1. Sport
  2. Eishockey
  3. Pinguine

Krefeld: Trivellato rechnet mit der WM-Absage

Der Verteidiger spielt für Italien : Trivellato rechnet mit der WM-Absage

Der italienische Nationalspieler rechnet nicht damit, dass im Mai in der Schweiz das Turnier stattfindet. Er ist froh, dass es seinen Eltern, die in der Nähe von Bozen leben, gut geht. Seinen Vertrag in Krefeld soll er bereits verlängert haben.

Im Kader der Krefeld Pinguine steht mit Alex Trivellato ein Spieler aus Italien, also aus dem Land, das in Europa am härtesten vom Corona-Virus betroffen ist. Der 27-jährige Verteidiger stammt aus Liefers in der Nähe von Bozen. Seine Eltern und viele Freunde leben immer noch dort. „Meinen Eltern und meinen Freunden geht es zum Glück gut, ich stehe in ständigem Kontakt mit ihnen. Mein Vater sagt, es ist alles lahmgelegt, in Italien steht das öffentliche Leben still, es gibt nur noch Geisterstädte“, erzählt der sympathische Italiener. Der 188 Zentimeter große und 91 Kilogramm schwere Verteidiger hofft natürlich auf eine baldige Besserung der Lage in seiner Heimat: „Ich hoffe, dass das Maximum an Infektionen erreicht ist und die Zahlen heruntergehen. Das medizinische System ist in Italien übrigens gut, die Kapazitäten sind ausreichend, aber die Ärzte sind einfach überlastet.“

Ab dem 13. April sollte in seiner Heimat für das Nationalteam die Vorbereitung auf die A-Weltmeisterschaft in der Schweiz, die vom 8. Bis 24. Mai dort ausgetragen werden soll, starten. Dann wollte Trivellato auch in sein Heimatland zurückkehren. Er rechnet aber nicht mehr damit, dass die Weltmeisterschaft überhaupt stattfindet: „Man soll zwar nie Nie sagen, aber ich gehe davon aus, dass das Turnier abgesagt wird. Es ist unrealistisch, dass in der Schweiz gespielt wird, wir können ja auch nicht trainieren“, sagt Trivellato, der im vergangenen Mai bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei die Italienische Nationalschaft noch als Kapitän auf das Eis führte und maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich die Auswahl in einem dramatischen Spiel gegen Österreich noch den Klassenerhalt sicherte.

Noch vor knapp drei Wochen nach der Heimniederlage der Pinguine gegen Nürnberg hatte er im Gespräch mit der RP seine Pläne bis zum Beginn der WM-Vorbereitung erläuterte: „Ich werde nach der Saison eine Woche frei machen und danach hier in Krefeld zusammen mit Daniel Pietta bei unserem Partner Factory-Krefeld Trockentraining absolvieren und schauen, ob ich dann vielleicht bei der U20 des KEV 81 auf dem Eis mit trainieren kann, denn meine Nationalmannschaftskollegen sind ja in Italien noch in den Play-offs tätig“. Alles das hat sich bekanntlich durch Corona erledigt. „Ich habe mit den Jungs gesprochen, sie sind alle sehr enttäuscht, aber das Land hatte keine andere Wahl“, sagt der Verteidiger. Für ihn hat sich nun auch der Plan geändert. Eine Berlinreise, um seine Freundin und seinen Bruder zutreffen, hat er abgesagt: „Ich wäre gerne hingefahren, aber es macht keinen Sinn, in Berlin ist ja auch fast alles geschlossen“. Trivellato hat übrigens Verständnis für die nun beschlossenen drastischen Maßnahmen in Deutschland und kritisiert, dass sie jetzt erst ergriffen wurden: „Ich verstehe die Arroganz in Deutschland nicht. Ich weiß nicht, worauf man gewartet hat, dass man erst jetzt alles schließt. Man hätte schon früher alle Kontakte einschränken müssen. Ich weiß, was in Italien los ist, dort gibt es über 24.000 Infizierte“. In Krefeld langweilt sich der Verteidiger nun: „Jeder muss halt jetzt sein Ding alleine machen, von Trainingseinheiten im Fitnessstudio haben uns die Ärzte abgeraten, ab und zu gehe ich mal mit Daniel Pietta laufen“, erzählt Trivellato über die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten. „Die Ungewissheit macht einen natürlich verrückt. Ich würde mich freuen, wenn wir Ende Mai wieder mit normalem Training beginnen könnten“, ließ sich Trivellato dann doch entlocken. Zu seiner Zukunft konnte er noch keine Auskunft geben. Da er aber auf eine sehr starke Saison im Trikot der Pinguine zurückblicken kann, soll er nach RP-Informationen den Vertrag bei den Schwarz-Gelben bereits verlängert haben.