Krefeld Pinguine verlieren in Augsburg Sekunden vor dem Ende

Deutsche Eishockey Liga : Pinguine verlieren spät in Augsburg

Die Krefelder mussten sich am Freitagabend im Auswärtsspiel gegen die Panther mit 2:3 geschlagen geben. Zweimal gab die Mannschaft von Trainer Brandon Reid eine Führung aus den Händen und war am Ende ein verdienter Verlierer.

Das tut weh! 77 Sekunden vor Spielende kassierten die Pinguine am Freitagabend im Auswärtsspiel gegen die Augsburg Panther beim Stande von 2:2 ihren dritten Gegentreffer und mussten ohne Punkt die lange Heimreise an den Niederrhein antreten. Zweimal waren die Krefelder vor 4848 Zuschauern in Führung gegangen, konnten sich aber nicht entscheidend in die Erfolgsspurt bringen. Im letzten Drittel ließen sie sich von den bissigen Panthern den Schneid abkaufen.

Was sich diese Woche beim Training angedeutet hatte, war dann kurz vor Spielbeginn auch auf dem Spielberichtsbogen zu erkennen. Philip Riefers, der als gelernter Stürmer in den vergangenen Wochen als Verteidiger überzeugte, rückte wieder in den Angriff und ersetzte in der zweiten Reihe den leicht angeschlagenen Vinny Saporani. Der Amerikaner saß neben Travis Ewanyk auf der Tribüne, der als weiterer überzähliger Stürmer nicht zum Kader gehörte. Verteidiger Alex Trivellato wechselte sich mit Patrick Seifert an der Seite vonJames Bettauer ab. Youngster Philipp Kuhnekath rückte in den dritten und Greger Hanson in den vierten Sturm. Bei den Hausherren kehrten die zuletzt verletzen Haase ud Gill zurück. So konnten die Panther ebenfalls sieben Verteidiger und 12 Stürmer aufbieten.

„Wir dürfen in den ersten fünf Minuten keinen Treffer kassieren und müssen einfach spielen“, sagte Trainer Brandon Reid vor dem Spiel. Das befolgten die Spieler sehr akribisch. Das Einfach-Spielen übertrieben sie, denn nach zehn Minuten standen für sie bereits vier Befreiungsschläge zu Buche.

Die Chance zur Führung ergab sich für die Gäste in Überzahl. Doch kein einziger Torschuss sprang dabei heraus. Trotzdem erzielten die Pinguine wenig später zur Freude ihrer 40 mitgereisten Fans den ersten Treffer. Nach einem Schuss von Kapitän Phillip Bruggisser, der für das Länderspiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Polen nominiert wurde, staubte Martin Schymainski mit der Rückhand eiskalt ab (14.). Die Panther hatten bis zur ersten Pause keine hochkarätige Einschussmöglichkeit. So hatte Torwart Patrick Klein leichtes Spiel, seinen Kasten sauer zu halten.

Die Panther kamen nach der Pause mit deutlich mehr Biss aus ihrem Käfig. Krefelds Torwart Klein verhinderte gegen Holzmann und White den Ausgleich. Durch zu vielen Spielern auf dem Eis brachten sich die Pinguine dann selber in Unterzahl. Und weil sie White rechts vor dem Tor aus den Augen verloren, kam der Augsburger Stürmer frei zum Schuss und traf ins Schwarze. Verteidiger Torsten Ankert hatte beim Versuch, den Schuss zu blocken, Torwart Klein etwas die Sicht versperrt.

Die Krefelder schockte der Gegentreffer nicht, im Gegenteil. Philip Riefers stand nach Zuspiel von Daniel Pietta völlig frei und traf mit einem platzierten Schlagschuss zum 2:1 (31.). Dann überstanden die Krefelder eine Strafe gegen Jakob Berglund. Doch als der Schwede gerade wieder aufs Eis zurückkehrte, glich Fraser mit einem tollen Schuss aus.

Auch im Schlussdrittel erwischten die Augsburger den besseren Start. Zunächst bot ihnen in Überzahl die Chance zur Führung. Doch Torwart Klein zwar zweimal glänzend postiert. Sie machten weiter Druck. Torjäger White lief alleine auf Klein zu, scheiterte aber am Krefelder Schlussmann (47.). Trainer Reid nutzte das erste Powerplay des Drittels, um seine Spieler wieder auf Kurs zu bringen. Doch sie bekamen keine richtigen Zugriff mehr auf das Spiel. Die Panther zeigten mehr Biss und Siegeswillen. Das wurde 77 Sekunden vor dem Ende durch den zweiten Treffer von White belohnt. Die Pinguine nahmen ihre Auszeit und Torwart Klein aus dem Tor. Doch die Panther ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

„Wir haben uns zu viele Fehler geleistet. So kurz vor Schluss hätten wir uns den Konter nicht mehr einfangen dürfen. Ich bin natürlich stolz, dass ich heute 700 Mal in der DEL gespielt habe, aber drei Punkte und nur 200 Spiele wären mir lieber gewesen“, sagte Krefelds Stürmer Daniel Pietta nach seinem Jubiläums-Spiel.