Krefeld Pinguine: Krefelder Rumpfteam verkauft sich gut

Krefeld Pinguine : Krefelder Rumpfteam verkauft sich gut

Eishockey: Die Pinguine zeigten gestern im Heimspiel gegen Mannheim besonders im ersten Drittel endlich mal wieder ihr wahres Gesicht und boten dem Topteam mächtig Paroli. Stürmer Marcel Müller meldete sich kurzfristig krank.

Auch wenn am Ende im 15. Heimspiel mit 2:5 die 13. Niederlage für die Pinguine besiegelt war, wurden die Spieler zumindest von ihren ganz treuen Fans mit Applaus in die Kabine geschickt. Mit viel Leidenschaft, einem großen Willen und jede Menge Kampfkraft zwangen die Schwarz-Gelben das Topteam aus Mannheim im ersten Drittel eindrucksvoll in die Knie. Ab dem zweiten Drittel stand das Rumpfteam von Trainer Franz Fritzmeier gegen vier starke Sturmreihen der Gäste auf verlorenen Posten. Da reichten Kampf und Einsatzwillen nicht mehr aus, um für eine Überraschung zu sorgen. Insgesamt macht die Vorstellung Hoffnung, dass sich die Mannschaft jetzt auch weiter als echte Einheit präsentiert, sich am kommenden Freitag im KöPa beim Gastspiel des Rivalen Düsseldorfer EG für die gestrige Leistung belohnt und so auch ihrem Trainer den Rücken stärkt.

Die Stimmung im Lager der Pinguine war nach der Niederlage am Freitag in Iserlohn auf den Tiefpunkt gesunken. Von einigen der mitgereisten Fans wurden die Spieler am Ende heftig beschimpft, andere munterten ihre Lieblinge vor der Heimreise am Mannschaftsbus wieder auf. Die beiden Niederlagen unter der Woche machten sich dann gestern auf den Rängen deutlich bemerkbar. Besonders auf der Nordtribüne waren erschreckend große Lücken zu erkennen. Die gekommen waren, bemühten sich nach Kräften, den knapp 1000 mitgereisten Adler-Fans Paroli zu bieten und verhinderten so eine Heimspiel-Atmosphäre für die Gäste. Zudem ließen die Pinguine von Beginn an erkennen, dass sie ihren Fans was bieten wollten. Zu den Ausfällen vom Freitag kam noch Torjäger Marcel Müller, der sich am Morgen krank abgemeldet hatte. Am Samstag war er noch zum Training erschienen. Aber seine Magen-Darm-Probleme waren in der Nacht wieder größer geworden. So blieben nur zehn Stürmer übrig, von denen Kevin Orendorz nicht zum Einsatz kam.

Nach dem Auftaktbully ertönte bereits rekordverdächtige vier Sekunden später ein Pfiff des Schiedsrichters. Martin Schymainski und Marcus Kink wanderten auf die Strafbank. Auch danach agierten die Pinguine erstaunlich körperbetont, machten so den vier starken Reihen der Adler das Leben schwer und zeigten viel Zug zum Tor. Es wurde aus allen Lagen geschossen. Nach zwei erfolglosen Überzahlspielen jubelten die KEV-Fans. Bei einem Gestochere vor dem Kasten von Torwart Endras rutschte der Puck über die Linie. Die Schiedsrichter erkannten den Treffer nach Videobeweis nicht an. Doch die Superzeitlupe im TV zeigte, dass der Puck die Linie im vollen Umfang überquert hatte (9.). Drei Minuten später sorgte Mikko Vaionen mit seinem ersten DEL-Treffer für die verdiente Führung. Bis zur ersten Pause überstanden die Pinguine zwei Unterzahlsituationen.

Ab dem Mitteldrittel schlugen die Adler dann kräftiger mit ihren Flügeln. Torwart Patrick Galbraith verhinderte gegen Festerling den Ausgleich (25.). Sekunden später stand ihm die Querlatte seines Tores zur Seite. Weil die Pinguine in dieser Szene den Puck nicht aus ihrem Drittel bekamen, tanzte Wolf die Abwehr aus und traf ins Schwarze. Der Druck der Gäste wurde immer stärker. Ihre Führung lag in der Luft und fiel dann auch kurz nach Hälfte des Spiels. Sie nutzten dann auch noch ihre dritte Überzahl zum 3:1 (36.). Damit war praktisch die Vorentscheidung gefallen. Denn den Pinguinen war deutlich anzumerken, dass die ersten 30 Minuten sehr viel Kraft und Energie gekostet hatten. Als im letzten Drittel vier Minuten gespielt waren und Mannheim auf 4:1 erhöhte, verließen viele KEV-Fans das Stadion. Sie verpassten den Überzahltreffer von Marco Rosa (49.). Trainer Fritzmeier setzte alles auf eine Karte. 153 Sekunden vor dem Ende nahm er seine Auszeit und Torwart Galbraith vom Eis. Statt des Anschlusstreffers traf Mannheim ins leere Krefelder Tor.

(RP)
Mehr von RP ONLINE