Krefeld Pinguine nach einem Viertel voll im Soll

Eishockey : Pinguine nach einem Viertel voll im Soll

Krefelds Nationalspieler Daniel Pietta rechnet nach der Hauptrunde noch mit „Extraspielen“. Ein russischer Top-Torwart soll im Gespräch sein, nicht aber Ex-Trainer Teal Fowler. Der Vertrag von Matthias Roos wird verlängert.

Auch wenn die Pinguine am Wochenende zum ersten Mal nicht punkteten, sind sie nach einem Viertel der neuen DEL-Saison voll im Soll. Und es steht ja noch das Nachholspiel in Köln auf dem Programm. 18 Punkte und Platz zehn ist eine Bilanz, die im Vorfeld nicht zu erwarten war. Schließlich darf nicht vergessen werden, wo die Krefelder herkommen, nämlich aus dem Tabellenkeller, und mit welchen finanziellen Möglichkeiten das Team im Sommer zusammengestellt wurde. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt. Trainer Brandon Reid hat in kürzester Zeit das Potenzial der Spieler sehr gut ausgeschöpft. Die Reise kann in die Play-offs führen. „Wohin genau der Weg nach 52 Spielen führt, da habe ich noch keine Ahnung. Ich glaube aber, dass wir nach der Hauptrunde noch ein paar Extraspiele haben werden. Wir haben in acht von zwölf Spielen gepunktet, das ist bislang eine gute Bilanz. Jetzt am Wochenende hätten es auch zwei bis vier Punkte sein können, aber dieses Null- Punkte - Wochenende ist für uns kein Beinbruch, denn wir sind noch in einem Lernprozess. Die Tabelle ist im Augenblick sehr eng. Mit einem Sechs - Punktewochenende kann man sich schnell um vier bis fünf Plätze verbessern, mit null Punkten aber auch abrutschen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu punkten. Im Mannheimspiel waren zwei sehr gute Torhüter auf dem Eis, ein abgefälschter Sonntagsschuss hat das Spiel entschieden. Mannheim ist aber auch eine Mannschaft mit sehr viel Qualität“, sagte Daniel Pietta nach der 0:2-Niederlage gegen den Tabellenführer.

Sportdirektor Matthias Roos ist mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden: „Die Mannschaft hat im ersten Viertel die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gepunktet. Wenn wir 60 Minuten unser System spielen und von der Strafbank wegbleiben sind wir für jedes Team ein gefährlicher Gegner. Gegen Mannheim haben wir genau wie in München ein sehr gutes Spiel gemacht. Es ist ärgerlich, dass wir durch eine Bogenlampe auf die Verliererstraße geraten sind. In einer perfekten Welt hätten wir sicher auch an diesem Wochenende gepunktet. Spieler und Trainer sind natürlich enttäuscht, aber es ist kein Einbruch. Es war natürlich auch Pech, dass wir am Freitag auf eine Augsburger Mannschaft getroffen sind, die gerade richtig heiß war und einen Lauf hat. Insgesamt ist unsere Mannschaft aber auf einem guten Weg. Mit einer ähnlich starken Leistung sollten wir am Freitag aus Schwenningen die Punkte mitnehmen.“

Durch die positive Entwicklung steigt natürlich die Erwartungshaltung und der Wunsch, das Team nochmal zu verstärken. „Wir sind mit der Mannschaft absolut zufrieden, beobachten aber immer den Markt, um vielleicht noch besser zu werden. Ich kann ausschließen, dass sich vor dem kommenden Spielwochenende etwas tut, wahrscheinlich auch nicht vor der Deutschland-Cup-Pause“, sagte Roos. Am Wochenende sickerte aus Insiderkreisen des KFC Uerdingen durch, dass Mikhail Ponomarev für die Pinguine einen russischen Top-Torwart verpflichten möchte, der in der NHL und KHL im Einsatz war.

Als Gerücht entpuppte sich gestern die Nachricht der „Eishockey-News“, wonach Teal Fowler bei den Pinguinen für den Posten des Sportdirektors im Gespräch sei. „Da ist nicht dran. Ich hatte schon Probleme mit ihm, als er bei uns Trainer war“, sagte gestern Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz auf Anfrage unserer Zeitung. Mit der Arbeit von Matthias Roos, dessen Vertrag am 30. April 2019 ausläuft, ist er sehr zufrieden: „Wir werden den Vertrag verlängern.“