Krefeld Pinguine: Verletzung von Daniel Pietta trübt grandioses Saisonfinale

5:4-Sieg nach Verlängerung gegen Augsburg : Pietta-Verletzung trübt grandioses Saisonfinale der Pinguine

Die Krefelder drehten in ihrem letzten Saison-Heimspiel gegen Augsburg nach einem 1:4-Rückstand das Spiel und siegten nach Verlängerung 5:4. Daniel Pietta lag in der Schlussphase nach einem Bandencheck benommen auf dem Eis.

Die letzten 20 Minuten der DEL-Jubiläumssaison der Pinguine werden die KEV-Fans, die am Tulpensonntag unter den 4730 Zuschauern in der Yayla-Arena waren, so schnell nicht vergessen. Trotz eines 1:4-Rückstands gegen Augsburg bewies die Mannschaft von Trainer Brandon Reid mal wieder ihren guten Charakter und ihre Leidenschaft, womit sie ihren Anhängern in vielen Punktspielen Freude bereitete. Die Schwarz-Gelben wurden nach dem 5:4-Sieg nach Verlängerung mit Standing Ovations gefeiert. Getrübt wurde das grandiose Finale allerdings durch die Verletzung von Daniel Pietta. Gut 600 KEV-Fans versammelten sich nach Spielende auf dem Eis und ließen dort bis 18 Uhr mit Trainern und Spielern die Eiszeit ausklingen. Auch wenn es nur zu Platz elf reichte, stehen unterm Strich einige positive Dinge zu Buche, auf die im Sommer aufgebaut werden muss. In dieser Woche beginnen die Verantwortlichen mit einer umfangreichen Analyse und werden Abschlussgespräche mit den Spielern führen.

Obwohl es für die Pinguine nur noch um die Ehre ging, ließen sich ihre ganz treuen Fans das letzte Gefecht nicht nehmen. Auch der Derbysieg in Düsseldorf und das nasskalte Wetter leisteten ihren Beitrag dazu, dass sich einige Fans gegen Karneval und für Eishockey entschieden. Aus Augsburg trafen vor dem Spiel drei Fan-Busse auf der Westparkstraße ein. Schließlich ging es für die Panther darum, den dritte Tabellenplatz zu verteidigen, der zur Teilnahme an der Champions Hockey League reicht. So gut hatten sie noch nie abgeschnitten.

Die Gastgeber mussten weiter auf den verletzten Torsten Ankert verzichten. Nach dem Warm-Up meldete sich Kirill Kabanov ab, der schon in Düsseldorf grippekrank gefehlt hatte. Dafür war Jacob Berglund wieder dabei. Es entwickelte sich ein munteres Match, weil beide Teams auf Offensive setzten. Für die Schwarz-Gelben standen am Ende des ersten Drittels zwar mehr Torschüsse zu Buche, doch die Panther führten mit 2:1. Schlitzohr Tim Miller hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (14.). Der zweiter Treffer der Gäste fand erst nach Videobeweis seine Anerkennung.

53 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, da saß Pietta auf die Strafbank. Das nutzten die Panther zum 3:1. Die Krefelder drängten kurz auf den Anschlusstreffer, mussten aber in der 28. Minute den nächsten Treffer hinnehmen. Trainer Reid schickte Ilya Proskuryakov unter Pfiffen der KEV-Fans ins Tor. Dimitri Pätzold wurde gefeiert, der bei seinem letzten Saisoneinsatz einige unglückliche Szenen hatte. Schade, dass Trainer Reid Patrick Klein nicht auf die Bank gesetzt hatte. Für ihn und die Fans wäre es sicher sehr schön gewesen, wenn der Torwart vor seinem Abschied von Krefeld noch einmal zum Einsatz gekommen wäre. Bis zur zweiten Sirene hatte Philip Riefers zwei Großchancen zum Anschlusstreffer. Aber er scheiterte jeweils an Torwart Roy.

Die Pinguine kehrten zu ihren letzten 20 Minuten der Saison mit viel Biss aufs Eis zurück. Sie wollten sich nicht mit einer Klatsche von den Fans verabschieden. Der Lohn war ein schön herausgespielter Treffer von Chad Costello (44.). Die Hausherren blieben am Drücker. Martin Schymainski vergab das 3:4. Dann kamen die Pinguine zu ihrer zweiten Überzahl, die sie nicht nutzen konnten.

Auch die beiden Trainer, wie hier Brandon Reid mischten sich bei der Abschlussparty auf dem Eis unter die Fans und standen für Autogramm und wie hier für Fotos gerne zur Verfügung. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Jacob Berglund war mit seinen beiden Treffern am Ende der gefeierte Held. „Jacob, du bist ein Krefelder“, skandierten die Fans bei der Abschlussparty. Doch der Abschied des Toptorjägers dürfte sich nicht verhindern lassen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Doch dann wurde Pietta von Holzmann an der Bande förmlich gefällt. Der Augsburger wurde natürlich unter die Dusche geschickt. Vinny Saponari staubte nach einem Schlagschuss von Philipp Bruggisser eiskalt ab. Danach konnten die Pinguine eine doppelte Überzahl nicht zum Ausgleich nutzen. Bei einem Bully links vor dem Panther-Käfig zog Berglund sofort ab und traf durch die Beine von Torwart Roy zum Ausgleich in die Maschen. Der Schwede krönte seine herausragende Spielzeit in der Verlängerung mit seinem 32. Treffer. Dabei tanzte er die Augsburger „Puppen“ aus und ließ Torwart Roy 37,7 Sekunden vor dem Ende keine Abwehrchance.

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