Krefeld Pinguine von null auf hundert

Zurück in der Erfolgsspur : Pinguine von null auf hundert

Nach zehn Niederlagen aus elf Spielen meldeten sich die Krefelder am Wochenende im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz überraschend eindrucksvoll zurück. Hinter der wirtschaftlichen Zukunft steht weiter ein dickes Fragezeichen.

Die Krefelder Eishockey-Welt kreist zumindest sportlich wieder in der richtigen Umlaufbahn. Wie wichtig am Wochenende der „Sechser“ war, zeigt die Tabelle. Sie verhinderten den Sturz auf den letzten Platz, sind als Dreizehnter aber näher an die Pre-Play-off-Plätze herangerückt. Es grenzt schon fast an ein Wunder, mit welcher Leistung die Pinguine nach dem Trauerspiel gegen Ingolstadt im Derby gegen Düsseldorf und zwei Tage später beim Deutschen Meister Mannheim jeweils drei Punkte holten. Das ist selbst für Experten schwer zu erklären. War es das interne Meeting in der Kabine, wo Tacheles geredet wurde? War es die Aussprache zwischen Fans und Spielern? Oder war es ein Signal, dass die Mannschaft auch in der kommenden Saison in der DEL spielen wird? Wahrscheinlich trug alles zur Wende bei. Letzteres allerdings zum Großteil. „Ich bin zuversichtlich, dass sich in Krefeld bald was tun wird, um den Eishockey-Standort zu erhalten“, diktierte Daniel Pietta den Journalisten nach dem Sieg gegen die DEG in die Notizblöcken.

Auch die KEV-Fans konnten es kaum glauben, dass die Mannschaft plötzlich wieder ihr wahres Gesicht zeigen konnte. Rund 150 Fans standen am Sonntagabend an der Yayla Arena Spalier, als der Mannschaftsbus kurz nach 21 Uhr aus Mannheim zurückkehrte und feierten jeden Spieler. Das gab es zuletzt vor vier Jahren, als die Pinguine in den Pre-Play-offs an Wolfsburg scheiterten. Zu ihrer Begeisterung trug neben den beiden Siegen auch die Nachricht bei, dass es auch wirtschaftlich bald aufwärts gehen könnte. Doch das Dementi von Gerald Wagener am Montag ist für alle ein Wermutstropfen in den Freudenbecher. Geschäftsführer Matthias Roos erklärte dazu: „Ich weiß, dass es einen Kontakt zwischen Wagener und Ponomarev gab und Letzterer nicht bereit ist, seine Anteile an ihn zu verkaufen. Es macht für Wagener nur Sinn, wenn er die Anteile von Ponomarev übernehmen kann. Wir müssen jetzt abwarten, was die nächste Zeit bringt und was Ponomarev wirklich will. Nach der Gesellschafter-Versammlung in zwei Wochen wissen wir hoffentlich mehr.“ Eigentlich wollte er am Samstag in die USA fliegen und am 11. November über München zurückkehren, wo an diesem Tag ein Meeting der Sportlichen Leiter aller DEL-Clubs stattfindet. „Vielleicht fliege ich noch am Mittwoch, mal sehen, was bis dahin passiert“, sagte Roos. Das Interesse von SPD-Ratsherr Mustafa Ertürk, der auch im Aufsichtsrat des KFC Uerdingen sitzt, könne er nicht einschätzen: „Dazu kenne ich ihn zu wenig. Ich habe mit ihm nur einmal kurz bei einem Spiel mit gesprochen.“

Für Roos bleibt die finanzielle Lage weiter bedrohlich: „Vielleicht reicht das Geld von Herrn Schulz nur noch bis Weihnachten. Ich hoffe natürlich, dass die Zuschauer das Zeichen der Mannschaft für den Erhalt des Standortes anerkennen und sie weiter zahlreich unterstützt.“

Bis zum kommenden Samstag, wenn sich die Mannschaft in der Rheinlandhalle wieder zum Training trifft, können sich die Spieler erholen. Nur die beiden Nationalspieler Daniel Pietta und Alex Trivellato, der mit Italien am Turnier in Polen teilnimmt, sind weiter im Einsatz. Auch Verteidiger Phillip Bruggisser hatte eine Einladung zur dänischen Auswahl bekommen, sagte aber aus persönlichen Gründen ab.

Wie zu Saisonbeginn, geht es nach der Deutschland-Cup-Pause am Freitag, 15.11. nach Straubing, wo die Pinguine im ersten Duell mit 3:4 n.V. unterlagen. Die Tigers sind mittlerweile die Überraschungs-Mannschaft der Saison und belegen den zweiten Tabellenplatz. Zwei Tage später wiederholt sich auch das Saison-Heimdebüt, wenn die Augsburger Panther zu Gast sind.

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