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Krefeld Pinguine wollen mit Volldampf in die Zukunft

Die Planungen beginnen : Pinguine wollen mit Volldampf in die Zukunft

Wenn die Rettung des DEL-Standortes abgeschlossen ist, sollen die Weichen für sportlich erfolgreichere Zeiten gestellt werden.

Der 17. November 2019 ist für das Krefelder Eishockey ein geschichtsträchtiger Tag gewesen. Zum ersten Mal seit Bestehen der Deutschen Eishockey-Liga demonstrierten die Anhänger des KEV zusammen mit lebenden Legenden wie Karel Lang, Christian Ehrhoff und Uwe Fabig vor dem Heimspiel gegen Augsburg mit einem Fan-Marsch für den Erhalt des DEL-Standortes Krefeld. Anschließend erlebten sie in der Yayla-Arena beim 7:4-Sieg gegen Augsburg ein Schützenfest. Nach diesem deutlichen Zeichen von Fans und Mannschaft, dass Krefeld in der DEL bleiben muss, warteten alle gespannt auf den darauffolgenden Dienstag, an dem sich die Gesellschafter der KEV Pinguine Eishockey GmbH trafen und über die Zukunft entscheiden wollten. Doch stattdessen begann ein langes Zittern um die Rettung der Pinguine. Nach nun zehn Wochen des Bangens und Hoffens sind der leidenschaftliche Kampf der Fans und das große Engagement der Verantwortlichen im Hintergrund belohnt worden. Das alles war nicht nur für die Profiabteilung wichtig, sondern für das gesamte Krefelder Eishockey.

Es ist schwer, einen Schlussstrich unter der Auseinandersetzung mit der Energy Consulting Europe und Mikhail Ponomarev zu ziehen. Denn es ist unnötig viel Porzellan zerschlagen worden und dadurch ein Imageschaden entstanden. Doch so schnelllebig wie der Profisport ist, so schnell muss auch der Blick nach vorne gerichtet werden. Wie nach unnötigen Niederlagen heißt es auch hier, Mund abwischen und weiter.

Doch wie geht es jetzt weiter? Die Planungen für die neue Eiszeit an der Westparkstraße begannen bereits am Dienstag. Zeit, bis die neuen Investoren und Gesellschafter offiziell an Bord sind, besteht nicht. „Es werden andere Leute die Pinguine in Zukunft anführen“, sagte Dirk Wellen. Für den Vorsitzenden des Crefelder HTC bleibt nach eigener Aussage Feldhockey sein Steckenpferd, das auch weiterhin der Schwerpunkt seiner finanziellen Unterstützung sein wird. Als Wegbereiter für die neue Gesellschafterstruktur und eine bessere sportliche Zukunft kann und sollte er sich auch aus der zweiten Reihe positiv einbringen. Denn er macht kein Geheimnis daraus, dass in der Vergangenheit auch einiges falsch gelaufen ist. Und er weiß, dass mit dem aktuellen Etat kaum noch ein Blumentopf zu gewinnen ist: „Man muss mindestens sechs bis sieben Millionen Euro haben.“ Und glaubt man den Insidern im Hintergrund, sollen diese Summen in Zukunft in Krefeld auch nicht unrealistisch sein. So kann verhindert werden, dass es in einem Jahr gegen Ende der Hauptrunde in den DEL-Stadien bei den Gastspielen der Pinguine zum sechsten Mal in Folge von den Rängen schallt: „Und schon wieder keine Play-offs KEV.“ Zumal es dann auch erstmals gegen den Abstieg geht.

Besonders die personellen Planungen müssen blitzschnell beginnen. Den Rettern liegt viel daran, dass Matthias Roos den Pinguinen erhalten bleibt. Der ist momentan noch in seiner Doppelfunktion als Geschäftsführer und Sportdirektor gefordert und um diesen Doppeljob nicht zu beneiden. Er konnte in der Vergangenheit nicht mit Sponsoren und Spielerberatern verhandeln. Vom Stammpersonal besitzen nur Daniel Pietta, Martin Schymainski und Torsten Ankert Verträge über die Saison hinaus. Dazu sind einige junge Spieler an die Pinguine gebunden. Auf der Liste der Spieler, die bleiben sollen, stehen Torwart Jussi Rynnäs, Torjäger Chad Costello sowie die Stürmer Grant Besse, Vinny Saponari und Laurin Braun ganz oben. Auf jeden Fall muss in die neue Abwehr investiert werden. Hier befindet sich schon lange die Achillessferse der Mannschaft. Auch die Suche nach mehr Kontingentspielern, die als echte Verstärkungen bezeichnet werden können, kann mit einem höheren Etat gelingen.