Pinguine-Torwart Rynnäs angeschlagen, Besse wieder fit

Der Torwart droht auszufallen : Rynnäs angeschlagen, Besse wieder fit

Analyse Bei den Pinguinen muss ganz schnell die wirtschaftliche Situation geklärt werden. Sportlich ist das Ziel Pre-Play-offs nur noch theoretisch zu erreichen. Roos spricht mit Anwalt Peters und Hauffe. Gesellschafter Wellen würdigt das Bemühen von OB Meyer.

Mit sechs Punkten aus dem beiden Spielen in Nürnberg und gegen Iserlohn wollten die Pinguine am Wochenende näher an Platz zehn herankommen. Doch nur ein mageres Pünktchen sprang dabei heraus. Auch wenn noch 15 Punktspiele auf dem Programm stehen und der Rückstand auf das rettende Ufer zehn Zähler beträgt, dürfte der Play-off-Zug am 8. März nach dem letzten Heimspiel gegen den dann wahrscheinlich feststehenden Hauptrundenmeister EHC München an der Krefelder Westparkstraße zum fünften Mal in Folge vorbeifahren. Ginge es nur nach den gezeigten Leistungen bei der 0:1-Niederlage in Nürnberg und dem 3:4 n. P. gegen die Roosters, dann wären die Chancen auf Platz zehn durchaus realistisch. Die Leidenschaft und die Laufbereitschaft kannten bei den Spielern keine Grenzen. Und das in beiden Spielen mit einem stark dezimierten Aufgebot. Dazu bündelte Trainer Pierre Beaulieu auch noch die Kräfte, so dass diesmal mehr Spieler über 20 Minuten Eiszeit bekamen als gewohnt.

Besonders weh tat die Niederlage im kleinen Westderby. „Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu“, sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz nach dem Spiel. Pech war, dass der Puck in der letzten Minute nach gewonnenem Bully von Jeremy Welsh gegen die Kufe eines Linienrichters prallte und von dort aus einem Iserlohner auf den Schläger. Da spielt es auch keine Rolle, dass Trainer Beaulieu vor dem Bullly vergaß, seine Auszeit zu nehmen, so dass der erste Block um Daniel Pietta auf dem Eis hätte bleiben können. Pech Nummer zwei folgte dann in der Verlängerung, als Phillipp Bruggisser schon zum zweiten Mal in dieser Saison bei einer Abwehraktion Torwart Jussi Rynnäs so übel am Kopf erwischte, dass der Finne verletzt vom Eis musste. Es gehört halt im Eishockey dazu, dass Spieler ihre eigenen Kollegen bei Schüssen oder im Gedrängenverletzen. „Ist ok“, antwortete Rynnäs lange nach dem Spiel im Kabinengang auf die Frage, wie es ihm geht. Bis Mittwoch pausiert er, bis dahin wird sich herausstellen, ob er länger ausfallen wird. Auch Philip Riefers musste nach einem Stockcheck in den Rücken vorzeitig in die Kabine. Bei ihm besteht Hoffnung, dass er am Freitag gegen Mannheim auflaufen kann. Das gilt auch für Grant Besse, der seine Verletzung auskuriert hat. Bei Travis Ewanyk stehen die Chancen 50:50.

Wie es um die Zukunft der Pinguine bestellt ist, soll sich noch in dieser Woche herausstellen. „Ich hoffe, dass wir am Mittwoch ein Stück weiter sind“, sagte Matthias Roos am Montag. Der Geschäftsführer hat Wolfgang Peters, Anwalt der Energy Consulting angeboten, dass er im Falle einer Übernahme der Anteile der Schulz-Holding durch Investor Wolf Detlef Hauffe mit dem möglichen neuen Geschäftsführer kooperativ zusammenarbeiten wolle, wenn das gewünscht sei: „Darüber hat sich Herr Peters gefreut.“ Roos will sich am Dienstag mit Peters und Hauffe oder dessen Steuerberater treffen. Auch einige der Gesellschafter der Pinguine-GmbH wollen sich an diesem Tag treffen. „Beide Seiten müssen sich jetzt positionieren“, sagte Roos.

Die Position der Energy Consulting deutet im Zusammenspiel mit Hauffe auf Übernahme hin. Für Dirk Wellen, Gesellschafter der Pinguine war das von Anfang an das Ziel. Im Gespräch mit der RP sagte er: „Am vergangenen Dienstag bestand nach einem Gespräch bei Oberbürgermeister Frank Meyer noch Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. Der OB hat das Gespräch sehr gut und professionell geleitet. Herr Peters hat nicht den Eindruck erweckt, dass die Energie ihre Anteile nicht abgeben will. Es bestand die Möglichkeit, dass man einen Vergleichsvorschlag findet. Herr Peters hat mir gegenüber gesagt, dass man einen Kompromiss finden müsse. Am Donnerstag legt er dann einen ganz neuen Vorschlag auf den Tisch.“ Für Wellen, der sein Sponsoring vorerst eingestellt hat, steht seine Position seit Donnerstag fest: „Es gibt einen Kreis von Unternehmern, die die ganze Sache in richtige Bahnen lenken wollen. Wir müssen alle dafür sorgen, dass die Dinge im Sinnes des Krefelder Eishockeys ablaufen. Wir müssen jetzt juristisch auf einem Level der anderen Seite kommen. Bisher ging es um Ausgleich, jetzt geht es um Verhinderung der feindlichen Übernahme.“