3:1-Sieg über Kanada: Finnland krönt sich zum Eishockey-Weltmeister

3:1-Sieg über Kanada : Finnland krönt sich zum Eishockey-Weltmeister

Das beste Kollektiv ist Eishockey-Weltmeister – und doch ragte einer heraus: Vor allem dank zwei Treffern von Kapitän Marko Anttila (Jokerit Helsinki) hat Finnland in Bratislava (Slowakei) das Finale gegen Kanada 3:1 (0:1, 1:0, 2:0) gewonnen.

Der Außenseiter holte sich damit zum dritten Mal den Weltmeisterpokal. Verlierer Kanada verpasste die Chance, mit dem möglichen 27. Titel mit Rekordweltmeister und Turnierfavorit Russland gleichzuziehen. Die mit einem Starensemble aufgelaufenen Russen holten sich durch einen 3:2-Sieg nach Penaltyschießen immerhin die Bronzemedaille gegen Deutschland-Bezwinger Tschechien.

Die heimische Presse hatte im Vorfeld ein vernichtendes Urteil gefällt: „Über uns wurde geschrieben, wir seien die schwächste Mannschaft, die jemals zu einer Weltmeisterschaft geschickt wurde. Aus dieser ganzen Kritik haben wir unsere Energie geholt“, sagte Toni Rajala vom EHC Biel nach dem Halbfinale gegen Russland. Da hatte der Außenseiter bereits eine defensiv überragende Leistung abgeliefert und die starbesetzte russische Mannschaft geschlagen – natürlich durch einen Treffer von Kapitän Anttila.

„Wir haben vielleicht nicht viele Spieler aus der NHL dabei. Aber der Teamgeist ist der Beste, den ich je erlebt habe. Finnland ist ein kleines Land, so oft stehen wir nicht im Finale. Wir wollten die Chance nutzen, unsere Leute stolz auf uns zu machen“, sagte Rajala. Und das taten sie: Nacheinander warfen die Finnen die Favoriten Schweden (5:4) und Russland aus dem Turnier.

Wie zuvor beeindruckten die Finnen im Endspiel mit einer eisernen defensiven Disziplin und hätten früh in Führung gehen können: Oliwer Kaski scheiterte mit einem Penaltyschuss an Torhüter Matt Murray. Durch eine Einzelleistung von Shae Theodore durchbrachen die Kanadier, die im Halbfinale Tschechien 5:1 abfertigten, erstmals die finnische Abwehr (11.), ehe die immer stärkeren Finnen mit einem Schuss aus der Drehung durch Anttila ausglichen (23.). Im Schlussdrittel traf der Kapitän aus kurzer Distanz zur Führung. Danach verschanzten sich die Finnen vor dem starken Torhüter Kevin Lankinen, ehe Harri Pesonen mit dem 3:1 den Sieg sicherstellte. Die Kanadier warfen alles nach vorn, nahmen Torhüter Murray vom Eis, doch die Finnen brachten den Sieg über die Zeit.

(asch)
Mehr von RP ONLINE