Krefeld Pinguine: Pinguine: In Berlin den Bock umstoßen

Krefeld Pinguine: Pinguine: In Berlin den Bock umstoßen

Eishockey: Die Krefelder müssen an diesem Wochenende in den beiden Duellen gegen die Eisbären und den Deutschen Meister Ingolstadt das Debakel von Iserlohn vergessen machen. Die Augsburger Panther buhlen um Trainer Adduono.

Die Gesamtlage der Krefeld Pinguine war schon lange nicht mehr so ernst und schwierig wie derzeit. Sportlich droht das frühe Saisonaus. Wirtschaftlich würden die fehlenden Play-off-Spiele das Loch in der Kasse so groß machen, dass dann durch notwendige Sparmaßnahmen für die neue Eiszeit kaum noch eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine gestellt werden könnte. Dazu schwebt ja immer noch das mögliche Aus des DEL-Standortes wegen des fehlenden Mietvertrages wie ein Damoklesschwert über Krefeld. Und das Stimmungsbarometer im Lager der Schwarz-Gelben deutet momentan nicht gerade auf eine vielversprechende Zukunft hin. Umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft am Wochenende auf dem Eis wieder ein positives Zeichen setzt. Am besten gleich mit zwei Siegen. Heute Abend sind die Pinguine bei den Eisbären Berlin zu Gast. Sonntag (Spielbeginn 17.45 Uhr) ist der Deutsche Meister ERC Ingolstadt im König-Palast zu Gast.

Nach dem Straftraining am Mittwoch standen gestern vor der Abfahrt nach Berlin auf dem Eis die spielerischen Elemente im Mittelpunkt. Schließlich mussten schon wieder zwei Sturmreihen neu formiert werden. Herberts Vasiljevs gesellte sich für den gesperrten Mike Mieszkowski in die erste Formation. In der Reihe mit den gelben Trikots liefen Norman Hauner, Yared Hagos und Istvan Sofron auf. Dass Martin Schymainski nicht in die erste Reihe zurückkehrt, begründete Rick Adduono so: "Schimmi harmoniert mit Joel und Tyler ganz gut."

Eine vierte Reihe wird es heute wohl nicht geben. Verteidiger Nick St. Pierre wurde gestern zum ersten Mal Vater und bat darum, nicht mit nach Berlin fahren zu müssen. Sollte es Mutter und Kind heute sehr gut gehen, kann Rüdiger Noack den Verteidiger vielleicht noch überreden, am Mittag in die Hauptstadt zu fliegen. Ohne St. Pierre bleiben sechs Verteidiger übrig, so dass Thomas Supis nicht zum Stürmer umfunktioniert werden kann.

Bei der Aufarbeitung des 1:9-Debakels von Iserlohn sprach Adduono gestern von "vielen Dingen, die schon eine sehr lange Zeit nicht mehr passiert sind". Deswegen sei er sehr enttäuscht und überrascht zu gleich: "Uns fehlte die mentale Stärke, um nach dem 0:5 wenigstens noch das zweite oder dritte Drittel für uns entscheiden zu können." Der Coach hofft, dass sein Team heute wieder den Hebel umlegen kann: "Die Spieler müssen sich zurückkämpfen. Wir brauchen wieder mehr Intensität sowie schnelle Pässe und Schüsse."

Gegen Berlin weisen die Pinguine in dieser Saison eine positive Bilanz auf. Zwei Heimsiege und ein Zähler an der Spree stehen zu Buche. Daran wollen die Eisbären heute natürlich etwas ändern. Doch auch sie können derzeit personell nicht aus dem Vollen schöpfen. Am Mittwoch verletzte sich bei der 3:5-Niederlage in Ingolstadt zusätzlich noch Kapitän André Rankel. Krefelds Co-Trainer nutzte die Gelegenheit, gleich beide Wochenend-Gegner unter die Lupe zu nehmen. Besonders von der Leistung des Meisters ist er sehr angetan: "Ingolstadt hat hervorragend gespielt. Die Mannschaft ist in Topform. Das wird am Sonntag sehr schwer für uns."

Für Gesprächsstoff sorgte gestern eine Nachricht aus Augsburg, wonach die Panther Interesse an einer Verpflichtung von Trainer Adduono haben und dem Kanadier bereits ein Angebot vorliegen soll. Allerdings hatte der 60-Jährige zuletzt immer wieder betont, gerne in Krefeld bleiben zu wollen. Auch Aufsichtsrats-Mitglied Wolfgang Schulz betonte gegenüber der RP schon vor Wochen, dass man weiter mit Adduono plane.

(RP)
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