Mikhail Ponomarev steigt bei den Krefeld Pinguinen ein

Mit-Gesellschafter und Investor : Pinguine wollen mit Ponomarev an erfolgreiche Zeiten anknüpfen

Mikhail Ponomarev, Präsident des KFC Uerdingen, wird Gesellschafter der KEV Pinguine Eishockey GmbH. Am Dienstagabend präsentierte Aufsichtsrats-Vorsitzender Wolfgang Schulz seinen neuen Mitstreiter. Der zweite DEL-Meistertitel soll kein Traum bleiben.

Bei den Krefeld Pinguinen beginnt ab sofort eine neue Zeitrechnung. Mikhail Ponomarev (43) steigt als Mit-Gesellschafter und Investor beim DEL-Klub ein. Am Dienstagabend stellte Wolfgang Schulz (71), Aufsichtsratschef der KEV Pinguine Eishockey-GmbH seinen neuen Mitstreiter bei einem Presse-Essen im Restaurant „Villa Medici“ vor. Dort war es am 11. Juni zu einem ersten Treffen der beiden Unternehmer gekommen. Seitdem pflegten beide einen engen Kontakt und besiegelten ihre künftige Zusammenarbeit. Beim Heimspiel des KFC gegen Meppen saßen Schulz und Ponomarev gemeinsam auf der Tribüne.

Schon lange war Wolfgang Schulz auf der Suche nach einem Partner, der eventuell auch mal seine Nachfolge antreten könnte. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass Mikhail Ponomarev der richtige Mann ist“, erklärte er kürzlich. Vorerst bleibt der russische Millionär für die kommenden drei Jahre sein Partner und übernimmt die Anteile von Dieter Berten. Der  Architekt hat sich aus privaten Gründen aus der GmbH zurückgezogen. „Ich danke Dieter Berten an dieser Stelle für seine langjährige Unterstützung. Er hat maßgeblichen  Anteil daran, dass der DEL-Standort noch besteht. Er ist ein großer Freund des Eishockeys und der Stadt Krefeld. Was er geleistet hat, verdient mehr als Respekt, das ist unglaublich. Und das gilt auch für Helmut Borgmann, der uns aber noch erhalten bleibt“, sagte Schulz. Berten hatte 46 Prozent der Anteile, Schulz hält 48 Prozent; die weiteren Anteile sind auf die anderen Gesellschafter verteilt.

Ponomarev hatte seinerzeit erklärt, dass Fußball für ihn „ein Geschäft“ und Eishockey als Russe „eine Herzensangelegenheit“ sei. Die dokumentierte er 2012 auch, als er bei der Düsseldorfer EG einstieg und 30,8 Prozent der GmbH-Anteile übernahm und damals  beim Tabellenletzten der DEL als klares Ziel die Teilnahme an der Champions Hockey League ausgab. Drei  Jahre später mischte die DEG tatsächlich im Oberhaus des europäischen Eishockeys mit.

„Ich habe in den vielen Gesprächen, die wir schon geführt haben,  gespürt, dass Herr Schulz und ich die gleiche Philosophie haben, was Eishockey angeht“, sagte Ponomarev. „Die Pinguine verfügen über sehr viel Potenzial. Das ist für mich einer der wenigen gesunden Klubs in der DEL. Wir werden nicht von heute auf morgen alles ändern können, aber wir haben einen Plan, damit die Pinguine wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen können. Ich sehe mich in erster Linie als Investor und werde den Weg von Herrn Schulz in den nächsten drei Jahren mitgehen. Am Tagesgeschäft beteilige ich mich allerdings nicht, weil der KFC mein Hauptengagement ist.“

Wo Mikhail  Ponomarev ist, da sind auch Geld und Erfolg. Das war auch beim englischen Fußball-Zweitligisten AFC Bournemouth so, wo er Hauptsponsor und Gesellschafter war und nach dem Aufstieg in die Premier League seine Anteile verkaufte. Und das ist nun beim KFC Uerdingen so, der in den zwei Jahren seiner Präsidentschaft den Durchmarsch von der fünften in die dritte Liga geschafft hat und in drei Jahren in der zweiten Liga spielen soll - wenn nicht gar früher.

Für die Pinguine kann sich der neue Mann mit am Ruder als Glücksgriff für eine längerfristige Zukunft erweisen. Denn sobald der neue Mietvertrag (ab Saison 2019/20) unter Dach und Fach ist, dürfte sich Ponomarevs Mitspracherecht auswirken. Und mit dem Abstieg, der in der Saison 20/21 erstmals in der DEL eingeführt wird, will das Duo Schulz/Ponomarev nun wirklich gar nichts zu tun haben.

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