Krefeld: Pinguine setzen gegen Düsseldorfer EG Zeichen für die Zukunft

Der Bann ist gebrochen : Pinguine setzen Zeichen für die Zukunft

Mit einer tollen Leistung und einem Heimsieg im rheinischen Derby gegen die DEG leisteten die Krefelder am Freitag vor ausverkauften Rängen einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des DEL-Standortes. Sonntag in Mannheim zu Gast.

Für ein paar Stunden war an Allerheiligen die Eishockey-Welt in Krefeld wieder in Ordnung. „Derbysieg, Derbysieg“, schallte es nach dem 4:3-Sieg der Pinguine gegen die Düsseldorfer EG von den Rängen. Mit Kampf und Leidenschaft meldete sich die Mannschaft von Trainer Brandon Reid nach dem absoluten Tiefpunkt gegen Ingolstadt zurück und setzte gemeinsam mit der großartigen Unterstützung der KEV-Fans im Rücken in der ausverkauften Yayla-Arena ein eindrucksvolles Zeichen für den Erhalt des DEl-Standort. In einem packenden Duell steckten die Schwarz-Gelben einen frühen Rückstand gut weg und erinnerten mit ihrer Leistung an die guten Auftritte zu Saisonbeginn. Am Sonntag geht die Reise bereits um 7 Uhr nach Mannheim, wo um 14 Uhr die Adler auf die Pinguine warten. Um 9 Uhr macht der Teambus Halt in der Sportschule Hennef, wo sich die Spieler bei einem Brunch für das schwere Auswärtsspiel stärken.

Auch wenn die Pinguine zuletzt nicht gerade Werbung für das Derby gemacht hatten, lockte das erste Saisonheimspiel gegen den rheinischen Rivalen doch mehr Zuschauer an als erwartet. Dazu trug natürlich auch der Feiertag und die frühe Bullyzeit bei. Bereits um 15.55 Uhr meldeten die Pinguine ausverkauft. Damit waren seit Eröffnung der Arena im 400. DEL-Heimspiel zum 20. Mal alle Plätze besetzt. Wie nach der Aussprache zwischen Fans und dem erweiterten Mannschaftsrat angekündigt, sorgten die KEV-Fans schon beim Warmmachen für lautstarke Unterstützung der Schwarz-Gelben. Bei der Start-Aufstellung sorgten die Fans nach langer Zeit mit Wunderkerzen für Gänsehaut-Atmosphäre. Die war aber schnell verflogen, weil die Düsseldorfer bereits nach 89 Sekunden in Führung gingen. Die KEV-Fans befürchteten schon ein Waterloo. Doch die Gastgeber erholten sich schnell von diesem Rückstand. Niklas Postel (5.) und Chad Costello (7.) prüften Torwart Hane, der den Vorzug vor Stammkeeper Niederberger erhalten hatte. Die Pinguine überstanden eine Strafe gegen Mark Cundari . Dann verhinderte Torwart Jussi Rynnäs gegen Bukarts das 0:2 (14.). Drei Minuten später konnten die KEV-Fans endlich jubeln. Philipp Kuhnekath überraschte Torwart Hane am kurzen Pfosten mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Kurz darauf musste ein Düsseldorfer in die Kühlbox. Dabei sorgte Grant Besse mit einem abgefälschten Schuss für die Führung.

Das zweite Drittel begann für die Krefelder mit einem Schock. Daniel Pietta verschwand nach einem hohen Stock von Gardiner in der Kabine, kehrte aber nach kurzer Zeit zurück. Der Sünder musste für vier Minuten auf die Strafbank. Zusätzlich waren die Gastgeber 54 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch sie konnten die große Chance nicht zum dritten Treffer nutzen. Stattdessen ließ sich Jacob Lagacé vor dem eigenen Tor von Nehring die Scheibe abluchsen, der ohne Mühe den Ausgleich erzielte. Das Entsetzen auf den Rängen war riesengroß. Zum Glück bügelte Phillip Bruggisser nur 36 Sekunden später bei der restlichen Überzahl den Patzer mit einem platzierten Schuss ins lange Eck wieder aus (26.). Bis zur zweiten Pause entwickelte sich ein packender Schlagabtausch mit Torchancen auf beiden Seiten. Cundari nutzte seine nach toller Vorarbeit zum 4:2 (39.). Aber 51 Sekunden später und 51 Sekunden vor der Pause sorgte, Zanetti, die Nummer 51 der DEG für den Anschlusstreffer.

Im Schlussdrittel knisterte es in der Arena nur so vor Spannung. Zwei Minuten nach Wiederbeginn vergab Nehring eine Großchance zum Ausgleich. Die Pinguine drängten bei zwei weiteren Überzahlspielen auf die Vorentscheidung. Pech hatte Saponari, als der Puck knapp am langen Pfosten vorbei rutschte. Pietta lenkte die Scheibe gegen die Maske von Torwart Hane. Danach entwickelte sich ein dramatischer Endspurt. 108 Sekunden vor dem Ende nahm DEG-Coach Kreis Torwart Hane vom Eis. Mit aller Kraft stemmten sich die Pinguine gegen den drohenden Ausgleich. Zweimal war es Jussi Rynnäs, der glänzend zu Stelle war. „Oh wie ist das schön“, schallte es bei der Ehrenrunde von den Rängen. Pietta nahm sich das Mikro und sagte: „Danke für die Unterstützung. Ihr habt uns gepuscht, damit wir das Derby gewinnen konnten.“ Danach kannte der Jubel keine Grenzen. Torwart Rynnäs war nicht zu halten und feierte mehrmals mit den Fans der Nordtribüne.

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