Krefeld Pinguine verlieren rheinisches Derby gegen Kölner Haie

1:2-Niederlage im rheinischen Derby : Pinguine wachen in Köln zu spät auf

Die Krefelder unterlagen am Sonntagabend in Köln mit 1:2. Vor 12.236 Zuschauern zeigte die Mannschaft von Trainer Reid erst im letzten Drittel ihr wahres Gesicht. Die Haie-Fans plädierten mit Transparenten für den Standort Krefeld.

Was für ein bitteres Wochenende für die Pinguine. Nach der knappen und unglücklichen Heimniederlage gegen Nürnberg mussten sie sich auch im Derby bei den Kölner Haien mit einem Tor Unterschied geschlagen geben und verpassten so den Sprung in die Top-Ten der Tabelle. Vor 12.236 Zuschauern konnten sie allerdings nicht über 60 Minuten eine konstant gute Leistung abrufen. Erst nach dem Anschlusstreffer zu Beginn des Schlussdrittels nahmen sie das Heft in die Hand und hätten durchaus bis zum Ende der regulären Spielzeit einen Punkt verdient gehabt. So kam die Mannschaft nicht in den Genuss, gemeinsam mit ihren Fans auf dem Samba-Schiff etwas Zählbares zu feiern.

Der Eishockeytag begann für 350 KEV-Fans schon am Morgen am Uerdinger Rheinufer. Von dort aus ging es mit dem Samba-Schiff rheinaufwärts in die Domstadt. Mit an Bord war auch Martin Schymainski, der eine stimmungsvolle Anreise erlebte. Haie wurden im Rhein nicht gesichtet. Die warteten dann um 18 Uhr auf die Krefelder . Im Tor bekam wieder Dimitri Pätzold den Vorzug. „Dimi hat zuletzt gut gehalten und er kennt die besondere Derby-Atmosphäre hier in der Halle“ sagte Trainer Brandon Reid vor dem Spiel zu dieser Personalie. Etwas überraschend stand Verteidiger Mark Cundari zur Verfügung.

In der Anfangsphase wurde deutlich, dass die Kölner derzeit einen Lauf haben und mit dem Auswärtssieg am Freitag mit gestärktem Selbstvertrauen agierten. Dagegen mussten die Pinguine die bittere Niederlage gegen Nürnberg verdauen und gerieten unter Druck. Als Philip Riefers an der Kölner blauen Linie über den Puck schlug, ging Müller auf und davon und schoss Pätzold die Scheibe durch die Schoner in die Maschen (8.). Von diesem unglücklichen Gegentreffer erholten sich die Gäste nur schwer. Es dauerte bis in die Schlussphase des ersten Drittels hinein, ehe sie durch Chad Costello und Vinny Saponari zwei gute Chancen zum Ausgleich hatten. Doch Torwart Weitzmann war zur Stelle. Beim ersten Powerbreak des Spiels bekamen die KEV-Fans Gänsehaut. Denn die Hai-Fans rollten ein Transparent zur Rettung des DEL-Standortes Krefeld aus: „Krefeld ist Pflicht, stabil bleiben KEV!“

Mit einer Strafe gegen Torsten Ankert begann das zweite Drittel. Die Pinguine hielten sich mit letzter Kraft und zwei tollen Saves von Pätzold schadlos und kamen dann selbst zur ihrer zweiten Überzahl. Doch nur Jacob Lagacé kam zum Abschluss, scheiterte aber am Torwart. Auch Niklas Postel fand bei seiner guten Einschussmöglichkeit in Weitzmann seinen Meister. Sekunden später musste Saponari auf die Strafbank. Bei einem Schuss von Matsumoto fälschte Hanowski den Puck ab, der unter Pätzolds Schoner über die Linie rutschte (34.). Danach lief bei den Pinguinen bis zur zweiten Pause nicht mehr viel zusammen.

Die KEV-Fans schöpften nach diesem 20 Minuten kaum noch Hoffnung, dass bei der gemeinsamen Schiffs-Rückfahrt mit der Mannschaft ein Sieg gefeiert werden kann. Das änderte sich dann schlagartig kurz nach Wiederbeginn, als Laurin Braun von Justin Hodgman schön bedient wurde und den Anschlusstreffer erzielte. Und nur wenige Sekunden später hatten sie erneut den Torjubel auf den Lippen. Doch der Kölner Torwart verhinderte gegen Lagacé mit einer Glanzparade den Ausgleich. Die Pinguine waren danach die bessere Mannschaft und drängten mit jetzt nur noch drei Sturmreihen auf den Ausgleich. Gegen Ende des Spiels holten sie die Brechstange heraus, aber vergeblich. Auch als Torwart Pätzold 70 Sekunden vor dem Ende seinen Arbeitsplatz verließ, stemmten sich die Haie mit Mann und Maus gegen den drohenden Ausgleich.

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