Krefeld Pinguine: So spielen die Pinguine den KöPa leer

Krefeld Pinguine : So spielen die Pinguine den KöPa leer

Die Krefelder boten gegen Straubing das wohl schlechteste Heimspiel ihrer DEL-Geschichteund unterlagen mit 0:3. Nach dem schnellen Rückstand lief bei den Schwarz-Gelben nicht mehr viel zusammen.

Mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Fritzmeier-raus-Rufen" quittierten die KEV-Fans die desolate Vorstellung ihrer Mannschaft gegen die Straubing Tigers. Die Pinguine ließen vor 3239 Zuschauern alles vermissen, was eine Heimmannschaft in einem Duell gegen einen direkten Konkurrenten um einen Play-off-Platz aufs Eis bringen muss und unterlagen völlig verdient mit 0:3. Der schnelle Rückstand nach bereits 67 Sekunden wirkte in den Köpfen der Spieler wie eine Blockade. Das war für langjährige Zuschauer an der Westparkstraße gefühlt das wohl schlechteste Heimspiel der Krefelder DEL-Geschichte. So spielt man den König-Palast leer. Zum Glück folgen jetzt erstmal in Wolfsburg, Bremerhaven und Iserlohn drei Auswärtsspiele in Folge, ehe Sonntag in einer Woche Adler Mannheim zu Gast ist.

Am Morgen hatte Daniel Pietta beim Abschlusstraining gefehlt. Das sorgte bei Franz Fritzmeier sogar für Erleichterung. Denn der Stürmer war auf dem Weg ins Krankenhaus, wurde am Nachmittag Vater eines gesunden Jungen (Henry) und erschien somit noch rechtzeitig zum Spiel. Der Trainer entschied sich wie erwartet für die Variante mit sieben Verteidigern und elf Stürmern. Und Papa Pietta fuhr in der vierten Sturmreihe Doppelschichten.

Die Gäste traten trotz drei verletzter Spieler mit einem kompletten Aufgebot an. Mit dem überraschenden Erfolg von Berlin im Rücken erwischten sie einen Start nach Maß. Vom Auftaktbully weg setzten sie sich im Krefelder Drittel fest und erzielten bereits nach 67 Sekunden durch Conolly die Führung. Das war natürlich pures Gift für die Pinguine. Bei ihrer ersten Überzahl hatte Kyle Klubertanz Pech mit einem Lattenknaller. Die Tigers blieben bis zur ersten Pause das bessere Team, weil sie mehr Einsatzwillen zeigten und mehr Zweikämpfe gewannen. Die Pinguine waren viel zu weit weg von den Gegenspielern. So wie in der 16. Minute beim zweiten Treffer der Straubinger durch Williams (16.). Pietta und Kretschmann tauschten danach die Reihen.

21 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da lag der Puck schon im Krefelder Tor. Doch die Gastgeber hatten großes Glück, dass bei der Aktion ein Torpfosten aus der Verankerung gerutscht war. Auf eine Leistungssteigerung ihrer Mannschaft warteten die KEV-Fans vergeblich. Die erste klare Torchance der Schwarz-Gelben vergab Pietta, der an Torwart Pätzold scheiterte (26.). Die Gäste waren bis zur zweiten Pause einem Treffer näher als die Pinguine. Nur der Pfosten verhinderte das 3:0 (35.). Das fiel dann aber, als Kyle Sonnenburg zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, durch Hedden (40.).

Zu Beginn des Schlussdrittels bestand für kurze Zeit noch ein wenig Hoffnung auf eine Wende. Denn die Pinguine waren für 30 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch der ersehnte Treffer fiel nicht, weil die Aktionen der Schwarz-Gelben gegen das schwächste Unterzahlteam der Liga verkrampft und überhastet wirkten. Die Tigers hatten bis zum Schluss ziemlich leichtes Spiel, ihren wichtigen Auswärtssieg über die Zeit zu bringen. Mike Collins hatte noch eine gute Einschussmöglichkeit, doch Pätzold war zur Stelle. Auch bei ihren letzten beiden Überzahlsituationen des Spiels gelang nicht mal mehr der Ehrentreffer.

Während die Fans auf der Nordtribüne Galgenhumor bewiesen und das Team in der Schlussphase anfeuerten, waren von den übrigen Rängen viele Pfiffe zu hören, besonders nach der Schlusssirene.

(RP)