Krefeld Pinguine: Wagener und Ertürk wollen Pinguine retten

Bewegung in der Finanzkrise : Wagener und Ertürk wollen Pinguine retten

Die beiden Unternehmer wollen die Anteile von Schulz an der Pinguine Eishockey GmbH übernehmen.

Gerald Wagener ist ein Fan der Krefeld Pinguine und fiebert fast bei jedem Heimspiel auf der Tribüne mit. Seit Jahren ist der 53-jährige Unternehmer im Gespräch, wenn der DEL-Club wirtschaftliche Probleme hat und sorgte oft schon für finanzielle Unterstützung. Jetzt, wo die Lage so bedrohlich ist wie selten zuvor und das Aus droht, ist er grundsätzlich bereit, die Anteile (48 Prozent) von Wolfgang Schulz an der KEV Pinguine Eishockey GmbH zu übernehmen. Das bestätigte der Aufsichtsratschef am Sonntag gegenüber unserer Zeitung: „Ich würde mich über das Engagement von Herrn Wagener freuen. Er hat mir aber gesagt, dass er das nur tun würde, wenn Herr Ponomarev raus ist.“ Schulz erklärte weiter, dass auch SPD-Ratsherr Mustafa Ertürk seine Anteile übernehmen will: „Ich werde mich mit ihm treffen.“ Der 46-Jährige war auch beim Spiel gegen die DEG im Stadion. Der selbstständige Bankkaufmann ist auch Aufsichtsratsmitglied beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen und ein enger Vertrauter von Mikhail Ponomarev.

Wagener steht in Kontakt zum russischen Energie-Unternehmen Rosnet, dessen Firmenlogo die Farben Schwarz und Gelb ziert und eine Tochter des Energieversorgers Gazprom ist. Rosnet soll bereits vor zweieinhalb Jahren bei den Pinguinen im Gespräch gewesen sein, als das Unternehmen in Deutschland eine große Tankstellenkette übernehmen wollte. Wagener verfügt im Sport und in der Wirtschaft über ein sehr gutes Netzwerk. Er gehört dem Aufsichtsrat der Basketball-Abteilung des FC Bayern München und einer großen Lebensmittelkette an.

Weiter unklar ist, was mit den Anteilen (46 Prozent) von Ponomarev passiert. Wagener, der auch russisch spricht, hat laut Schulz zu dem KFC-Chef Kontakt aufgenommen, will sich aber noch bedeckt halten. Schulz sagte dazu: „Ich weiß, dass Herr Ponomarev eine viel zu hohe Summe verlangt hat.“ Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos hat für den 19. November zu einer Gesellschafter-Versammlung eingeladen. Ob es bis dahin zu einer Einigung mit Ponomarev kommt, ist momentan nicht zu erwarten. Schulz erklärte, dass bis Januar alle Zahlungen geleistet werden könnten, falls die Zuschauerzahl stabil bleibe. Spätestens Mitte Dezember müsse feststehen, ob die Saison zu Ende gespielt und im Februar die Lizenz für die neue Spielzeit beantragt werden könne. Schulz hat für nächste Woche ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister angekündigt.

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