Krefeld Pinguine: Rick Adduono feiert Comeback gegen die Kölner Haie

Krefeld Pinguine : Adduono spätestens im Derby gegen Köln wieder an der Bande

Die Pinguine vollzogen am Montag den erwarteten Wechsel hinter der Bande. Der bisherige Coach wird von seinem Vorgänger abgelöst. Elmar Schmitz leitet am Dienstag und Mittwoch das Training, tritt dann aber als Co-Trainer zurück.

Als Franz Fritzmeier am 3. November 2015 sein Traineramt bei den Pinguinen antrat, leuchtete über dem KöPa die Rote Laterne der DEL. Das war auch am Montag so, als der 36-jährige Tölzer vom Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz kurz nach 14 Uhr in dessen Büro von seinen Aufgaben als Chefcoach entbunden wurde. Anwesend waren auch Geschäftsführer Karsten Krippner und Fritzmeiers Berater Klaus Hille. Was unsere Redaktion bereits am Montag als mögliche Lösung vorstellte, ist beschlossene Sache. Als Nachfolger präsentierten die Schwarz-Gelben Vorgänger Rick Adduono. Der 61-jährige Kanadier soll spätestens am Mittwoch in Krefeld eintreffen und Freitag beim Heimspiel gegen Köln sein Comeback an der Bande feiern.

Dienstag und Mittwoch leitet Co-Trainer Elmar Schmitz das Training. Allerdings erklärte er gegenüber unserer Redaktion, dass er als Assistent des DEL-Trainers künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird: "Ich habe mit Franz ein Projekt begonnen, das jetzt zu Ende ist." Als Assistent von Adduono steht noch der junge Finne Ville Veija zur Verfügung.

Die Trennung vom jüngsten Trainer der DEL-Geschichte war bereits am späten Freitagabend nach der Derby-Pleite gegen die DEG so gut wie besiegelt. Denn für die Verantwortlichen, die ihrem Coach trotz der vielen Niederlagen sehr lange den Rücken gestärkt hatten, war das Vertrauen endgültig aufgebraucht. "Wir wären gerne den Weg mit Franz Fritzmeier zusammen gegangen. Er hat hier vom ersten Tag an einen guten Job gemacht. Auch wenn er ein guter Trainer ist, müssen wir beim letzten Tabellenplatz reagieren und nach nötigen neuen Impulsen für die Mannschaft suchen", sagte Schulz.

Bereits nach den Heimniederlagen gegen Bremerhaven und Straubing war nach einem neuen Trainer Ausschau gehalten worden. "Es gab mehrere Kandidaten. Entweder wollten sie zu viel Geld und zusätzlich einen garantierten Anschlussvertrag oder sie wollten die Mannschaft in dieser Lage nicht übernehmen", sagte Wolfgang Schulz. Einer, der vor einer Woche zugesagt hätte, war Doug Mason. Der wollte aber nicht länger warten und nahm das Angebot der Graz 99ers aus der österreichischen Liga an. Dort löste der Holland-Kanadier den ehemaligen Pinguine-Stürmer Ivo Jan ab.

Adduono hatte weiteres Angebot aus der DEL

Am Samstag liefen die Telefondrähte dann in verschiedene Richtungen wieder heiß. Schulz gelang es am Sonntag, Rick Adduono zu einer Rückkehr zu überreden. Das war nicht einfach, weil dem Kanadier auch ein Angebot eines anderen DEL-Klubs vorlag. "Wir sind froh, dass Rick Adduono sich bereiterklärt hat, uns zu helfen. Es war schwierig, in der Kürze der Zeit einen Trainer von dieser Qualität zu gewinnen, der gleichzeitig in das schmale Budget der Pinguine passt. Adduono ist der erfolgreichste Trainer der Krefelder DEL-Geschichte und war sofort bereit für den Rest der Saison zu helfen. Unser Fokus liegt nun auf den kommenden zehn Wochen, in denen wir zusammenstehen müssen, um gemeinsam die Play-offs zu erreichen. Wir bitten in dieser schwierigen Zeit um Unterstützung aller Zuschauer, der Fans und unserer Sponsoren", erklärte der Aufsichtsratschef.

Nun soll Adduono wie 2009 bei seinem ersten Amtsantritt in Krefeld die Mannschaft in die Pre-Play-offs führen. Damals waren die Chancen bei zehn Punkten Rückstand auf Platz zehn durchaus geringer als jetzt (fünf Punkte). "Ich glaube an die Qualität der Mannschaft und bin bereit, gemeinsam mit diesem Team um den Einzug in die Play-offs zu kämpfen. Für mich sind die Pinguine eine echte Herzensangelegenheit. Ich habe den Verein seit Dezember 2015 immer verfolgt, bin deshalb voll im Thema und kann direkt einsteigen", hieß es in der Pressemitteilung der Pinguine.

Er findet ein neuformiertes Team vor. Neben Torwart Patrick Klein trifft er in der Kabine noch zehn Spieler, die schon unter ihm zum Stammaufgebot gehörten. Seine Entscheidung verdient großen Respekt, denn sein Rücktritt war mit einer tiefen Enttäuschung verbunden. Trotzdem will er jetzt nicht die Zeit seiner restlichen Vertragsdauer zu Hause absitzen. Sein Herzblut beweist auch die Tatsache, dass er trotz der Planungen einer großen Familienfeier über Weihnachten in seinem Haus alle Zelte in Thunder Bay abbricht und zusammen mit seiner Ehefrau Melanie nach Krefeld kommt.

Der Kanadier war am 2. November 2015 zurückgetreten. Damals endete eine sehr erfolgreiche Ära. Kein anderer Trainer der Pinguine kann über einen so langen Zeitraum eine so erfolgreiche Arbeit nachweisen. Fast sechs Jahre lang drückte er dem DEL-Standort seinen Stempel auf. In fünf kompletten Spielzeiten unter seiner Regie erreichte das Team zweimal das Halb-, einmal das Viertelfinale und einmal die Pre-Play-offs. Und das trotz bescheidener finanzieller Mittel. Mit seiner beeindruckenden Motivationskunst hat er Berge versetzt. Darüber hinaus war er für die gesamte schwarz-gelbe Eishockey-Familie ein wertvoller Werbeträger. Mit seiner sympathischen, freundlichen und spaßigen Art eroberte er die Herzen von Sponsoren und Fans, für die er immer ein offenes Ohr hatte.

(RP)
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