Krefeld Pinguine: Jussi Rynnäs stellt sich den KEV-Fans

Krisenstimmung in Krefeld : Jussi Rynnäs stellt sich den Fans der Pinguine

Jussi Rynnäs, Torwart der Krefeld Pinguine, diskutierte nach der Niederlage gegen Ingolstadt in der Sportsbar Karussell mit Anhängern des Teams. Sportdirektor Roos kritisiert Verteidiger Bruggisser.

Unter normalen Umständen wäre Brandon Reid am heutigen Dienstag kein Trainer der Pinguine mehr. Nach der zehnten Niederlage aus den vergangenen elf Punktspielen kochte am Sonntag die Eishockey-Volksseele. Mit DEL-Niveau hatte die Leistung gegen die Panther von der Donau nichts zu tun. Doch die aktuellen Umstände, sprich das drohende Aus, trägt in den Köpfen der Spieler zur allgemeinen Verunsicherung bei. Jetzt den Coach zu entlassen, ohne zu wissen, ob es im neuen Jahr überhaupt noch weiter geht oder ob im Falle einer Rettung eventuelle neue Gesellschafter über Reids Zukunft mit entschieden wollen, macht wenig Sinn. Dass die Mannschaft in der Lage ist, die Pre-Play-offs zu erreichen, hat sie zu Saisonbeginn bewiesen. Jetzt gilt es, kühlen Kopf zu bewahren, auch für die Fans. Jeder Arbeitnehmer auf der Nordtribüne würde sich große Sorgen machen, wenn seine Firma vor der Pleite steht.

Die Hoffnung, dass mit dem Sieg in Iserlohn der Restart-Knopf gedrückt wurde, erfüllte sich nicht. „In Iserlohn, das war auch nicht das, was wir wollten, aber da haben wir einen Weg gefunden, um das Spiel zu gewinnen. Gegen Ingolstadt haben wir den Kampf nicht angenommen. Ingolstadt war auch nicht gut, wir haben es aber geschafft, noch schlechter zu spielen. Woran es lag, ist schwer zu sagen. Der Gegentreffer bei eigener Überzahl war natürlich auch nicht hilfreich“, sagte Daniel Pietta und wies besonders auf das katastrophale Überzahlspiel hin. Wo sind die Spielzüge geblieben, die zu Saisonbeginn beim Powerplay zu Treffern wie aus dem Lehrbuch führten? Für den Nationalspieler stimmt die Arbeitsmoral nicht: „So was darf uns gerade zu Hause nicht passieren. Die Fans haben zurecht gepfiffen, ich verstehe das. Der Funke muss jetzt von der Mannschaft auf die Fans überspringen. In der jetzigen Situation müssen wir auf und neben dem Eis zusammenhalten. Im Derby am Freitag müssen wir den Kampf annehmen und unter allen Umständen versuchen, die DEG zu schlagen.“

Auch Kapitän Torsten Ankert zeigte Verständnis für die Unmutsäußerungen von den Tribünen: „Es ist das gute Recht der Fans zu pfeifen, sie bezahlen schließlich viel Geld. Wir haben uns das selber zuzuschreiben. Wir müssen in den Spiegel schauen und uns fragen, ob wir alle hart genug gearbeitet haben. Jetzt müssen wir uns den Mund abwischen und uns gegen die DEG zerreißen.“ Zu der unmöglichen Aktion von zehn Fans, die in die Kabine stürmten, sagte er: „Wir haben nach dem Spiel noch mit der Mannschaft zusammengesessen. Ich konnte aber nicht zum Eingang schauen und habe nur ein paar Stimmen und etwas Trubel am Eingang gehört, was aber schnell wieder vorbei war.“ Auch Matthias Roos erklärte, dass sich die Situation wieder „schnell geglättet“ habe: „Es ist in dieser Woche ein Gespräch zwischen dem Mannschaftsrat und dem Fan-Projekt geplant.“ Torwart Jussi Rynnäs stellte sich noch lange nach dem Spiel in der Sportsbar Karussell einigen Fans und diskutierte mit ihnen die aktuelle Lage.

Auf die Frage, ob Reids Uhr nach einer Derby-Niederlage gegen die DEG abläuft, antwortete der Sportdirektor: „Die Frage möchte ich so nicht beantworten. Wir haben aber zehn der letzten elf Spiele verloren. Ich erwarte, dass Freitag gegen Düsseldorf ein Team auf dem Eis steht, die sich von der ersten bis zur letzten Minute zerreißt, dann sehen wir weiter.“ Kein gutes Haar lässt Roos an Verteidiger Phillip Bruggisser: „Wenn Herr Ponomarev im Sommer bezahlt hätte, dann hätte ich zwei Kontingentspieler aus dem jetzigen Kader nicht lizenziert. Wie sich zum Beispiel Bruggisser derzeit präsentiert, das ist eine Frechheit. Ich habe mit ihm im Sommer gesprochen, dann hat er zwei Wochen Gas gegeben und ist jetzt wieder in alte Muster zurückgefallen. Wie er sich Sonntag beim ersten Gegentor von Olson hat abkochen lassen, das geht gar nicht. Wenn er schon den Fehler macht, muss er eine Strafe ziehen.“

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