Krefeld Pinguine verlieren in Iserlohn

Niederlage in Iserlohn: Ein schwarzer Freitag für die Pinguine

Nach einer schwachen Vorstellung mussten sich die Krefelder am Freitag in Iserlohn mit 2:5 geschlagen geben. Torwart Proskuryakov wurde in der 32. Minute gegen Pätzold ausgetauscht. Sonntag kommt es zum „Endspiel“ gegen Nürnberg.

Damit war wirklich nicht zu rechnen! Fehlende mentale Stärke, Leidenschaft und Kampfbereitschaft kosteten den Pinguinen im Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz drei wichtige Punkte. Es war der Tabellenletzte vom Seilersee, der die Saison noch nicht abgehakt hat und alles in die Waagschale warf, um dieses kleine Westderby zu gewinnen. Vielleicht waren die Krefelder ja auch schon mit ihren Gedanken beim „Endspiel“ am Sonntag um 17 Uhr in der Yayla-Arena gegen Nürnberg. Das galt am Freitag allerdings auch für die Ice Tigers, die auf eigenem Eis von den Grizzlys aus Wolfsburg mit 7:0 vom Eis gefegt wurden. Dadurch hat sich die Ausgangsposition für beide Teams nicht geändert, die sich im Nachhinein aber schwarz ärgern werden, dass sie gegen die Kellerkinder der Liga nicht gepunktet haben. Man darf gespannt sein, wer die Enttäuschung vom Freitag am besten verdaut hat.

Weil Ilya Proskuryakov zu seinem zehnten Einsatz für die Pinguine kam, musste ein überzähliger Kontingentspieler auf die Tribüne. Es traf etwas überraschend Kirill Kabanov. „Er braucht mal eine Pause. Wir brauchen am Sonntag gegen Nürnberg einen frischen und ausgeruhten Kabanov“, sagte Sportdirektor Matthias Roos vor dem Spiel. Adrian Grygiel kehrte nach 14-tägiger Pause aufs Eis zurück. Philip Riefers spielte wieder Verteidger. Patrik Seifert musste zuschauen. Bei den Roosters stand Dahm für den angeschlagenen Hoivonen im Tor.

Wichtig ist, dass wir von der Strafbank wegbleiben. In Nürnberg haben wir zu häufig auf der Strafbank gesessen. Auch beim Spiel hier in Iserlohn haben uns die vielen Strafzeiten einen Punkt gekostet, sagte Roos vor dem ersten Bully. Daraus wurde nichts. Nach vier Minuten musste Torsten Ankert auf die Strafbank. Bergmann hielt seinen Schläger in einen Schuss von Caporusso und lenkte den Puck ins kurze untere Eck. Vier Minuten später war bereits die nächste Strafe gegen Krefeld fällig. Phillip Bruggisser konnte Camara bei einem Konter nur noch mit einem Foul stoppen. Und auch diese Überzahl nutzten die Roosters zu einem Treffer. Trupp traf aus spitzem Winkel über Proskuryakovs Schulter in die Maschen. Bei zwei Überzahlspielen ergab sich für die Pinguine die große Chance, endlich Zugriff auf das Spiel zu bekommen und zu treffen. Doch Torwart Dahm verhinderte bei Schüssen von Berglund und Bruggisser den Anschlusstreffer. Ansonsten war das in den ersten 20 Minuten eine überaus enttäuschende Leistung der Krefelder.

Das wird auch das Thema in der Kabine gewesen sein. Die Worte des Trainers zeigten 45 Sekunden nach Wiederbeginn Wirkung. Martin Lefebvre bediente Torjäger Berglund am langen Pfosten mit einem tollen Zuspiel. Der Schwede stand völlig frei und schob den Puck ins Tor. Da machten sich zu ersten Mal die KEV-Fans, darunter eine Gruppe der Big Old Boys um Ehrenkapitän Uwe Fabig, bemerkbar, denen es im ersten Drittel total die Sprache verschlagen hatte. Die Hoffnung der Fans, ihre Mannschaft würde jetzt endlich ihr wahres Gesicht zeigen, erfüllte sich nicht. Es waren die Roosters, die weiter das Geschehen eindeutig bestimmten und innerhalb von fünf Minuten durch Treffer von Turnbull (27.) und Caporusso (32.) mit 4:1 davon zogen. Danach war der Arbeitstag für Proskuryakov beendet. Für ihn kam Dimitri Pätzold ins Tor, der gleich mit einer Großtat gegen Camara das 1:5 verhinderte. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel der zweite Krefelder Treffer, den Berglund auf Zuspiel von Costello mit einer Direktabnahme erzielte (39.).

Zeigte dieser späte Treffer vor der zweiten Pause in den Köpfen der Pinguine Wirkung? Sie überstanden zunächst den Rest einer Bankstrafe. Doch danach konnten sie die Roosters nicht entscheidend unter Druck setzen. Zu allem Übel kassierte Daniel Pietta zwei plus zehn Minuten (43.), so dass der Paradesturm nur noch in den letzten diei Minuten aufs Eis konnte. Es hagelte weitere Strafen auf beiden Seiten. Plötzlich saßen vier Pinguine und drei Roosters auf der Strafbank. Bei drei gegen drei verhinderte Pätzold mit einem Riesensave gegen Camara die Vorentscheidung. Als dann Bruggisser im gegnerischen Drittel den Puck verlor, schloss Matsumoto einen Konter zum 5:2 ab. (48.). Bis zum Spielende passierte nicht mehr viel. Die Pinguine fanden sich mit der Niederlage ab. uns ließen noch eine Überzahl ungenutzt.

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