Die Suche ist beendet Peter Draisaitl neuer Trainer der Pinguine

Krefeld · Der 56-Jährige, der zuletzt bei den Bratislava Capitals tätig war, wird Nachfolger des am Montag entlassenen Leif Strömberg. Am Sonntag beim Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim steht er aber noch nicht hinter der Bande.

 Peter Draisaitl, hier als Trainer in Bratislava, gibt ab Montag als Chefcoach bei den Pinguinen die Richtung vor.

Peter Draisaitl, hier als Trainer in Bratislava, gibt ab Montag als Chefcoach bei den Pinguinen die Richtung vor.

Foto: imago images/Eibner Europa/Eibner-Pressefoto /EXPA/Eisenbauer via www.imago-images.de

Die Suche nach einem Nachfolger für Cheftrainer Leif Strömberg ist beendet. Wie die RP bereits am Freitag angedeutet hatte, übernimmt Peter Draisaitl bei den Pinguinen die Verantwortung hinter der Bande. Dort soll er aber am Sonntag beim Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim noch nicht stehen, obwohl er am Samstag nach Krefeld kommt. „Peter Draisaitl erfüllt unser Trainerprofil. Er verfügt über die nötige Erfahrung, besitzt ein großes Eishockey-Wissen und ist dank seiner mehrsprachlichen Fähigkeiten ein herausragender Kommunikator, der alle unsere Spieler erreichen kann. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit,“ sagte Sergey Saveljev.

Der neue Trainer sagte nach der Vertragsunterschrift: „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe. Ich habe immer mit Sympathie nach Krefeld geblickt und war daher Sergey Saveljevs Angebot sehr zugeneigt. Nachdem ich einige andere Optionen abgewogen habe, war mein Entschluss schnell gefasst. Ich bevorzuge eine proaktive Spielweise, die sehr gut mit der Philosophie des Vereins einhergeht. Kurzum: Ich möchte offensiv sowie defensiv mutiges Eishockey von meiner Mannschaft sehen. Die nächsten Tage werde ich nutzen, um die Mannschaft besser kennenzulernen und mir selbst ein Bild von der bisherigen Arbeit zu machen, bevor wir am Montag zusammen loslegen.“

Zuletzt war Draisaitl Trainer der Bratislava Capitals. Das Team aus der slowakischen Hauptstadt spielt in der österreichischen Liga mit. Anfang November hatten zwei Todesfälle beim Teilnehmer der österreichischen Top-Liga für Entsetzen gesorgt. Erst kollabierte Spieler Boris Sadecky (24) mit einem Herzstillstand im Ligaspiel gegen die Dornbirn Bulldogs und verstarb später im Krankenhaus. Zwei Tage danach nahm sich Geschäftsführer Dusan Pasek (36) das Leben. Laut Medienberichten aufgrund von Schuldgefühlen, da er über die gesundheitlichen Probleme von Sadecky Bescheid gewusst haben soll und nichts unternommen habe. Der Fall hat eine zusätzliche Tragik, weil auch Paseks Vater - der frühere NHL-Spieler Dusan Pasek Sr. - 1998 Suizid begangen hatte. Die Capitals beschlossen in der Folge der beiden Todesfälle, die Saison in der Liga mit Teams aus Österreich, Italien, Slowenien, Tschechien und Ungarn nicht zu Ende zu spielen. „Weiterzuspielen wäre eine Quälerei gewesen“, sagte er damals. Einige Wochen nach den erschütternden Todesfällen meldete er sich wieder zu Wort und sagte gegenüber dem TV-Sender Sport1: „Mir geht es soweit gut. Natürlich war es eine sehr seltsame und surreale Zeit. Was bei uns innerhalb von einer Woche passiert ist, kannst du dir in den schlimmsten Albträumen nicht vorstellen. Seitdem läuft der Prozess der Verarbeitung, das ist bei jedem individuell anders. Ich komme klar.“

Eigentlich wollte Draisaitl auch bei den Capitals bleiben, allerdings nicht als Trainer, sondern als Sportlicher Leiter: „Ich habe Lust darauf, hier dabei mitzuhelfen, eine ganz frische Eishockey-Organisation aufzubauen“, sagte der damals gegenüber Medienvertretern. Doch in diesem Juli zog der Klub sein Team endgültig zurück. Daher sind nur noch 13 Teams in der österreichischen Liga vertreten.

Draisaitl bringt als ehemaliger Spieler und langjähriger Trainer eine Menge Erfahrung mit nach Krefeld. In der DEL kam er für Mannheim, Köln, wo er mit dem Team 1995 Meister wurde, Moskitos Essen und Revier Löwen Oberhausen insgesamt auf 338 Einsätze (127 Tore / 186 Assists). In Oberhausen beendete der Center 2001 seine Karriere und übernahm dort das Traineramt. Weitere DEL-Stationen waren die Füchse Duisburg (2007/08) und Ice Tigers Nürnberg (2011/12). Seit 2012 war Draisaitl als Headcoach durchgehend in Tschechiens Top-Liga beim HC Ceske Budejovice (2012/13), dem Mountfield HK (2013-2016) und beim HC Dynamo Pardubice (2016-2017) tätig.

Im November 2017 kehrte er zu den Kölner Haien zurück und löste dort Trainer Cory Clousten ab. Im Januar 2019 wurde er dann dort selber von Dan Lacroix abgelöst. Im Sommer übernahm er in der Slowakei den HC Kosice und im Dezember 2020 die Bratislava Capitals. Als Trainer in der 2. Liga war er für Bremerhaven, Straubing, Regensburg und Ravensburg tätig, wo er das Team zur Meisterschaft führte.

Auch Steffen Ziesche, der Krefelder Meister-Torschütze von 2003, hatte Saveljev auf der Liste und nahm Kontakt mit ihm auf. Letztendlich entschied er sich aber für Draisaitl, für dessen Verpflichtung er finanzielle Unterstützung von Sponsoren erhalten haben soll.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort