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Krefeld Pinguine: München forderte eine Strafe für Müller

Krefeld Pinguine : München forderte eine Strafe für Müller

Eishockey: EHC-Coach Jackson beantragte gestern ein Disziplinarverfahren gegen den Krefelder Stürmer, das am Abend von der DEL abgeschmettert wurde. Die Spieler der Pinguine diskutieren vermehrt über den Streit um den Mietvertrag.

Drei Punkte aus zwei Spielen an einem Wochenende sind für die Pinguine derzeit zu wenig, um die Play-offs erreichen zu können. Gegen Hamburg blieb der wenigstens eine noch fehlende Zähler 16 Sekunden vor Schluss auf der Strecke. In München hätten die Pinguine diesen Zähler am Ende durchaus verdient mit auf die Heimreise genommen, gingen aber ganz leer aus. So muss nach dem spektakulären Wochenende mit dem im deutschen Eishockey einmaligen Zehnjahres-Vertrag für Daniel Pietta weiter um einen Play-off-Platz gezittert werden.

Rüdiger Noack wusste gestern nicht so recht, ob er sich mehr über die Verpflichtung von Yared Hagos freuen oder über eine Nachricht aus München ärgern sollte. Denn EHC-Coach Don Jackson veranlasste nach dem 3:1-Sieg seines Teams über Krefeld seinen Manager, ein Ermittlungsverfahren gegen Marcel Müller einzuleiten. Der neue Torjäger soll Münchens Stürmer Garret Roe mit einem Check gegen Kopf und Nacken niedergestreckt haben. Noack schaute sich am Morgen gemeinsam mit Co-Trainer Reemt Pyka die Szene per Video an und meinte: "Dann können wir gleich mit Eishockey aufhören." Er schickte eine schriftliche Stellungnahme an die DEL. Die Schiedsrichter hatten in dieser Szene, in der Roe kurz auf dem Eis liegen geblieben war, kein Vergehen des Krefelders gesehen. Der Disziplinarausschuss der DEL lehnte den Antrag der "Roten Bullen" am Abend ab.

Eine Sperre von Müller hätte die Aussichten der Pinguine auf ihren achten Auswärtssieg der Saison am Freitag in Düsseldorf deutlich geschmälert. Viele Zähler dürfen die Schwarz-Gelben auf fremden Eis nicht mehr liegen lassen, besonders in den Duellen gegen direkte Mitkonkurrenten im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz. Denn vor den verbleibenden 12 Punktspielen dürften die KEV-Fans von einem Top-Sechs-Platz wohl nur noch träumen. Viele Experten rechnen damit, dass am Ende der Hauptrunde Krefeld, Köln, Nürnberg oder Düsseldorf als Tabellenelfter in Urlaub fahren wird.

Träumen müssen die Fans weiterhin in Sachen Mietvertrag. Sollte bis zur nächsten Ratssitzung am 5. Februar keine Entscheidung gefallen sein, dann dürften sich die Ratsmitglieder auf ein stimmungsvolles Meeting freuen. Es ist damit zu rechnen, dass dann die Zuschauerplätze im Saal nicht ausreichen werden. Nach Informationen unserer Zeitung sind entsprechende Aktionen für diesen Tag bereits in Planung.

Je mehr die Zeit drängt, umso mehr wird das Thema zwangsläufig auch in Spielerkreisen diskutiert. Am Samstagabend in München nutzten einige Akteure im Hotel die Gelegenheit, von den anwesenden Vertretern unserer Zeitung nähere Einzelheiten zu erfahren. Rüdiger Noack verbreitet innerhalb der Mannschaft weiter Zuversicht: "Das wird schon."

Immer mehr Bürger aus Krefeld und den angrenzenden Orten schütteln den Kopf und können nicht verstehen, warum die Politiker so fahrlässig mit dem sportlichen Aushängeschild der Seidenstadt umgehen. Dazu gehören auch Mitglieder der verschiedenen Parteien, denen der DEL-Standort Krefeld sehr am Herzen liegt. "Wenn die Pinguine keinen vernünftigen Mietvertrag bekommen, trete ich aus der CDU aus", sagte Jürgen Stregel unserer Zeitung und fügte hinzu, dass dies auch für einige seiner Parteifreunde gelte, die regelmäßig die Heimspiele besuchen.

(RP)