Krefeld Pinguine: Pinguine: Andi Driendl fehlt vier Wochen

Krefeld Pinguine : Pinguine: Andi Driendl fehlt vier Wochen

Eishockey: Auf ihren Torschützenkönig müssen die Krefelder wegen eines Haarrisses im Fuß vorerst verzichten. Seine Rolle als Center übernimmt heute im Derby gegen die DEG Yared Hagos. Die Politik bastelt weiter am neuen Mietvertrag

Sollten die Krefeld Pinguine nach dem letzten Hauptrundenspiel am 1. März in Urlaub gehen müssen, dann spielt bei der Ursachenforschung für diese Enttäuschung das Verletzungspech eine große Rolle. Die nächste Hiobsbotschaft erhielt die sportliche Leitung gestern vor dem Training. Andi Driendl, der die interne Torschützenliste mit 13 Treffern anführt, fällt mit einem Haarriss im Fuß vier Wochen aus. Zum Glück konnte mit Yared Hagos rechtzeitig ein neuer Stürmer verpflichtet werden, der heute Abend im Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG an der Seite von Herberts Vasiljevs und Martin Schymainski in Driendls Rolle schlüpfen wird. Der Schwede freut sich auf das Derby: "Ich habe ja schon mit Köln erlebt, welche Atmosphäre und Stimmung bei den Spielen gegen Düsseldorf und Krefeld herrscht. Ich genieße das."

Vor einer Woche hatte sich Driendl im Heimspiel gegen die Hamburg Freezers am Fuß verletzt. Gegen den EHC München spielte er zwei Tage später trotz Schmerzen, die am Mittwoch beim Training stärker wurden. Gestern früh brachten dann die Röntgenbilder das niederschmetternde Ergebnis ans Tageslicht. Da Istvan Sofron noch für zwei Spiele gesperrt ist, stehen nur zehn Stürmer zur Verfügung. In der vierten Reihe gesellt sich zu Dominik Meisinger noch Verteidiger Thomas Supis. Die dritte Position sollen dann abwechselnd die Stürmer der ersten drei Reihen übernehmen. Gut möglich, dass Hagos mehrere Doppelschichten fahren wird, der jetzt zehn Tag ohne Wettkampf ist und im Training einen konditionell sehr guten Eindruck hinterließ.

Rick Adduono, der am spielfreien Sonntag der Pinguine 60 Jahre alt wird, ist voll des Lobes über seinen neuen Schweden: "Er hat eine gute Einstellung und gibt im Training in jeder Minute Gas. Er ist der letzte Spieler, der die Kabine verlässt." Adduono ist davon überzeugt, dass Hagos dem Team einen zusätzlichen Schub verleihen wird: "Er ist bei den Spielern willkommen und versprüht jede Menge Ehrgeiz. Die Mannschaft arbeitet hart, hat aber auch Spaß. Jeder ist zu 100 Prozent bereit für das Derby." Das ist auch dringend erforderlich. Denn die Düsseldorfer können heute mit einem Sieg über ihren Rivalen den Abstand zu Platz elf auf acht Punkte vergrößern. Nach ihrem Erfolgsrausch vom ersten "Indoor-Wintergame" Deutschlands wurden sie beim Gastspiel in Iserlohn mit einer 1:8-Klatsche brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und kamen anschließend gegen Schlusslicht Straubing Tigers nur zu einem mühevollen 3:2-Sieg nach Penaltyschießen. Personell ist die DEG ähnlich wie Krefeld arg gebeutelt. Nur sechs der elf Kontingentspieler des Kaders stehen heute zur Verfügung. Besonders in der Abwehr drückt der Schuh. Nur vier Stamm-Verteidiger sind einsatzfähig. "Das wird unsere Aufgabe nicht leichter machen. Wir haben in der vergangenen Saison doch selber gezeigt, dass man viele Ausfälle gut kompensieren kann", sagte Daniel Pietta gestern nach dem Training.

Nach den jüngsten Signalen aus der Politik herrscht bei den KEV-Fans wieder mehr Zuversicht, dass der DEL-Standort Krefeld erhalten bleibt. Besonders die großen Parteien CDU und SPD, die im Aufsichtsrat der Seidenweberhaus GmbH die Stimmen-Mehrheit besitzen, sind nach Informationen unserer Zeitung auf dem besten Wege, gemeinsam eine Lösung zu finden, die der KEV Pinguine Eishockey GmbH einen DEL tauglicheren Mietvertrag als bisher bescheren soll. Das sieht auch die kleine Partei UWG so, die das gestern in einer offiziellen Presseerklärung bekannt gab.

Eine große Unterstützung findet nach wie vor die Online-Petition der Fan-Organisation Pinguine Supporters zum Erhalt des DEL-Standortes Krefeld. Bis gestern Nachmittag hatten sich bereits gut 5500 Bürger dieser Petition angeschlossen.

(RP)