Eishockey-WM 2019: DEB-Team verliert im Viertelfinale gegen Tschechien

1:5 gegen Tschechien : DEB-Team scheitert bei der Eishockey-WM im Viertelfinale

Der Traum der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft von der ersten Weltmeisterschafts-Medaille seit 1953 ist ausgeträumt. Das Team von Bundestrainer Toni Söderholm verlor durch vier Treffer im Schlussabschnitt 1:5 (0:0, 1:1, 0:4) gegen Tschechien.

Die Tschechen ziehen damit ins Halbfinale am Samstag ein, dem deutschen Team bleibt nach einem starken Turnier erst einmal „nur“ die Erkenntnis, erneut lange mit einem den „Großen“ mitgehalten zu haben.

Schon als das Team von Bundestrainer Toni Söderholm unter einem schallenden Pfeifkonzert das Eis betrat, war klar: Das wird kein Heimspiel. Die Tschechen hatten, wie schon während der ganzen Vorrunde, die Ondrej-Nepela-Arena in Bratislava in ihr Heimstadion verwandelt.

Der Plan der Deutschen, auch das „Auswärtsspiel“ möglichst offen zu halten, ging dennoch auf. Dennoch hatte das Söderholm-Team, in dem Moritz Seider (Mannheim) nach seiner Verletzung zurückkehrte, erneut rund zehn schwache Minuten. Schon nach 90 Sekunden hatte Torhüter Philipp Grubauer Glück, dass die Tschechen das leere Tor verpassten. Danach jedoch fand die DEB-Auwahl immer mehr in die Partie. Spätestens mit dem Alleingang von NHL-Superstar Leon Draisaitl, der am Schoner von Torhüter Patrik Bartosak scheiterte, setzte Deutschland ein erstes Ausrufezeichen.

Es entwickelte sich nach diesem Weckruf ein offener Schlagabtausch. Tschechien blieb zwar leicht überlegen, gute Chancen hatten aber beide Teams: Frank Mauer und Yasin Ehliz für Deutschland, auf der anderen Seite landete ein Versuch von Radko Gudas an der Wade von Yannic Seidenberg statt im Tor.

Weniger Glück hatte der deutsche Verteidiger nach 34 Minuten. Da nahm er Torhüter Grubauer ganz unglücklich die Sicht – der sah den Handgelenkschuss von Jan Kovar, der im linken Toreck einschlug, schlicht nicht kommen. Zuvor hatte Draisaitl die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie verloren.

Es dauerte jedoch nur vier weitere Minuten bis zur Antwort – dank eines Bock des tschechischen Torhüters. Bartosak wagte einen missglückten Ausflug hinter das Tor. Frederik Tiffels schaltete schnell, brachte die Scheibe vor das Gehäuse, dort traf Frank Mauer zum Ausgleich.

Um zu demonstrieren, wie nah Glück und Pech beisammen liegen, brauchte es nur vier Minuten im Schlussdrittel. Zuerst scheiterte Ehliz nach einer starken Kombination am Außenpfosten, kurz darauf verwertete Jakub Voracek einen Abpraller zum 2:1 für die Tschechen. Verteidiger Marco Nowak (Düsseldorf) hatte beim Klärungsveruch über die Scheibe geschlagen. Noch dicker kam es, als Markus Eisenschmied bei einem Zweikampf unglücklich in die Bande knallte und vom Eis geführt werden musste – die Schulter.

Von diesen Nackenschlägen erholte sich das deutsche Team nicht mehr. Zuerst erzielte Dominik Kubalik mit einem Hammer-Schlagschuss über die Fanghand Grubauers das 3:1, Ondrej Palat machte mit dem vierten Tor des Abends nach einem dicken Patzer des Torhüters den Deckel drauf. Deutschland nahm zwar früh den Torhüter vom Eis, kassierte aber Sekunden vor der Schlusssirene sogar noch den Gegentreffer zum 1:5-Endstand durch Jan Kovar.

Statistik

Tschechien - Deutschland 5:1 (0:0, 1:1, 4:0).

Tore: 1:0 Kovar (33:41), 1:1 Mauser (37:46), 2:1 Voracek (44:19), 3:1 Kubalik (51:41), 4:1 Palat (53:08), 5:1 Kovar (59:51). - Schiedsrichter: Ohlund/Tufts (Schweden/USA). - Zuschauer: 9085. - Strafminuten: Tschechien 6 - Deutschland 6

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