Krefeld Pinguine : Silberhochzeit mit der DEL

Die Krefelder erhielten am Freitag als Gründungsmitglied der Liga die Lizenz für die 25. Saison. Kapitän Adi Grygiel blickte beim Sommertreff der Supporters positiv in die Zukunft. Für Ponomarev ist Eishockey eine Herzensangelegenheit.

Der neuen Eiszeit am DEL-Standort Krefeld steht nichts mehr im Wege. Wie unsere Zeitung bereits am Donnerstag berichtete, erhalten die Krefeld Pinguine die Lizenz für die Spielzeit 2018/2019, die am 14. September mit einem Heimspiel beginnt. Das gab die Ligenleitung in Neuss am Freitag offiziell bekannt. Auch die übrigen 13 Klubs der Vorsaison bleiben der Liga erhalten. Die Pinguine gehen damit als Gründungsmitglied der Liga in ihre 25. Saison und feiern damit Silberhochzeit mit dem Oberhaus des deutschen Eishockeys. Auf den Spielplan müssen die KEV-Fans noch warten. Da einige Klubs kurzfristig noch Änderungswünsche haben, soll die Veröffentlichung am 9. Juli erfolgen.

Als sich Geschäftsführer Matthias Roos vor gut zwei Wochen in den Urlaub verabschiedete, war er sehr zuversichtlich, dass die Lizenz in trockenen Tüchern ist. Gemeinsam mit Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz hatte er aufgrund von Nachfragen der Wirtschaftsprüfer der ASNB Düsseldorf alle Hausaufgaben zufriedenstellend erledigt. Schulz, der mal wieder gemeinsam mit seinen Aufsichtsratskollegen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfüllte, bestätigte am Freitag, dass die Lizenz ohne Auflagen erteilt wurde und man mit einem ähnlichen Etat wie vor einem Jahr kalkuliere. Inwieweit die rund fünf Millionen Euro reichen, wird die Saison zeigen. „Der Spielraum ist gering, ich hoffe, dass wir diesmal vom großen Verletzungspech verschont bleiben“, erklärte Schulz. Ob er schon bald von KFC-Chef Ponomarev unterstützt wird, ließ er offen: „Ich wollte ihn erst Mal kennenlernen und habe ihm zu seinem Erfolg mit dem KFC gratuliert. Das verdient großen Respekt. Wir haben uns zunächst nur darüber unterhalten, wie wir zum Vorteil für beide Vereine zusammenarbeiten können. Ich kann mir vorstellen, dass Herr Ponomarev uns unterstützt, aber wir werden nichts übers Knie brechen. Demnächst treffen wir uns wieder.“

Ponomarev war einst bei der DEG als Gesellschafter mit im Boot. Noch heute bedauern die Verantwortlichen des rheinischen Rivalen seinen Ausstieg, für den alleine politische Gründe den Ausschlag gegeben haben sollen. Im Rahmen einer Pressekonferenz der CHL im August 2015 in Düsseldorf hatte er als Vertreter der DEG erklärt: „Fußball ist für mich ein Geschäft, Eishockey für jeden Russen eine Herzensangelegenheit.“

Eine Herzensangelegenheit sind die Pinguine für die Supporters. Die trafen sich vor einer Woche zu ihrem traditionellen Sommerfest auf dem Riekelenhof in St. Tönis. Die Temperaturen waren allerdings herbstlich. Zum Glück hatte Unternehmer Gerald Wagener den Organisatoren drei Heizstrahler zur Verfügung gestellt. In diesmal etwas kleinerem Kreis (gut 60 Personen) fand ein reger Austausch zum Lieblingsthema „Eishockey in Krefeld“ statt. Von der Mannschaft kamen Joel Keussen und Adrian Grygiel. Der Kapitän blickt der neuen Saison zuversichtlich entgegen: „Ich glaube, unser neuer Trainer tut uns gut. Er hat mit mir schon über seine Vorstellungen gesprochen. Alle Reihen sollen ähnliche Aufgaben bekommen, sowohl defensiv als auch offensiv. Dadurch sind wir sicher auch für unsere Gegner schwerer auszurechnen. Vom Kader sind wir vor allem bei den deutschen Spielern für unsere Verhältnisse gut besetzt. Wenn sich dann die neuen Kontingentspieler schnell an Tempo und Härte in der DEL gewöhnen, glaube ich, dass wir sicherlich stark genug sind, um Platz 10 zu erreichen. Für die Möglichkeiten, die man in Krefeld hat, haben wir sicherlich eine gute Mannschaft.“ Insgesamt war an diesem Abend trotz der üblichen Skeptiker zu spüren, dass im Lager der KEV-Fans überwiegend eine positive Stimmung herrscht. In vier Wochen endet die längste Sommerpause im Krefelder DEL-Eishockey. Dann trifft sich das Team zum ersten Mal in ihrer Kabine.