Eishockey-WM 2019: Deutschland schlägt Dänemark mit 2:1

2:1 gegen Dänemark : Deutschland gewinnt auch zweites Spiel der Eishockey-WM

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Slowakei gewonnen. Gegen Dänemark setzt sich das DEB-Team mit 2:1 durch und ließ sich dabei auch von einem zu unrecht aberkannten Tor nicht aus der Ruhe bringen.

Ein zu Unrecht aberkanntes Tor nach Videobeweis hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in der Slowakei nicht aus der Bahn geworfen: Trotz einer krassen Fehlentscheidung gewann das Team um NHL-Star Leon Draisaitl auch sein zweites Vorrundenspiel gegen Dänemark mit 2:1 (0:0, 2:0, 0:1) und machte einen weiteren Schritt Richtung Viertelfinale.

24 Stunden nach dem mühsamen 3:1 gegen Aufsteiger Großbritannien schossen der Mannheimer Matthias Plachta (31.) und der Kölner Frederik Tiffels (40.) die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor 5605 Zuschauern in der Steel Arena in Kosice zum zweiten WM-Sieg. Mathias Bau verkürzte für die Dänen (51.). "Die Punktausbeute stimmt, wir können natürlich noch besser spielen", sagte Siegtorschütze Tiffels.

Das Team von Bundestrainer Toni Söderholm, der noch ohne den eingeflogenen NHL-Torwart Philipp Grubauer auskommen musste, liegt mit sechs Punkten auf Platz zwei in der Gruppe A und damit voll im Soll. Nächster Gegner ist am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) Frankreich, Grubauer ist dann dabei. "Ein überragender Torwart, was der in der NHL gefangen hat, war abartig", sagte Yasin Ehliz.

Schon früh jubelte die DEB-Auswahl über die vermeintliche Führung - zu früh: Der Iserlohner WM-Debütant Lean Bergmann hatte den Puck in Überzahl ins Tor geschlenzt (7.). Doch nach minutenlangem Videobeweis, den der dänische Trainer Heinz Ehlers angefordert hatte, nahmen die Schiedsrichter Manuel Nikolic (Österreich) und Jewgeni Romasko (Russland) den Treffer zurück - wegen angeblicher Torwartbehinderung.

"Ich war sicher, dass das ein gutes Tor ist, ich kann es nicht nachvollziehen", sagte Ehliz. Der Münchner hatte gar nicht im Torraum gestanden, und die Berührung war vom dänischen Goalie Sebastian Dahm ausgegangen. "Man müsste mal fragen, was er gesehen hat. Ich wüsste nicht, wo ich ihn behindert habe", meinte Ehliz.

Nach einem ordentlichen Start verlor die deutsche Mannschaft ein wenig den Faden. Die Dänen, mit zwei NHL-Profis und drei DEL-Spielern bestückt, wurden stärker. Der Düsseldorfer Mathias Niederberger im deutschen Tor bekam mehr zu tun. Als zum zweiten Mal der Puck im dänischen Netz zappelte, zählte das Tor: Nach Zuspiel von Draisaitl brachte Plachta die DEB-Auswahl in 4:3-Überzahl tatsächlich in Führung. Auch an Tiffels' 2:0 nach Vorlage des NHL-Stürmers Dominik Kahun gab es keine Zweifel.

Zwei Stunden vor dem Spiel war Grubauer (Colorado Avalanche) in Kosice eingetroffen. Nach 14 Stunden Flug von Denver über München und Wien ging es sofort ins Hotel. Erholen von den Reisestrapazen und vom Jetlag war angesagt. "Es hat gut getan, mal drei, vier Tage Pause zu haben", sagte der 27-Jährige: "Aber jetzt kann ich es kaum erwarten, wieder aufs Eis zu kommen." Für das Spiel am Dienstag sei er bereit, "es spricht nichts dagegen".

Den mühsamen Auftaktsieg gegen den krassen Außenseiter Großbritannien hatte die DEB-Auswahl da schon längst abgehakt. "Drei Punkte sind drei Punkte", sagte Draisaitl, der nach dem Führungstor durch den 18-jährigen Moritz Seider (40.) mit einem Fehlpass am eigenen Tor unfreiwillig den Ausgleich durch Mike Hammond vorbereitet hatte (44.). "Das passiert", meinte er. Nach dem 2:1 durch den Münchner Ehliz (51.) sorgte der 23-Jährige dann selbst mit dem dritten Tor für die Entscheidung (53.).

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(lt/sid)
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