Krefeld: Neue Sorgen um König-Palast

Krefeld: Neue Sorgen um König-Palast

Gelingt es den Krefeld Pinguinen nicht, bis zum 30. April 500 000 Euro zu beschaffen, droht ihnen der Ausschluss aus der Deutschen Eishockey-Liga. Der König-Palast würde seinen Hauptmieter verlieren. Sechsstellige Verluste drohen.

Die Probleme des finanziell angeschlagenen Krefelder Eishockey-Vereins drohen auch den König-Palast in ernste Schwierigkeiten zu bringen. "Wir sind von den Krefeld Pinguinen abhängig", sagt Paul Keusch, Geschäftsführer der Seidenweberhaus GmbH, die auch die Geschäfte im König-Palast führt. Sollten die Pinguine in der kommenden Saison nicht mehr in der Deutschen Eishockey-Liga spielen, drohen der Gesellschaft sechsstellige Verluste.

Die Krefeld Pinguine stehen nach ihrem gescheiterten Einzug in die Pre-Playoffs vor ernsten Finanz-Problemen. Der Verein muss bis Ende April eine halbe Million Euro zusammenbringen, um den Verbleib in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu sichern. Unter anderem Spieler-Neuverpflichtungen und sinkende Zuschauerzahlen hatten zu der plötzlichen Finanzlücke des Eishockey-Vereins geführt.

Kathstede appelliert an Wirtschaft

Um das fehlende Geld zusammen zu bekommen, wendete sich Gesellschaftersprecher Wilfried Fabel vor wenigen Tagen mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede unterstützt den angeschlagenen Verein. "Krefeld braucht Eishockey und Eishockey braucht Krefeld", sagte Kathstede am Montag. Den Verantwortlichen sei es in den zurückliegenden Jahren gelungen, die wirtschaftliche Basis für einen erfolgreichen Spielbetrieb zu schaffen. Entsprechend hoffe er gerade jetzt auf eine Unterstützung aus der Wirtschaft für das Eishockey in Krefeld.

Die Politik warnt derweil davor, die Finanzprobleme des Vereins auf Kosten der Steuerzahler zu lösen. "Die Stadt darf auf keinen Fall als Gesellschafter der Krefeld Pinguine einspringen", sagt FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann. Auch die SPD will verhindern, dass die Stadt als Gesellschafter bei den Pinguinen einspringt. "Dann stünde in wenigen Wochen der nächste Verein bei der Stadt vor der Tür", sagt SPD-Fraktionssprecher Ulrich Hahnen. Gleichzeitig verwehrte er sich davor, vorzeitig über das Schicksal des Eishockey-Vereins zu urteilen. "Wir sollten keine Leichen fleddern, die noch leben."

Kein Notfall-Plan für König-Palast

Kö-Pa-Geschäftsführer Keusch zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass die Pinguine erneut in der DEL antreten. "Schließlich hängt das Herz einer ganzen Stadt daran", sagt Keusch. Einen Notfall-Plan für den König-Palast, falls der Verein es nicht schaffen sollte, gebe es allerdings bisher noch nicht.

(RP)
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