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Krefeld Pinguine: Sergey Saveljev setzt Trainer Clark Donatelli unter Druck

Nach 4:6, 2:6 und 0:6 : Sergey Saveljev setzt Pinguine-Trainer Clark Donatelli unter Druck

Der Sportliche Leiter der Pinguine sieht nach der Pleite gegen Köln einen erheblichen Gesprächsbedarf mit Trainer und Spielern. Torwart Quapp erhält eine Pause. Braun soll gegen Mannheim auflaufen, Bergström am Wochenende.

Entsetzen machte sich breit, als die KEV-Fans unter den 4033 Zuschauern am Freitagabend nach der 0:6-Pleite gegen die Kölner Haie die Yayla-Arena verließen. 4:6, 2:6, 0:6 ist eigentlich eine Dreisatz-Niederlage im Tennis, anstatt die Ergebnisse der ersten drei Punktspiele der Pinguine. Die Fans nahmen es im Schlussdrittel mit Humor und sangen den Song der Band „Geier Sturzflug“: „Eins kann mir keiner nehmen, und das ist die pure Lust am Leben.“

Die pure Lust am Eishockey ist selbst einigen der ganz treuen Anhänger bereits jetzt vergangen. Die Pinguine befinden sich schon wieder im Sturzflug. Mit der Art und Weise, wie die ersten drei Duelle verloren gingen, war vor dem Start auch bei aller Skepsis nicht zu rechnen. Auf dem Papier muss vom neuformierten Team deutlich mehr erwartet werden. Papier ist zwar geduldig, doch es müssen schnell Taten und Beweise folgen, dass die Mannschaft das Zeug besitzt, den Abstieg verhindern zu können.

Auch Sergey Saveljev war Freitag  entsetzt: „Das war ein echt schlechtes Spiel von uns. Das kann nicht sein. Da darf es keine Ausreden geben“, sagte er am Samstag. Er wisse nicht, was dem Team fehle: „Die Spieler haben gekämpft. Ich werde mich daher auch vor sie stellen. Aber ich werde sie fragen, warum so viele individuelle Fehler passieren, die gegen Köln zu fünf Gegentoren führten.“ Aber auch dem Cheftrainer Clark Donatelli wolle er Fragen stellen: „Warum mischt er nach dem ersten Gegentor alles und spielt nur mit drei Reihen? Gegen Köln mit drei Reihen zu spielen, ist schwer.“

Saveljev ist weiter davon überzeugt, dass die Mannschaft viel besser ist, als sie es auf dem Eis bisher gezeigt hat: „Wir werden jetzt Gespräche führen. So ein Start kann nicht wahr sein. Es muss sich was ändern und besser werden.“ Trotz der 18 Gegentreffer nimmt er die Torhüter weiter in Schutz: „Die Abwehr darf nicht so viele Schüsse zulassen und muss bei den Abprallern besser reagieren.“ Nikita Quapp wolle er jetzt erstmal eine Pause gönnen: „Wir planen für die nächsten Spiele mit Belov und Shilin.“

Er hofft auch auf eine schnelle Rückkehr von Laurin Braun und Alexander Bergström: „Das sind für uns ganz wichtige Spieler. Laurin wird gegen Mannheim wieder dabei sein. Alex ist schon wieder auf dem Eis und kann schießen und passen. Ich rechne am kommenden Wochenende mit ihm.“ Bei Kapitän Martin Schymainski, der sich gegen Köln eine Oberkörperverletzung zuzog, rechnet er mit einem Ausfall von zwei Wochen.

Viele Fans wunderten sich am Freitag, dass Saveljev nicht mehr hinter der Bande stand. In den sozialen Netzwerken war ihm vorgeworfen worden, er habe dort in den ersten beiden Spielen für Hektik gesorgt: „Das hat nichts mit der Kritik zu tun. Ich habe beim Spiel gegen Köln mit Sponsoren gesprochen.“ Auf die Frage, ob er bei den nächsten Spielen wieder hinter der Bande steht, antwortete er: „Mal sehen. Ich habe mit den Spielern eine gute Kommunikation und kann sie motivieren. Auch bei der Kommunikation zwischen Igor und Clark kann ich helfen. Auswärts werde ich wahrscheinlich immer hinter der Bande stehen.“