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Krefeld Pinguine: Pierre Beaulieus erfolgreiche Bewerbung

Wer wird der neuer Cheftrainer? : Pierre Beaulieus erfolgreiche Bewerbung

Der bisherige Co-Trainer der Pinguine wird auch am Freitag im Derby gegen die DEG als Chef hinter der Bande stehen. Beim Sieg in Berlin ließ die Mannschaft wieder alte Tugenden aufblitzen. Verteidiger Mark Cundari erneut verletzt.

Alex Trivellato und Laurin Braun hatten es nach dem 5:1-Sieg in Berlin ziemlich eilig. Schließlich warteten vor dem Mannschaftsbus einige Familienangehörige der beiden Spieler. Braun hatte seinen Bruder Constantin schon auf dem Eis getroffen. Der Krefelder handelte sich bei einem Zweikampf mit ihm eine Strafe ein: „Die hat er geschickt herausgeholt.“ Bei einem anderen Zweikampf verpasste ihm der ältere Constantin auf der Nase einen Cut: „Darüber werden wir noch reden müssen.“

Von Philipp Kuhnekath saßen Oma und Opa aus Krefeld in der Mercedes-Benz Arena auf der Tribüne, die vom Berliner Topscorer und ehemaligen Krefelder Marcel Noebels eingeladen waren. „Eine Gelegenheit, meine Großeltern zu treffen, hatte ich nicht“, sagte der Youngster, der mittlerweile an der Seite von Jacob Lagacé in Unterzahl eine feste Größe ist. Vor der Rückfahrt an den Niederrhein freute er sich schon auf das Heimspiel am Freitag gegen die DEG: „Die Stimmung beim Derby ist immer super. An das erste Heimspiel gegen Düsseldorf erinnere ich mich besonders gerne, weil ich da mein erstes Saisontor erzielt habe.“

Für einen anderen Youngster der Pinguine wird der Sieg in Berlin in besonderer Erinnerung bleiben: Mike Schmitz. Zu seinem ersten DEL-Treffer, mit dem er die Pinguine 2:1 in Führung brachte, sagte er hinterher: „Die Vorarbeit von Justin Hodgman war super. Ich hatte dann keine Mühe, den Puck ins Tor zu schießen.“ Martin Schymainski kümmerte sich sofort um die schwarze Hartgummischeibe, die Schmitz mit nach Hause nahm. Ab Mitte des Spiels bekam der Verteidiger mehr Eiszeit, da Mark Cundari wegen einer Oberkörperverletzung passen musste. Allerdings handelt es sich nicht über die Schulterverletzung, die er sich zu Saisonbeginn zugezogen hatte. Sein Einsatz am Wochenende ist allerdings sehr fraglich.

Wenn ein Co-Trainer in die Fußstapfen seines entlassenen Chefs tritt und nach zwei Spielen mit vier Punkten und ansprechenden Leistungen ein Aufwärtstrend zu erkennen ist, steigen zwangsläufig seine Chancen, Headcoach zu werden. Daher wird Pierre Beaulieu auch am Donnerstag das Training leiten und gegen die DEG die Verantwortung hinter der Bande übernehmen. In Berlin war er nach Spielende sichtlich geschafft. Während der 60 Minuten gab er lautstarke Kommandos, wanderte nach Spielerwechseln von links nach rechts und analysierte mit dem ein oder anderen seiner Schützlinge deren Shifts, die teilweise kürzer waren als bisher. Seine Stimmbänder hatten hörbar gelitten, wofür er sich bei der Pressekonferenz entschuldigte. Ob der 36-jährige Kanadier, der die höchste nordamerikanische Trainerlizenz und die A-Lizenz des DEB besitzt, gegen die Düsseldorfer EG erneut alleine coacht, stand am Mittwoch noch nicht fest. „Wir werden noch Gespräche führen“, sagte Matthias Roos. Für den Sportdirektor kam der Auswärtssieg an der Spree nicht unbedingt überraschend: „Wir wissen alle, dass die Mannschaft besser spielen kann. Pierre hat den Fokus auf die Dinge gelegt, die zuletzt vermisst wurden. Dazu gehört besonders das überraschende Moment im Spiel nach vorne.“ Die Pinguine gingen vor dem eigenen Tor, besonders in Unterzahl, deutlich aggressiver zu Werke. Dazu trugen auch die Stürmer bei, die tiefer als sonst im eigenen Drittel ihre Defensivaufgaben übernahmen. Das gilt auch für Justin Hodgman, der zwei Treffer vorbereitete. Der Kanadier hielt diesmal sogar 60 Minuten durch. Hinterher war er so platt, als hätte er gerade ein Play-off-Spiel mit drei Verlängerungen hinter sich.