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DEB-Team kassiert gegen Kasachstan erste Pleite bei Eishockey-WM

Viertelfinale vorerst verpasst : DEB-Team kassiert erste WM-Pleite gegen Kasachstan

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM ihre erste Pleite im vierten Spiel kassiert. Gegen den Aufsteiger Kasachstan verlor die Mannschaft von Toni Söderholm mit 2:3.

Die Siegesserie ist gerissen, auf dem Weg zur ersten WM-Medaille seit 1953 ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ins Straucheln geraten. Zwei Tage nach dem historischen 3:1-Coup gegen Kanada unterlag das Team von Bundestrainer Toni Söderholm dem starken Aufsteiger Kasachstan mit 2:3 (0:0, 2:1, 0:2), blieb aber vorerst Tabellenführer der Gruppe B.

"Wir wussten, dass es kein einfaches Spiel wird, die haben ziemlich viel Druck gemacht", sagte Marco Nowak bei Sport1: "Das müssen wir abhaken und nach vorn schauen. Am Schluss war das Glück nicht auf unserer Seite." Markus Eisenschmid meinte: "Wir werden ein paar Sachen besprechen, die nicht so gut funktioniert haben. Wir wollen von Spiel zu Spiel besser werden."

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) benötigt aller Voraussicht nach noch einen Sieg, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Die letzten Gegner in der Vorrunde sind am Samstag (19.15 Uhr) Titelverteidiger Finnland, am Montag (15.15 Uhr) die USA und am Dienstag (19.15 Uhr/alle Sport1) Gastgeber Lettland.

Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl (30.) und der Mannheimer Markus Eisenschmid (35.) erzielten die Tore für das deutsche Team, das zum Start 9:4 gegen Italien und 5:1 gegen Norwegen gewonnen hatte. Zudem wurde ein Treffer von Matthias Plachta nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt (34.). Für die Kasachen, die zuvor bereits überraschend Lettland (3:2) und Finnland (2:1) jeweils nach Penaltyschießen geschlagen hatten, trafen Alexander Schin (27.), Roman Startschenko mit einem umstrittenen Penalty (41.) und Pawel Akolsin (56.).

"Man darf den Gegner nicht unterschätzen", hatte Söderholm vor dem ersten Bully gewarnt. Schon in der zweiten Minute hatte Torhüter Mathias Niederberger, der Held gegen Kanada, Glück, als Iwan Stepanenko die Latte traf. Der kasachische Verteidiger fiel wenig später unangenehm auf, als er Jungstar Lukas Reichel gegen den Kopf checkte, aber keine Strafe erhielt. Der 19-Jährige musste angeschlagen draußen bleiben.

Auf der Gegenseite trafen Jonas Müller (5.) und Tobias Rieder (7.) Aluminium, doch der Aufsteiger mit zehn eingebürgerten Spielern bereitete dem deutschen Team mit gefährlichen Kontern enorme Probleme. Einer führte zum 0:1-Rückstand.

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In der Offensive hatte die DEB-Auswahl zunächst wenig Platz, die Kasachen verteidigten sehr kompakt. Ein schlauer Pass von Rieder riss die Abwehr auseinander, Kühnhackl traf in den Winkel. Vier Minuten später jubelte Plachta zu früh: Sein vermeintlich vierter Turniertreffer wurde nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen. Bei Eisenschmids Treffer forderte Kasachstan erneut den Videobeweis an, diesmal jedoch war Vorbereiter Moritz Seider regelkonform ins Angriffsdrittel gelaufen.

Zwei Stunden vor dem Spiel war NHL-Stürmer Dominik Kahun in Riga eingetroffen. Der 25-Jährige, der mit den Edmonton Oilers in der ersten Play-off-Runde ausgeschieden war, hatte Söderholm sofort seine Zusage gegeben und war noch am Dienstag in den Flieger nach Lettland gestiegen. Der ehemalige Münchner ist der sechste Silbermedaillengewinner von Olympia 2018 im deutschen WM-Team. Weil er nach der Ankunft zunächst in Quarantäne muss, könnte Kahun frühestens in den beiden letzten Vorrundenspielen zum Einsatz kommen.

Söderholm hatte am Dienstag zwar Dominik Bittner (Grizzlys Wolfsburg), Daniel Fischbuch (Düsseldorfer EG), John Peterka (Red Bull München) und Andreas Eder (Straubing Tigers) nachgemeldet. An der Mannschaft der ersten drei Spiele änderte er aber nichts.

(dör/SID)