Krefeld Pinguine: Pinguine weiter im Tal der Tränen

Krefeld Pinguine : Pinguine weiter im Tal der Tränen

Die Krefelder mussten sich gegen die DEG nach einer erneut enttäuschenden Vorstellung mit 0:4 geschlagen geben. Neben den KEV-Fans waren auch die Aufsichtsratsmitglieder fassungslos. Trainer Fritzmeier droht das Aus.

Eine Enttäuschung jagt auf dem Eis des KöPa die nächste. Die Hoffnung, dass die Pinguine mit einem Derbysieg gegen die Düsseldorfer EG ihre Fans wieder versöhnen können und in die Erfolgsspur zurückkehren, zerplatzte wie eine Seifenblase. Am Ende stand im 15. Heimspiel mit 0:4 die 13. Pleite zu Buche. Erneut ließ die Mannschaft den notwendigen Biss und die Durchschlagskraft vermissen. Auch spielerisch lief bei den Schwarz-Gelben wenig zusammen, um die kampfstarken Gäste mit ihrem sehr guten Torwart Mathias Niederberger aus der Angel zu heben. "Wir haben die Schnauze voll", schallte es diesmal nicht nur von der Nordtribüne. Das dürfte auch für die Verantwortlichen gelten, die das Geschehen auf dem Eis fassungslos verfolgten. "Es muss jetzt was passieren", sagte Aufsichtsratsmitglied Helmut Borgmann vielsagend. Möglicherweise trennen sich die Pinguine von Trainer Franz Fritzmeier. Eine Stunde nach Spielschluss versammelten sich noch Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz, Helmut Borgmann, Geschäftsführer Karsten Krippner und Geschäftsstellenleiter Matthias Roos am Spielerausgang des Königpalastes zu einer so genannten Elefantenrunde.

Beim Warmmachen richteten sich die Blicke der KEV-Fans hauptsächlich auf Neuzugang Martin Ness, der am Morgen erstmals mit seinem neuen Team trainiert hatte. Der Schweizer Hüne blieb zunächst auf der Bank. Verteidiger Mike Little lief wie erwartet im Angriff auf. Vor einer nicht gerade derbywürdigen Kulisse entwickelte sich ein zerfahrenes Match. Man spürte beiden Teams an, wieviel diesmal besonders auf dem Spiel stand. Viele Aktionen waren auf Zufall aufgebaut. Beide Torhüter bekamen sehr wenig zu tun. Selbst als Mark Mancari auf die Strafbank musste, geriet Torwart Treutle nicht groß in Gefahr. Mehr Druck entwickelten da schon die fünf Stürmer bei der ersten Überzahl der Pinguine. Aber fast wäre die geballte Offensivkraft nach hinten los gegangen. Denn bei einem Break scheiterte Rob Collins an Torwart Treutle. Fast im Gegenzug traf Daniel Pietta die Latte. Nach dieser Szene entwickelten sich die ersten Scharmützel, die im Faustkampf zwischen Martin Schymainski und Manuel Strobel gipfelten. Beide wanderten für je 14 Minuten auf die Strafbank. "Endlich wieder Eishockey", schallte es von den Rängen. Schymainskis Platz nahm Neuling Ness ein, der ein schlechteres Debüt auf Krefelder Eis nicht feiern konnte. Da erst Mikko Vainonen an der Bande und dann der Schweizer vor dem Tor einen Zweikampf verloren, war der Weg frei für die DEG-Führung durch Yip.

Die meisten Zuschauer waren noch auf dem Weg zu ihren Plätzen, da lag der Puck bereits 18 Sekunden nach Wiederbeginn schon wieder im Krefelder Tor. Pietta und St. Pierre kümmerten sich nicht um Lewandowski, der frei vor Treutle stand und den Torwart eiskalt ausspielte. Den Pinguinen bot sich kurz darauf in Überzahl die Chance, den Schock zu verdauen. Doch der Anschlusstreffer fiel nicht. Danach lief bei den Hausherren nicht viel zusammen. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe Marcel Müller eine Großchance vergab. Effektiver war die DEG. Lewandowski gewann einen Zweikampf gegen Tim Hambly. Die Scheibe kam vor das Krefelder Tor. Yip reagierte schneller als Maxi Faber und erhöhte im Slot auf 3:0. Entsprechend groß war das Pfeifkonzert, das die Pinguine auf den Weg in die zweite Pause begleitete.

Kaum ein KEV-Fan rechnete damit, dass seine Mannschaft im letzten Drittel das Blatt noch würde wenden können. Das Bemühen war zwar zu erkennen, doch es fehlte die letzte Entschlossenheit und vor allem der notwendige Spielwitz, um die DEG groß in Gefahr zu bringen. Vielleicht wäre es noch einmal spannend geworden, wenn Marco Rosa und Daniel Pietta ihre sehr guten Torchancen genutzt hätten. Doch Yip setzte mit seinem dritten Treffer den Schlusspunkt.

(RP)
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