Krefeld Pinguine: Wagener bestätigt seinen Rettungsversuch

Gesellschafter-Versammlung einberufen : Wagener bestätigt seinen Rettungsversuch

Der Krefelder Unternehmer verhandelte mit den Gesellschaftern Schulz und Ponomarev über die Übernahme ihrer Anteile. Mit dem KFC-Chef konnte er sich nicht einigen. Roos traf Ponomarev beim Spiel zwischen MSV und KFC

Die Fans der Pinguine machen sich weiter große Sorgen um den Erhalt des DEL-Standortes Krefeld. Die jüngsten Presseberichte sorgten zusätzlich für Irritationen. Der Unternehmer Gerald Wagener distanzierte sich bei Facebook von der Berichterstattung in der Montagsausgabe der RP. So entstand der Eindruck, dass er gar nicht bereit ist, die Pinguine zu unterstützen.“

Auf die Frage unserer Zeitung, ob er grundsätzlich bereit ist oder war, die Anteile von Wolfgang Schulz und Mikhail Ponomarev zu übernehmen, antwortete er am Mittwoch: „Ich war es. Ich habe beiden Gesellschaftern ein Angebot gemacht. Herr Schulz war verhandlungsbereit, Herr Ponomarev nicht. Beide Herren haben sich sehr professionell verhalten. Da für meine Partner und mich nur ein Gesamtdeal von Interesse war, hat sich das Thema erledigt.“ Warum es zu keiner Einigung gekommen ist, begründete er wie folgt: „Ich kenne die Entscheidungsgründe von Mikhail Vladimirovich Ponomarev nicht, es ist aber auch irrelevant. Es sind seine Shares und es ist seine unternehmerische Entscheidung, was er wann damit tut. Das habe ich zu respektieren.“ Für Wagener, der seit 14 Jahren regelmäßig die Heimspiele der Pinguine verfolgt und auf der Tribüne mitfiebert, ist bei der Berichterstattung der Eindruck entstanden, er würde gemeinsam mit SPD-Ratsherr Mustafa Ertürk die Pinguine retten wollen. Beide Interessenten zeigten aber unabhängig voneinander Interesse an den Anteilen.

Wie die RP berichtete, will sich Aufsichtsratschef Schulz in der kommenden Woche mit Oberbürgermeister Frank Meyer treffen. Der OB bat die Pinguine zwischenzeitlich darum, ihm ihre aktuelle Lage darzustellen. Danach will er laut Schulz entscheiden, ob er helfen kann.

Mittlerweile wurde den Gesellschaftern der KEV Pinguine Eishockey GmbH die Einladung zur Gesellschafter-Versammlung am 19. November zugestellt. Um sicher zu gehen, dass auch Ponomarev eine Einladung erhält, war Matthias Roos am Montag in Duisburg beim Drittligaspiel zwischen MSV und KFC. Auf Einladung von Ralf Pape, Sponsor der Füchse Duisburg und des MSV, wurde der Geschäftsführer in Papes VIP-Loge eingeladen. In der Halbzeitpause ging Roos an den Tisch, wo Ponomarev und seine rechte Hand Nikolas Weinhart saßen und überreichte ihm den Brief mit der Einladung. „Ich habe ihn gefragt, ob er kurz Zeit für mich hätte. Er sagte, für mich nicht und warf den Brief zu Boden. Niko Weinhart ging dann zu Siegbert Grunau, der zusammen mit Ralf Pape Inhaber einer Security-Firma ist, und bat darum, mich, aus dem VIP-Bereich zu schicken, weil Herr Ponomarev sich bedroht fühle. Grunau sagte ihm dann, er kann sich nicht vorstellen, dass ich jemanden bedrohen könnte“, erklärte Roos. Pape bestätigte am Mittwoch auf RP-Anfrage, dass er dabei war und Roos „freundlich und höflich“ auf Ponomarev zugegangen ist. Der Bitte um eine Stellungnahme zu dem unerwarteten Treffen zwischen ihm und Roos kam Ponomarev bis Redaktionsschluss nicht nach.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass bis zur Gesellschafterversammlung das Blatt sich zum Guten wendet und der Konflikt zwischen den Pinguinen und Ponomarev aus der Welt geräumt wird. Man darf gespannt sein, ob der KFC-Chef selber erscheint oder sich vertreten lässt. Roos und Schulz führen während der Deutschland-Cup-Pause weitere Gespräche mit möglichen Unterstützern.

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