Krefeld Pinguine sind die Schießbude der Liga

Abwehr bleibt das Problem : Pinguine sind die Schießbude der Liga

Keine andere Mannschaft kassierte in der DEL nach 25 Spieltagen so viele Gegentore wie die Krefelder. Das ist eine Frage der Qualität oder des Spielsystems. Alle Gesellschafter der GmbH wollen zum Notartermin erscheinen.

Wenn einer im Lager der Krefeld Pinguine am Montag wenigstens ein stückweit zufrieden sein konnte, dann Martin Schymainski. Schließlich feierte er am Freitag gegen München früher als erwartet sein Comeback, und dann gelang ihm am Sonntag in Wolfsburg gleich der erste Saisontreffer. „Es war sehr aufregend für mich, endlich wieder zu spielen. Ich habe mich gut gefühlt und konnte mich gut in die Mannschaft einfügen. Schade, dass wir keine Punkte geholt haben, das knabbert. 24 Punkte nach 25 Spielen sind definitiv zu wenig. Da müssen wir ehrlich zu uns sein. Man muss da ganz klar den Tatsachen ins Auge schauen. Mit dieser Punktausbeute wird das nichts mit den Pre-Play-offs“, sagte er nach der 2:3-Niederlage bei den Grizzlys. Die Flinte ins Korn wirft er aber noch nicht: „Gut ist, dass erst knapp die Hälfte der Spiele vorbei ist, noch gibt es genügend Punkte zu holen. Dafür müssen wir aber auch mal eine Serie starten und vier oder fünf Spiele am Stück gewinnen. Man sagt ja immer, harte Arbeit wird belohnt. Wenn wir an das zweite und dritte Drittel vom Spiel gegen Wolfsburg anknüpfen, werden wir vielleicht auch belohnt.“

Tatsache ist, dass die Pinguine jetzt mit 89 Gegentreffern die Schießbude der Liga sind. Woche für Woche predigen Trainer und Spieler, dass die Defensive deutlich besser werden muss. So auch am Sonntag. „Du kannst nicht immer vier oder fünf Tore schießen, um zu gewinnen. Offensiv haben wir immer unsere Chancen, defensiv müssen wir besser werden und die individuellen Fehler abstellen. Wir dürfen unsere Gegner nicht immer wieder zum Toreschießen einladen“, sagte Daniel Pietta, der am Montag 33 Jahre alt wurde.

Auch wenn am Mittwoch nach dem Heimspiel gegen Angstgegner Bremerhaven (19.30 Uhr) erst die Hälfte der 52 Hauptrundenduelle vorbei sind, besteht derzeit kaum Hoffnung, dass die Punktausbeute in der zweiten Hälfte besser wird. Denn die Abwehrprobleme zogen sich bisher wie ein roter Faden durch die Saison. Offensichtlich fehlt den Pinguinen ein Nummer eins und zwei Verteidiger, was in erster Linie dem geringen Etat geschuldet ist. Bleibt die Frage, ob die Qualität des vorhandenen Personals für die Defensive ausreicht, um die Pre-Play-offs zu erreichen. Wahrscheinlich nicht. Oder liegt es am System, das nicht zu der fehlenden Qualität passt?. Denn die Abwehrarbeit fängt schon im gegnerischen Drittel an. „Wir kassieren über die Saison gesehen zu viele Gegentore, weil wir als Mannschaft zu offensiv denken. Gegen Schwenningen ist das gut gegangen, München bestraft das. Wir müssen als Mannschaft besser defensiv spielen“, sagte Matthias Roos am Montag. Der Sportdirektor sieht durchaus die Gefahr, das Saisonziel sehr früh aus den Augen zu verlieren: „Gegen Bremerhaven brauchen wir die Punkte, sonst verlieren wir den Anschluss. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Wir müssen aus einer sicheren Defensive spielen und von der Strafbank wegbleiben.“

Für Roos spielt die Unruhe im Umfeld mit eine Rolle für zu viele Niederlagen: „Wenn wir die wirtschaftlich schwierige Situation nicht hätten, würden wir jetzt sicher vor Augsburg und Wolfsburg stehen. Wir haben sehr viele Spiele mit einem Tor verloren, wo die Spieler vielleicht nicht zu 100 Prozent fokussiert waren. Null Punkte am Wochenende ist sicher zu wenig. Gegen München haben wir ein gutes erstes Drittel gespielt. Es hätte nicht 2:2, sondern 3:1 stehen müssen. Im 2. Drittel hat München seine Klasse ausgespielt. Nach dem 5:6 von Costello war ich fest davon überzeugt, dass wir das Spiel noch gewinnen werden. Das siebte und achte Gegentor war dann unglücklich. In Wolfsburg haben wir über 60 Minuten gut gespielt, aber nur zwei Tore erzielt, das ist zu wenig.“

Ob es im Umfeld ruhiger wird, entscheidet sich wahrscheinlich am kommenden Montag beim festgelegten Notartermin. Alle Gesellschafter haben ihr Erscheinen angekündigt, was zunächst mal positiv zu bewerten ist.