Pinguine kontern den Meister aus

Zurück in der Erfolgsspur : Pinguine kontern den Meister aus

Die Krefelder feiern im Auswärtsspiel bei Adler Mannheim einen überraschenden 6:3-Erfolg. Vor 12.136 Zuschauern überzeugen die Schwarz-Gelben mit einer taktisch klugen und kämpferisch starken Leistung.

Das war kein Wochenende für Deutsche Meister. Nach Bayern München kassierte am Sonntag auch Adler Mannheim eine unerwartet herbe Packung. Die Pinguine entpuppten sich beim Familientag der Gastgeber als Spielverderber und gewannen mit 6:3. Aus einer stabilen Abwehr heraus konterten sie den Meister eiskalt aus. Torwart Dimitri Pätzold war ein starker Rückhalt und feierte seinen ersten Saisonsieg mit dem Team. Mit ihrem  zweiten Sechser der Saison feierten sie nach der langen Krise ein starkes Comeback und können mit einem guten Gefühl in die Deutschland-Cup-Pause gehen.

Trainer Brandon Reid nahm in seiner Mannschaft gegenüber der Partie am Freitag gegen Düsseldorf nur eine Veränderung vor. Anstelle von Jussi Rynnäs spielte Dimitri Pätzold im Tor. Trainer Reid sagte: „Wir hatten zuletzt einen engen Terminkalender und Dimitri hat in München gezeigt, dass er eine sehr gute Leistung bringen kann, wenn er ausgeruht ist. Wenn wir hier in Mannheim etwas holen wollen, müssen alle meine Spieler über 60 Minuten die gleiche Energie aufs Eis bringen wie gegen Düsseldorf, ansonsten wird es schwer“, sagte der Trainer vor dem ersten Bully im Gespräch mit der RP. Verzichten musste er auf Jacob Lagacé, der nach dem Warmmachen wegen einer Oberkörperverletzung aus dem DEG-Spiel passen musste.

Team-Manager Robin Kohl und die Physiotherapeutin reisten mit den PKW´s von Dimitri Pätzold und Alex Trivellato nach Mannheim. Während der Torwart nach dem Spiel zu seiner Familie nach Erding fuhr, übernachtete der Verteidiger in Mannheim und fährt am Montag zum Treffpunkt der italienischen Nationalmannschaft nach Sterzing.

Gut 200 KEV-Fans waren zum Familientag der Adler in die SAP-Arena gekommen, obwohl ihr Team dort zuletzt sechs Mal in Folge verloren hatte. Sie wurden für ihr Kommen aber bereits nach 140 Sekunden belohnt. Nach einem Schuss von Travis Ewanyk staubte Kai Hospelt zur Führung ab. Danach entwickelte sich das typische Auswärtsspiel der Pinguine in Mannheim. Die Adler bestimmten mit viel Puckbesitz das Geschehen, die Pinguine lauerten aus einer kompakten Defensive heraus auf Konter. Bei einigen Torchancen der Hausherren war Pätzold zur Stelle, bei Abprallern reagierten seine Vorderleute sehr gut. Zwischendurch tauchte Grant Besse vor Torwart Endrass auf, bei seinem Schuss wurde er noch von Lehtivuori gestört. Nachdem die Pinguine eine Strafe gegen Ewanyk (13.) überstanden hatten, kamen sie bis zur Pause bis auf ein paar Befreiungsschläge kaum noch aus dem eigenen Drittel heraus, hielten aber das 1:0.

Im zweiten Drittel dauerte es bis zum zweiten Krefelder Treffer nicht viel länger als beim ersten. Diesmal staubte Trivellato mit seinem ersten Saisontreffer nach Schuss von Saponari ab (24.). Dann tauchte Daniel Pietta frei vor Endrass auf, scheiterte aber am Mannheimer Torwart. Die Adler drängten auf den Anschlusstreffer, den Rendulic freistehend erzielte (31.). Jetzt wurden die Fans der Gastgeber wach, doch nur zwei Minuten später stellte Philipp Kuhnekath mit einem harten Schlagschuss den alten Abstand wieder her. Weitere 65 Sekunden später schloss Besse nach schöner Vorarbeit von Niklas Postel einen Konter zum 4:1 ab. Kurz vor Drittelende waren die Gäste zum ersten Mal in Überzahl. 1,1 Sekunden vor der Sirene erzielte Chad Costello am kurzen Pfosten mit seinem siebten Überzahltreffer das 5:1. Brach das den Adlern schon vorzeitig die Flügel?

Danach sah es nach Wiederbeginn aus. Die Pinguine hatten relativ leichtes Spiel, die gegnerischen Stürmer vom eigenen Tor wegzuhalten. Und wenn mal ein Schuss durchkam, war Torwart Pätzold zur Stelle. Den Adler-Fans verschlug das Geschehen auf dem Eis gänzlich die Sprache. „Ohne Krefeld wär hier gar nichts los“, schallte es aus dem KEV-Fan-Block. Laut wurde es in der Arena erst wieder, als Cundari und Huhtala die Fäuste fliegen ließen. Beide durften vorzeitig unter die Dusche. Der Mannheimer bekam zusätzlich eine Strafe, die Costello mit seinem zweiten Überzahltreffer des Spiel nutzte.

Den Hausherren gelang bei einer Strafe gegen Postel und mit einem verdeckten Schuss zwar noch zweimal eine Ergebniskorrektur, doch das tat der starken Leistung der Pinguine keinen Abbruch mehr. Sie feierten am Ende mit ihren Fans. Gefeiert wurde hinterher nicht nur im Fanbus. Auch die Pinguine konnten es auf ihrer Heimfahrt angesichts der anstehenden Pause krachen lassen.

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