Eishockey-WM 2018 in Dänemark: Favoriten, Stars und deutsche Chancen

Favoriten, Stars und deutsche Chancen : Was Sie zur Eishockey-WM wissen müssen

Am Freitag beginnt die erste Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark. Die deutsche Mannschaft geht nach Olympia-Silber mit dem Ziel ins Turnier, das Viertelfinale zu erreichen. Die wichtigsten Informationen zum Turnier in Dänemark.

Zum ersten Mal richtet Dänemark eine Eishockey-Weltmeisterschaft aus. Die deutschen Silbergewinner von Pyeongchang müssen am Freitag (20.15 Uhr/Sport1) im Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber ran. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen vor dem Auftakt des Turniers in Kopenhagen und Herning.

Als Topfavoriten gelten Kanada, Titelverteidiger Schweden und Olympiasieger Russland. Für die kanadische NHL-Truppe zählt nach der Final-Niederlage vom WM-Endspiel 2017 in Köln gegen die Schweden nur der Titel. Auch das Halbfinal-Aus bei Olympia gegen die Deutschen - ohne NHL-Spieler - dürfte motivieren. Russland ist mit 27 Titeln Rekordchampion vor Kanada (26). Die Sbornaja triumphierte zuletzt 2014 und tritt mit 14 Goldmedaillengewinnern von Pyeongchang an.

Damit ist nicht zu rechnen. Der Final-Einzug bei den Winterspielen in Pyeongchang war der größte Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte. "Halbfinale bei einer WM, das ist ziemlich weit weg", sagte Bundestrainer Marco Sturm der Deutschen Presse-Agentur. Ziel ist der Einzug ins dritte WM-Viertelfinale nacheinander. Im Halbfinale standen die Deutschen zuletzt bei der Heim-WM 2010.

Die Qualität wird höher sein als bei Olympia. Anders als in Südkorea sind zahlreiche NHL-Spieler dabei. Für die Winterspiele hatte die beste Liga der Welt keine Spielpause eingelegt. Zur WM können dagegen NHL-Profis kommen, die nicht mehr in den Play-offs gebunden sind. Superstars sind der kanadische WM-Kapitän Connor McDavid aus Edmonton und US-Kapitän Patrick Kane aus Chicago. "Wenn man sich die Kader von den Kanadiern und den Amis schon mal ansieht, wird es enorm schwer, dass wir was erreichen", sagte Sturm.

Viel. Die Erwartungen von außen sind gestiegen. Zudem dürfte der Respekt der anderen Nationen gewachsen sein. Gegen den Olympia-Finalisten zu spielen und zu siegen, motiviert. Dem Nationalteam fehlen zudem etliche wichtige Stützen: Christian Ehrhoff beendete seine Karriere, Marcel Goc und Patrick Reimer traten aus dem Nationalteam zurück. Andere fehlen verletzt oder aus privaten Gründen, darunter die NHL-Spieler Thomas Greiss und Tobias Rieder sowie Olympia-Torhüter Danny aus den Birken. Insgesamt fallen 15 Silbergewinner aus. Das Team ist neu zusammengestellt und verjüngt.

Die wichtigsten Spieler sind die drei NHL-Profis: Leon Draisaitl, Dennis Seidenberg und Korbinian Holzer. Der 22 Jahre alte Stürmer Draisaitl ist Deutschlands bester Spieler. "Er hebt die Qualität ungemein und zieht die Mitspieler noch einmal gewaltig mit", sagte Sturm. Seidenberg und Holzer sollen die Defensive stabilisieren. Auf einen weiteren Profi aus Übersee hofft der Coach noch: Goalie Philipp Grubauer tritt mit Washington gegen Pittsburgh mit Stürmer Tom Kühnhackl an. Einer der beiden könnte im Verlauf der Vorrunde noch helfen. Wichtig fürs deutsche Spiel sind außerdem die Torhüter- Leistungen: Nur Timo Pielmeier hat WM-Erfahrung, Niklas Treutle und Mathias Niederberger sind Turnier-Debütanten.

Der Auftakt am Freitag hat es mit dem Spiel gegen den Gastgeber Dänemark in sich. Anschließend wartet am Sonntag Norwegen, wie Dänemark einer der Konkurrenten um den Platz im Viertelfinale. Es folgt der Auftritt gegen Mitfavorit USA. Dann muss das deutsche Team gegen Außenseiter Südkorea und Lettland punkten. Den Abschluss der Vorrunde bilden die Duelle mit den starken Finnen und mit Topfavorit Kanada. In 12 Tagen muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds sieben Gruppenspiele bestreiten.

Es gibt zwei Achtergruppen. Deutschland trägt seine Vorrundenspiele in der Gruppe B in Herning aus. Die andere Gruppe spielt in Kopenhagen. Dort findet auch das Finalwochenende mit Halbfinals und dem Endspiel statt. Die besten Vier jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale, das über Kreuz ausgetragen wird. Das heißt, dass der Sieger der Gruppe A gegen den Vierten der anderen Gruppe und der Zweite gegen den Dritten aus der B-Staffel spielen. Die beiden schlechtesten Teams steigen direkt ab. Als Aufsteiger für die WM 2019 in der Slowakei stehen Großbritannien und Italien fest.

Sport1 überträgt alle deutschen Partien im Free-TV. Dazu alle Viertelfinals, die Halbfinals und das Endspiel. Insgesamt werden 36 von 64 WM-Spielen bei Sport1 gezeigt. Hinzu kommen sechs weitere Partien beim Bezahlsender Sport1+ und drei im kostenlosen Livestream.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der deutsche Kader für die Eishockey-WM 2019

(areh/dpa)
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