieler als offizieller Kandidat. Vor der Wahl beim Halbjahreskongress im September in St. Petersburg/Russland will Reindl sein Programm vorstellen.

Der Garmisch-Partenkirchener ist seit 2014 Präsident des DEB, für den er zuvor 23 Jahren in diversen Funktionen, unter anderem als Sportdirektor, Generalsekretär und kurzzeitig 2004 als Aushilfs-Bundestrainer tätig war. Bei den Heim-Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017 fungierte er als Organisationschef.

Nach seiner Wahl zum Präsidenten professionalisierte Reindl den finanziell stark angeschlagenen DEB und setzte im Rahmen des Konzepts "Powerplay 26" eine massive Verbesserung der Nachwuchsarbeit durch. Der Aufschwung der Nationalmannschaft, die 2018 sensationell Olympia-Silber gewann und in Riga im WM-Halbfinale steht, sowie die hochkarätigen Talente um die Jungstars Moritz Seider (20) und Tim Stützle (19) sind erste Erfolge. Seit 2016 sitzt er im IIHF-Council, dem Vorstand des Weltverbands.

Als Spieler feierte der ehemalige Stürmer mit dem SC Riessersee und dem SB Rosenheim drei deutsche Meistertitel. Mit der Nationalmannschaft nahm er an neun Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Spielen 1976, 1980 und 1984 teil. Höhepunkt war der Gewinn der Bronzemedaille in Innsbruck.

(dör/SID)