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Eishockey-WM 2022: Bundestrainer Toni Söderholm rechnet mit NHL-Profis

Kaderplanung für die WM : Eishockey-Bundestrainer rechnet mit NHL-Profis

Toni Söderholm hat noch keine endgültige Gewissheit, welche Spieler ihm für die Eishockey-WM ab dem 13. Mai zur Verfügung stehen. Der Coach sieht aber gute Chancen, dass einige Spieler aus Nordamerika schon zum Start dabei sind.

Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm plant für die Weltmeisterschaft vorerst mit vier Nordamerika-Profis. Torhüter Philipp Grubauer, Verteidiger Moritz Seider und Stürmer Tim Stützle aus der NHL sollen wie Angreifer Marc Michaelis aus der zweitklassigen AHL vor dem WM-Auftakt am 13. Mai in Finnland zum deutschen Nationalteam stoßen.

„Wir hatten gute Gespräche mit den Jungs, sie sind motiviert. Die Frage ist, wann sie kommen“, sagte Söderholm am Dienstag: „Sie müssen die Gespräche drüben abschließen, nach Deutschland fliegen. Wenn es möglich ist, gibt man den Spielern kurz die Möglichkeit, nach Hause zu gehen, ihre Familie zu besuchen. Dann stoßen sie hoffentlich dazu.“

Grubauer verpasste mit den Seattle Kraken ebenso die Qualifikation für die NHL-Play-offs wie Seider mit den Detroit Red Wings und Stützle mit den Ottawa Senators. Auch für Michaelis ist die Saison mit den Toronto Marlies beendet. Die abschließende WM-Vorbereitungsphase beginnt am Donnerstag in Schwenningen. Den Kader dafür hat der Deutsche Eishockey-Bund noch nicht bekannt gegeben. Das Aufgebot für die Reise nach Helsinki soll erst Anfang kommender Woche mitgeteilt werden.

Söderholm setzt für das Turnier in seiner finnischen Heimat auch noch auf Verstärkung von den Finalisten um die deutsche Meisterschaft. Die Finalserie zwischen den Eisbären Berlin und dem EHC Red Bull München wird frühestens am Mittwoch zu Ende gehen. „Die Spieler, die auf einem hohen Level spielen, sind immer noch interessant“, sagte der 44-Jährige: „Wenn ein Spieler sein Bestes leistet und in diesem Play-off-Flow drin ist, ist die Warscheinlichkeit, dass er auch bei der WM gut spielt, ziemlich hoch.“

Der Bundestrainer fürchtet angesichts der Termindichte im Eishockey aber auche eine Abwärtsspirale und deutete auch Absagen für die WM in Finnland an. „Man merkt schon auch bei uns, dass die Saison lang war und wie viele Spieler jetzt verletzt sind“, sagte der 44-Jährige am Dienstag: „Oder wie viele Spieler einfach am Ende sind, und sagen: ,Ich kann keinen Puck oder Schläger mehr sehen.‘ Dieser Stimme sollten wir zuhören.“

Man müsse auf die Spieler Acht geben. „Wenn wir auf Zahlen von 90 bis 100 Spiele im Jahr kommen, ist das für mich zu viel“, sagte Söderholm. „Wenn es so weiter geht, wird die Spirale sein, dass die Spieler mehr verletzt sind, die Qualität vom Spiel runtergeht“, beschrieb Söderholm und fügte an: „Dann findet das der Zuschauer nicht so geil. Wenn er es nicht so geil findet, kommt er nicht ins Stadion. Wenn er nicht ins Stadion kommt, haben wir weniger Geld.“

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„Wenn jeder von seinem eigenen Interesse fünf bis 15 Prozent runterkommt, glaube ich, ist vieles möglich“, sagte Söderholm zu einer möglichen besseren Abstimmung zwischen dem Weltverband und den Ligen.

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(rent/dpa)