Krefeld Pinguine: Lukas Lang wechselt zum Rivalen DEG

Krefeld Pinguine: Lukas Lang wechselt zum Rivalen DEG

Eishockey: Die Nummer zwei im Tor der Pinguine erhielt in Krefeld kein schriftliches Vertragsangebot. Der 27-Jährige verlässt die Schwarz-Gelben zwar schweren Herzens, doch er freut jetzt sich auf die Herausforderung in Düsseldorf.

Der Jubel im Lager der KEV-Fans war sehr groß, als vor knapp einem Jahr bekannt wurde, dass Lukas Lang von den Schwenninger Wild Wings zu den Krefeld Pinguinen wechselt. "Lukas, du bist ein Krefelder", schallte es dann am 10. August bei der Saisoneröffnung aus vielen Kehlen, als der 27-Jährige Neuzugang vorgestellt wurde. Der Sohn des "Hexers" Karel Lang war von seinem ersten Arbeitstag an ein Publikumsliebling. Nur er durfte das legendäre Trikot mit Nummer 1 seines Vaters tragen. Entsprechend begehrt war das Trikot bis zuletzt bei den Fans. Und ausgerechnet der Name Lang wird in der neuen Saison auf dem Torwarttrikot des rheinischen Rivalen Düsseldorfer EG auftauchen.

"Ich habe von den Pinguinen leider kein neues Angebot erhalten. Meine Agenten haben noch während der Play-offs mit Krefeld gesprochen", erklärte Lang gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe bis zuletzt nicht die Hoffnung aufgegeben, bleiben zu können. "Das tut mir im Herzen weh. Ich wollte immer nach Krefeld und war sehr glücklich, als das vor einem Jahr klappte. Ich verstehe auch, wenn die KEV-Fans enttäuscht sind. Aber ich muss an meine Zukunft und vor allem an meine Familie denken. Es ist nicht einfach, in der DEL unterzukommen." Jetzt freue er sich auf die neue Herausforderung: "Ich bin der DEG sehr dankbar, dass sie mir die Chance geben, in der DEL zu bleiben. Das ist ein Traditionsverein, der wieder nach oben kommen will. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten."

Auch noch aus einem anderen Grund habe er sich für Düsseldorf entschieden: "Meine Frau kommt aus Krefeld. Das ist unser Zuhause, hier fühlen wir uns sehr wohl. Unsere Kinder gehen hier in den Kindergarten. Daher werden wir auch hier wohnen bleiben." So kann er auch sehr gut den Kontakt zu Tomas Duba pflegen. Aus den Teamkollegen sind Freunde geworden. "Tomas ist sehr enttäuscht, dass ich gehe. Wir haben uns sehr gut ergänzt. Aber er glaubt, dass wir uns noch einmal in einem Team wiedersehen werden."

Eigentlich hatte Lang gehofft, seinen Wechsel bis Mitte nächster Woche geheim halten zu können. Er wollte bei der gestern Abend begonnenen Abschiedstor der Pinguine durch Krefeld ein Spießrutenlaufen verhindern. Doch am Donnerstagabend war sein Wechsel bereits in Düsseldorf durchgesickert, den die DEG gestern offiziell bekannt gab. Seitdem erhielt Lukas Lang von Fans und Eishockey-Freunden per Handy oder Facebook ein positives Feedback: "Darüber freue ich mich sehr und habe in den nächsten Tagen ja noch reichlich Gelegenheit, mich dafür zu bedanken."

Trotzdem, viele Fans können nicht verstehen, warum die Pinguine nicht mit dem Duo Duba/Lang in die neue Saison gehen. Beide Torhüter trugen maßgeblich dazu bei, dass am Ende der Hauptrunde Platz zwei heraussprang. Besonders einige Auswärtssiege gingen auf das Konto von Lang, der es auf elf Einsätze für die Pinguine brachte. Obwohl Rick Adduono fast immer nur positiv über seine Nummer zwei sprach, fehlte das uneingeschränkte Vertrauen des Trainers. So wurde zum Beispiel nichts aus sein er Aussage, "Jerry" Kuhn in den Play-offs nur einsetzen zu wollen, falls sich Duba oder Lang verletzen sollten.

"Ich bin sauer auf Lukas' Agenten", sagte Rüdiger Noack gestern. Der sportliche Berater hatte sich mit Lang mündlich darauf verständigt, dass nach den Play-offs die Sache geregelt werde: "Zu 90 Prozent hätte er zu gleichen Konditionen bleiben können. Ich verstehe ihn aber, dass er jetzt an seine Familie denkt und das Angebot der DEG angenommen hat." Noack will sich nun einen ganz jungen deutschen Torhüter suchen.

Weitere Entscheidungen deuteten sich gestern an. Roland Verwey soll mit dem Karriereende liebäugeln. Mitja Robar zieht es statt nach Ingolstadt vielleicht in die KHL (Zagreb). Patrick Klöpper wird vom Zweitligisten REV Bremerhaven umworben. Boris Blanks Zukunft ist weiter offen.

(RP)
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