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Krefeld Pinguine schieben Nikita Quapp überraschend in die Oberliga ab

Torwartwechsel bei Pinguinen : Nikita Quapp überraschend aussortiert

Der 18 Jahre alte U20-Nationaltorwart wird an den Oberligisten KEV 81 abgegeben und soll dort Spielpraxis sammeln. Damit vollziehen die Pinguine aber eine Rolle rückwärts, nachdem sie ihn fest für die DEL eingeplant hatten.

Die Krefeld Pinguine haben in dieser Woche die Weichen auf der Torhüter-Position für die nächsten Spiele gestellt. Das Trainerteam plant mit Oleg Shilin und Sergei Belov als Nummer eins und zwei. Der junge Nikita Quapp findet zunächst keine Berücksichtigung für die Spiele in der DEL.

„Nikita werden wir zum Oberligateam des KEV geben, er soll dort Spielpraxis sammeln“, sagt Torwart Trainer Igor Gross. Die Entscheidung, dass Quapp in der DEL zunächst keine Einsätze bekommt, kommt etwas überraschend. Der junge Torhüter war bis zu seiner Abreise im Dezember zum Vorbereitungslehrgang zur U20-Weltmeisterschaft regelmäßig im Spieltagskader  und kam in dieser Saison in acht Spielen ganz oder teilweise zum Einsatz. Er machte seine Sache dabei ordentlich. Bei der U20-WM stand er dann gleich im ersten Spiel gegen Finnland im Tor und zeigte  eine starke Leistung. 

Auch die Scouts aus Übersee haben  Quapp auf ihrer Liste. Der gebürtige Ravensburger wurde im Juli 2021 von Carolina Hurricans an 187. Stelle in der sechsten Runde des NHL Entry Drafts ausgewählt und darf deshalb von einer großen Karriere in der stärksten Liga der Welt träumen. Pinguine Geschäftsführer und Sportdirektor Sergey Saveljev hatte sich im Juli wie folgt dazu geäußert: „Nikita hat ein Ziel erreicht, von dem viele junge Eishockeyspieler nur träumen können. Auch für uns als Club war es ein Ziel, die Scouts der NHL auf Nikita aufmerksam zu machen und alles dafür zu tun, dass er sich bestmöglich entwickelt. Der Draft war nur ein Zwischenziel. Nikita wird nun härter denn je arbeiten müssen, um das nächste Ziel zu erreichen und sich in der DEL zu etablieren.“

Jetzt heißt es aber erst mal Oberliga für das Talent. Ob der Traum NHL weitergeht, bleibt abzuwarten.  Über Arbeit wird er sich in der Oberliga nicht beklagen können und Spielpraxis kann nicht schaden.

Es wirkt aber wie eine Rolle rückwärts der Pinguine in der Torhüter-Frage. Noch im Sommer hatte Saveljev auf einem Fan-Hearing von einem Zweikampf zwischen Quapp und Belov um die Nummer eins gesprochen und Shilin als Nummer drei eingestuft. Shilin hat sicher alle überrascht, Belov hat sich gesteigert, Quapp aber auch nach der U20-WM keine Chance mehr bekommen. Und dann gibt es ja noch das Problem, dass immer dann, wenn der Russe Belov im Kader steht, ein Kontingentspieler auf die Tribüne muss, weil die Pinguine neben dem Verletzten Patrik Hersley zehn weitere Kontingentspieler unter Vertrag haben, von denen aber immer nur neun auf den Spielbericht dürfen.