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Krefeld Pinguine: Kapitän Bruggisser bleibt wohl an Bord

Für die Krefelder geht am Sonntag die DEL-Saison zu Ende. : Kapitän Bruggisser bleibt wohl an Bord

Der dänische Verteidiger der Pinguine muss zwar noch ein Gespräch mit Sportdirektor Matthias Roos führen, doch seine Vertragsverlängerung steht so gut wie fest. Trainer Brandon Reid will das Team sehr gezielt verstärken.

Analyse heißt für die Pinguine seit Sonntag das Zauberwort. Die Verantwortlichen wollen bis ins kleinste Detail hinein feststellen, warum das ersehnte Ziel Pre-Play-offs verpasst wurde und welche Konsequenzen daraus für die Eiszeit 2019/20 gezogen werden müssen. Keine leichte Aufgabe, denn derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass das Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga seinen Etat so erhöhen kann, dass eine realistische Chance besteht, endlich mal wieder am Saisonhöhepunkt teilnehmen zu können. Die Suche nach Verstärkungen dürfte nach derzeitigem Stand der Dinge wieder einer Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen gleichen.

Brandon Reid und sein Co-Trainer Pierre Beaulieu haben schon lange damit begonnen, ihre Debüt-Saison in der DEL aufzuarbeiten. „Uns hat in zehn Spielen jeweils ein Tor gefehlt, um zu gewinnen. Dann hätten wir jetzt 30 Punkte mehr“, sagte der Coach am Mittwoch.

Heißt also, dass es im Angriff an Durchschlagskraft fehlte, besonders nach dem Abschied von Jordan Caron. Für den Coach ist das aber nicht alleine der Grund für das frühe Saisonende. „Ich muss auch was auf meine Kappe nehmen, werde aber aus den Fehlern lernen. Ich war sechs Jahre aus der DEL weg. Die Liga hat sich sehr verändert und ist noch mehr nordamerikanisch geprägt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Martin Lefebvre und Kirill Kabanov in der DEL keine so wichtige Rolle spielen können wie in Dänemark. In Aalborg waren sie in den Play-offs meine beiden wichtigsten Spieler.“

Wenigstens entpuppte sich der Däne Phillip Bruggisser nicht als Fehleinkauf. Aktuell ist er unter den Verteidigern der Liga drittbester Scorer (8 Tore/26 Assists), hat aber den schlechtesten Plus-Minus-Wert (-9). Das ist zum einen seinem Leichtsinn in der eigenen Zone, aber auch seiner Eiszeit von fast 22 Minuten im Schnitt geschuldet. Drei Tore erzielte er in Überzahl. Aber seine Schusskraft machte sich die Mannschaft trotzdem nicht ausreichend zunutze. Das könnte sich in der neuen Saison ändern. Denn nach Informationen unserer Zeitung bleibt der 28-jährige Kapitän an Bord. „Ob ich in der kommenden Saison auch in Krefeld spiele, kann ich noch nicht sagen“, hatte er unmittelbar nach dem Spiel in Straubing gesagt, allerdings mit einem leichten Grinsen im Gesicht.

Wer sonst noch aus dem aktuellen Kader bleiben wird, soll die Analyse ans Tageslicht bringen. In den kommenden Tagen wird sich der Aufsichtsrat mit der sportlichen Leitung zusammensetzen. Nach Aschermittwoch werden mit den Spielern Einzelgespräche geführt. „Ich gehe davon aus, dass die ersten Spieler zwischen dem 11. und 15. März Krefeld verlassen werden,“ sagte Matthias Roos. Auf die Frage, welche Spieler ihn enttäuscht oder positiv überrascht haben, antwortete er: „Ich habe dazu eine klare Meinung, werde mich aber erst äußern, wenn wir mit den Spielern gesprochen haben. Die sollen das nicht aus den Medien erfahren.“ Zunächst erwartet der Sportdirektor von der Mannschaft am Freitag in Düsseldorf und am Sonntag beim Saisonfinale im Heimspiel gegen Augsburg noch zwei gute Leistungen auf dem Eis: „Wir wollen mit einem positiven Gefühl die Saison beenden. Es macht schon einen Unterschied, ob wir Platz 11 oder 13 belegen. Wenn wir noch zwei Niederlagen kassieren, müssen wir uns ganz klar die Frage stellen, warum wir von den letzten 15 Spielen 13 verloren haben.“

In seiner Funktion als Geschäftsführer ist Roos mit der Saison einigermaßen zufrieden: „Natürlich haben wir ein deutliches besseres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Da war das Ergebnis aber auch sehr schlecht. Wir haben deutlich mehr Zuschauereinnahmen. Aber das frühe Aus tut uns trotzdem weh. Es gibt ja Bonus-Vereinbarungen mit Sponsoren für die Play-offs, die uns jetzt fehlen.“