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Pinguine trennen sich von Costello

Ein weiterer Leistungsträger muss gehen : Pinguine trennen sich von Costello

Der kanadische Top-Torjäger erhält keinen neuen Vertrag. Der Stammverein Krefelder EV und die KEV Pinguine Eishockey GmbH unterzeichneten am Freitag einen neuen Kooperationsvertrag für die Nachwuchsarbeit.

Die Vorfreude der KEV-Fans auf die neue Eiszeit hält sich momentan nicht nur wegen der Corona-Krise in Grenzen. Seit dem Jubel über die Rettung der Pinguine warten die Anhänger auf positive personelle Nachrichten. Der unprofessionellen Aussortierung von Daniel Pietta folgte am Freitag der Abschied von Chad Costello: „Er bekommt bei uns keinen neuen Vertrag mehr“, erklärte der neue starke Mann Roger Nicholas. Als Grund nannte der Amerikaner „zu alt und zu teuer.“

Überraschend kommt die Trennung vom DEL-Top-Torjäger Nummer zwei der abgelaufenen Saison nicht. Nicholas hatte schon kurz nach seinem Amtsantritt angedeutet, dass Costello „wahrscheinlich nicht“ in das neue sportliche Konzept passen werde. Auch Jacob Lagacé, Justin Hodgman und Jeremy Welsh stehen nicht mehr auf der Liste. Letzteren zieht es in die britische Liga. Auf die Frage, ob der Vertrag mit Torwart Oskar Östlund aufgelöst wird, antwortete Nicholas: „Das steht noch nicht fest.“

Nachdem die KEV Pinguine Eishockey GmbH vor einer Woche die Lizenzunterlagen ohne den erforderlichen Vertrag mit dem Stammverein KEV 81 abgeben musste, folgte in dieser Woche dann die erwartete Einigung. „Die Gespräche mit dem KEV waren gut, aber mit Herrn Ansaldi und der Save`s AG war das aufgrund der Corona-Krise nicht so einfach. Ich brauchte viel Überredungsarbeit, um die gleiche finanzielle Unterstützung wie in der Vorsaison leisten zu können. Letztendlich hat sich Herr Ansaldi damit abgefunden, dass es teuer ist, Nachwuchs zu fördern“, erklärte Nicholas. Der neue Investor aus der Schweiz hatte ja bei seinem Einstieg in Krefeld ausdrücklich großen Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt.

Achim Staudt, Vorsitzender des KEV 81, sagte zu dem Kooperationsvertrag: „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass die Pinguine uns trotz der Corona-Krise die gleiche finanzielle Unterstützung wie im Vorjahr zukommen lassen. Das ist in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich.“ Der Stammverein, der mit einem Gesamtetat in Höhe von 700.000 Euro plant, wird weiter von der U7 bis zur U23 Mannschaften an Start schicken. „Unsere U23 hebt uns von anderen Standorten ab und ist ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Eishockey. Deshalb konnten wir Talente wie Luca Hauf, Maciek Rutkowski oder Adam Kiedewicz auch in Krefeld halten. Ohne das Oberligaprojekt hätten diese Spieler Krefeld voraussichtlich verlassen“, erklärt Elmar Schmitz, Sportvorstand des KEV 81 und Trainer des U23-Teams.

Das erfolgreiche Konzept lockte jetzt sogar einen Verteidiger für die U20 aus der Talentschmiede von Adler Mannheim nach Krefeld. Der wird ins KEV-Internat ziehen, in dem künftig auch drei U17-Spieler aus Bietigheim wohnen werden.

Ob die erfolgreiche Kooperation mit den Löwen Frankfurt aus der DEL2 fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Wir sind mit den Frankfurtern in Kontakt, die in der kommenden Saison wieder junge Spieler bei uns parken wollen, damit wir sie ausbilden. Die Verantwortlichen vom Main gehen davon aus, dass je ein Stürmer, Verteidiger und Torwart in der DNL oder in der Oberliga Spielpraxis sammeln“, sagt Schmitz. Diese Zusammenarbeit ist übrigens unabhängig von einer Kooperation zwischen den Pinguinen und Frankfurt.