Krefeld Pinguine wollen nicht mit Red Bull München oder Adler Mannheim mithalten

Fan-Hearing der Pinguine: Schulz: „Besser, aber nicht ausreichend“

Knapp 250 Eishockeyfreunde kommen zum Fan-Hearing der Pinguine. Es ist ein harmonischer Abend, weil sich die Führung selbstkritisch, in vielen Bereichen aber auch zufrieden präsentiert.

Wolfgang Schulz gab die Marschrichtung vor. Das darf von dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden auch erwartet werden. Und er hat den Laden im Griff – sogar beim Fan-Hearing. Dass das nicht selbstverständlich ist, kann er sich von Martin Kind, dem Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, mal erzählen lassen.

Aber Wolfgang Schulz ist einer von ihnen. Das dokumentiert er schon durch seine Kleidung: Jeans und Turnschuhe. Und er redet nicht geschwollen daher, sondern sagt, was er denkt; so auch über die abgelaufene Saison, in der die Pinguine als Elfter der Deutschen Eishockey Liga die Pre-Play-offs verpasst haben – zum vierten Mal in Folge. „Vor einem Jahr habe ich gesagt, ohne die Play-offs ist es zum Kotzen“, erinnerte sich Schulz. „In dieser Saison war vieles besser, aber nicht ausreichend.“ Er erklärte auch, was besser war: „Die spielerische Leistung war gut, der Zusammenhalt in der Mannschaft war da und die Zuschauerzahlen sind nach oben gegangen. Die Saison war nicht zum Kotzen, aber nicht gut genug.“ Damit sprach er den Fans aus dem Herzen, die sich nach einer Play-off-Teilnahme sehnen.

Publikumsliebling Martin Schymainski ist am Dienstag extra nach Köln gefahren, um die Play-off-Atmosphäre zu schnuppern, dochmkehrte er en ttäuscht zurück: „Das war eher ein Dienstagabend-Spiel vor leeren Rängen. Bei uns wäre mehr Feuer drin gewesen.“

Dass es nicht gereicht hat, erklärte Sportdirektor und Geschäftsführer Matthias Roos, der in der kommenden Saison nicht mehr hinter der Bande stehen wird, so: „Die acht Niederlagen im Januar haben alles kaputt gemacht. In der Verlängerung waren wir sehr gut, in Überzahl schlecht. Beim Import müssen wir in der kommenden Saison bessere Entscheidungen treffen.“

Den Schuh zog sich auch Trainer Brandon Reid an. „Es war nicht richtig, Martin Lefebvre und Kirill Kabanov aus Dänemark mitzubringen. Es sind gute Spieler, aber nicht für die DEL.“ Jetzt gehe es darum, Führungsspieler zu finden. „Wir brauchen nicht nur einen Sturm Reihe, die Tore schießt, und wir brauchen nicht drei, sondern vier Reihen.“

Zum Kader der kommenden Saison sagte Roosnur so viel: „Ich würde mich freuen, wenn Dimitri Päzold bleibt.“ Der Torhüter passe ins Budget und habe trotzdem mehr Spiele gewonnen als verloren. Das Ziel von Torschützenkönig Jacob Berglund seien die Schweiz oder Schweden. „Aber ich habe noch nicht aufgegeben, wir sind im Austausch.“

Was die Wirtschaftlichkeit betrifft, haben die Pinguine auch einen Schritt nach vorn gemacht. „Im Schnitt kamen 700 Zuschauer mehr, das waren Mehreinnahmen von 300.000 Euro“, berichtete Roos. Derweil bedankte sich Schulz bei der Stadt und ihrer Tochtergesellschaft, dass endlich ein mittelfristiger Mietvertrag geschlossen wurde. Zudem sei er froh, in Mikhail Ponomarev einen Mitstreiter gefunden zu haben: „Für mich ist er Gesellschafter und mein Partner für die Zukunft.“ Aber Schulz steckte auch klare Grenzen ab, was die Verpflichtung hochkarätiger Spieler angeht: „Wir können und wollen unseren Etat nicht München oder Mannheim anpassen.“ Dafür haben die Fans nicht nur Verständnis, damit ist Schulz einer von ihnen.

Mehr von RP ONLINE