Krefeld Pinguine müssen die Trendwende stoppen

Krefeld Pinguine : Pinguine müssen Trendwende stoppen

Nach der schwachen Vorstellung in Schwenningen zählt für die Krefelder heute Abend im Heimspiel gegen Bremerhaven nur ein Sieg. Center Justin Feser fällt wahrscheinlich sechs Wochen aus. Ein Neuzugang ist nicht in Sicht.

Als Justin Feser gestern das Training seiner Teamkollegen von der Tribüne aus verfolgte, wirkte er ziemlich genickt. "So lange bin ich noch nie ausgefallen", sagte der Kanadier. Bis zu sechs Wochen muss der Center der zweiten Krefelder Sturmreihe auf seinen nächsten Einsatz in der DEL warten. Zur Art der Verletzung gab es gestern keine Auskünfte. Das ist mittlerweile bei allen Vereinen der Fall. Es dürfte sich um ein lädiertes Knie handeln. Feser wird heute im Heimspiel gegen die Pinguins aus Bremerhaven (19.30 Uhr) von Diego Hofland in der zweiten Sturmreihe ersetzt. Matthias Trettenes läuft dort als Center auf. Hofland hat heute Geburtstag (27) und könnte sich mit seinem ersten DEL-Treffer für Krefeld selbst das schönste Geschenk machen. Trainer Rick Adduono würdigte gestern die bisherigen Leistungen des Stürmers: "Er arbeitet hart, gibt immer 100 Prozent und ist sehr variabel einsetzbar."

Der Ausfall von Feser wiegt natürlich sehr schwer. "Er hat sich gerade an das DEL-Niveau gewöhnt. Er verfügt über einen sehr guten Torriecher und einen gefährlichen Handgelenksschuss", sagte Adduono. Er will die Verantwortung, Tore zu erzielen, jetzt nicht nur auf die erste Sturmreihe schieben: "Ich habe Marcel Müller gesagt, dass er sich und seine Mitspieler nicht unter Druck setzen soll."

Da Feser wohl erst nach der Deutschland-Cup-Pause wieder einsatzbereit ist, wird er für 15 Spiele fehlen. Da drängt sich die Frage nach Ersatz auf. "Ein neuer Import wäre ein Traum", sagte Adduono. Sportdirektor Mathias Roos deutete an, dass dieser wunderschöne Traum des Trainers wohl nicht in Erfüllung gehen wird: "Ich weiß nicht, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Justin fällt zwar sechs Wochen aus, aber keine vier Monate. Und wir müssen ja auch damit rechnen, dass in der Abwehr was passiert. Wir haben nur noch zwei Importlizenzen zu vergeben. Eine bewahren wir für die Torwartposition auf. Wir schauen jetzt erstmal von Spiel zu Spiel." Zu der Option, Nikolas Linsenmaier früher von Freiburg zurück zu holen als geplant, sagte der Sportdirektor: "Das ginge natürlich, aber er ist noch nicht so weit, dass er dem Freiburger Spiel seinen Stempel aufdrücken kann."

Für Roos zählt heute im Duell mit den Artgenossen von der Nordsee nur ein Sieg: "Wenn wir gegen Bremerhaven nicht gewinnen, haben wir ein Problem." Mit einem Erfolg würden die Pinguine eine negative Trendwende verhindern, die in Schwenningen eingeleitet wurde. Viele KEV-Fans brachen sofort schon wieder den Stab über ihre Mannschaft und bauen für die kommenden Spiele nicht mehr auf die insgesamt positiven Eindrücke aus den ersten drei Heimspielen. Die spiegelten sich am Freitag gegen Ingolstadt nicht auf den Rängen wider. Heute dürften sicher nicht viel mehr Zuschauer kommen. Denn der Donnerstag ist nicht gerade der Lieblingsspieltag der Fans. Doch ohne tatkräftige und lautstarke Unterstützung werden die Pinguine nicht auskommen. Wie unangenehm die Gäste als Gegner sind, bewiesen sie bereits in der Vorsaison bei ihren beiden Siegen im KöPa. Nur wenn die Pinguine der körperbetonten Gangart der Pinguins Paroli bieten werden, können die Punkte am Niederrhein bleiben. Zumal ein Sieg die beste Werbung für das erste Derby der neuen Eiszeit am Wahl-Sonntag um 16.30 Uhr im König-Palast gegen die Düsseldorfer EG wäre. Der Kartenvorverkauf deutet bisher auf über 6000 Zuschauer hin.

(RP)