Krefeld Pinguine: Zu viele Punkte verschenkt

Krefeld Pinguine : Bei Halbzeit zu viele Punkte verschenkt

Die Krefeld Pinguine liegen nach 26 ihrer 52 Hauptrundenspiele im Kampf um einen Platz in den Pre-Play-offs noch gut im Rennen. Insgesamt konnte die Mannschaft ihr Leistungsvermögen nicht ausschöpfen. Nicht alle Neuzugänge erfüllten die Erwartungen.

Weder Fisch, noch Fleisch war am Mittwoch der Aufritt der Pinguine in Bremerhaven. Für ein Team, das einen Tag vorher in der Kabine Klartext redete und an der Nordsee den Bock umstoßen wollte, war die Leistung zu durchwachsen. Nach einem vielversprechenden ersten Drittel sah es so aus, als wollten die Schwarz-Gelben ihre 2:0-Führung verwalten. Dieser Versuch scheiterte. So stand am Ende nur ein mageres Pünktchen zu Buche, das nicht gerade für Ruhe im Lager der Schwarz-Gelben sorgt. "Wir haben einfach wieder zu viele Torchancen ausgelassen und waren in Überzahl nicht gut. Dazu sah unser Torwart bei zwei Gegentreffern nicht so glücklich aus. Ansonsten war es für mich ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Franz Fritzmeier gestern. Die Meinung seines Trainerkollegen Thomas Popiesch, Krefeld habe keine Chance gehabt, muss er zurecht nicht teilen. Die KEV-Fans hatten sich allerdings deutlich mehr von dem portofreien Briefverkehr zwischen Fanprojekt und Mannschaft versprochen. Ein deutlicheres Zeichen in eine positive Richtung kann das Team heute in Iserlohn setzen, wenn dort nach fünf Niederlagen in Folge endlich mal wieder gewonnen wird.

Auch wenn die Pinguine bei Halbzeit ihr Leistungsvermögen bisher nicht mit einer zufriedenstellen Quote ausschöpfen konnten, befinden sie sich auf Tuchfühlung zu den Pre-Play-off-Plätzen. Vor einem Jahr zierte Krefeld bei Halbzeit mit 23 Zählern das Tabellenende und konnte Platz zehn (38) fast nur noch mit dem Fernglas erkennen. Damals hatte Franz Fritzmeier gerade zehn Spiele an der Bande gestanden und dabei magere vier Punkte gesammelt. Erst danach zahlten sich das Training und die neuen Strukturen aus. Zu mehr als Platz 13 reichte es in der Endabrechnung nicht mehr. Jetzt stehen zwar nur sechs Punkte mehr auf dem Konto, doch das Saisonziel ist diesmal nicht schon vor Weihnachten verfehlt.

Bei den Personalplanungen wurden die Pinguine im Sommer von vielen Experten mit Lob überschüttet. Alle wichtigen Neuzugänge galten als Verstärkungen. Verteidiger Kyle Klubertanz wurde dem bisher nicht gerecht, Mark Mancari und Marco Rosa nur bedingt. Bester Neuzugang ist Stürmer Dragan Umicevic, der ja eigentlich gar nicht eingeplant war. Auch Tim Hamby ist ein Gewinn für das Team. Mike Little beweist, dass der Sprung von der 2. Liga in die DEL gelingen kann. Rückkehrer Marcel Müller wird derzeit seinem Ruf als launische Diva gerecht. Dazu lässt der Torjäger für ihn ungewöhnlich viele klare Einschussmöglichkeiten aus. Von den Akteuren des Vorjahres-Kaders ragt Daniel Pietta positiv heraus. Der Center mit dem Rentenvertrag spielt ohne Kapitänsbürde wieder befreit auf, übernimmt aber auf dem Eis viel Verantwortung. Erfreulich ist die Entwicklung bei Mike Collins, der sich nach langer Eingewöhnungszeit in der DEL etabliert hat. Keine überdurchschnittlichen Werte weisen die beiden Torhüter auf. Patrick Galbraith belegt im DEL-Ranking Platz 19, Niklas Treutle Platz 22. Letzterer stand acht komplette Spiele plus ein Drittel im Tor und feierte nur bei seinem Debüt in Berlin einen Sieg. Galbraith bringt es auf 17 komplette Spiele plus zwei Drittel. Dabei kam er auf sieben Siege und 11 Niederlagen. Die Leistungen beider Torhüter sind insgesamt ok, weil sie die Mannschaft oft im Spiel hielten. Aber keiner kann bisher von sich sagen, dass er ein Spiel für sein Team gewann.

Weil die Pinguine zu selten über 60 Minuten eine konstant gute Leistung ablieferten, wurden zu viele Punkte verschenkt. In den bisher fünf Verlängerungen gab es keinen Zusatzpunkt. Von den beiden Penalty-Schießen wurde eins gewonnen. Zu oft fehlte es an Leidenschaft, Einsatzwillen und einer körperbetonten Gangart.

(RP)