Krefeld Pinguine: In fünf Minuten die Punkte verschenkt

Sechste Niederlage in Folge : In fünf Minuten die Punkte verschenkt

Die Krefelder mussten sich in Berlin mit 2:6 geschlagen geben. Nach einem 0:4-Rückstand kämpften sich die Schwarz-Gelben zwar mit viel Kampf zurück, zu gewinnen gab es aber nichts mehr. Jetzt muss gegen Köln ein Sieg her.

Die Pinguine stecken weiter in einer schweren Ergebniskrise. Trotz einer insgesamt gar nicht so schlechten Vorstellung gegen die Eisbären, mussten sie am Freitagabend mit leeren Händen die lange Heimreise von der Spree an den Niederrhein antreten. Ausschlaggebend für die sechste Niederlage in Folge waren im ersten Drittel die drei Gegentreffer innerhalb von fünf Minuten und die mangelnde Durchschlagskraft in Überzahl. Trotz eines 0:4-Rückstandes gaben sich die Krefelder nicht geschlagen. Das macht Hoffnung für das erste rheinische Heimderby der Saison am Sonntag (17 Uhr) gegen die Kölner Haie, die am Freitag zu Hause gegen Augsburg mit 1:3 unterlagen. Es werden mehr als 6000 Zuschauer erwartet. Das Krefelder Unternehmen EGN sorgt als Spieltagssponsor für ein erweitertes Rahmenprogramm. Ebenso hat sich Bundestrainer Toni Söderholm angesagt.

„Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass die Zuschauer nach einer harten Arbeitswoche ins Stadion kommen und von jedem Spieler 100 Prozent Leidenschaft und Einsatz erwarten können. Eishockey ist kein Bürojob, ich erwarte, dass jeder Spieler alles rein wirft. Deshalb beginne ich in der Startaufstellung mit Cundari, Ankert, Postel, Ewanyk und Braun. Sie sollen direkt zeigen, wer Herr auf dem Eis ist“, sagte Trainer Brandon Reid vor dem Spiel im RP-Gespräch. Jussi Rynnäs nahm auf der Tribüne Platz, Ennio Albrecht saß als Back-up auf der Bank. „Jussi soll am Samstag in Krefeld noch eine harte Trainingseinheit absolvieren und dann werden wir entscheiden, ob er am Sonntag gegen Köln spielen kann“, sagte der Coach.

Zunächst sah es so aus, dass die Worte des Trainers auf fruchtbaren Boden fallen können. Denn sein Team kam prima aus den Startlöchern, doch belohnte sich wieder mal nicht dafür. Bereits in der zweiten Minute waren die Gäste in Überzahl, konnten sich aber keine klare Torchance herausspielen. Die hatte dann Kai Hospelt, als er bei einer schönen Aktion am kurzen Pfosten an Torwart Dahm scheiterte (5.). Nach den starken fünf Minuten ließen die Pinguine stark nach. Als Mike Schmitz im Slot über den Puck haute, war Rankel zur Stelle und brachte die Eisbären in Führung. Als die erste Überzahl der Hausherren gerade abgelaufen war, traf Ortega mit einem satten Schuss ins kurze obere Eck (15.). Und nur 34 Sekunden später hielt der junge Dietz seinen Schläger in einen schönen Pass von C. Braun und erhöhte mit seinem ersten DEL-Treffer auf 3:0. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Schwarz-Gelben bis zur Pause nicht mehr. Auch nicht, als Backmann nach einem versuchten Stockstich gegen Laurin Braun für vier Minuten in die Kühlbox musste.

Wie Überzahl geht, zeigten die Eisbären dann zu Beginn des Mitteldrittels, als Jacob Lagace auf der Strafbank saß. Garrett Noonan und Philip Riefers konnten den erst 17-jährigen Reichel im Slot nicht daran hindern, dass er den Puck über die Linie drücken konnte. Die Pinguine versuchten, irgendwie zurück ins Spiel zu kommen. Jeremy Welsh scheiterte zweimal an Dahm. Doch dann konnten die gut 50 mitgereisten KEV-Fans, die ein Transparent mit der Aufschrift „DEL ohne KEV, Nein“ ausrollten, endlich jubeln. Grant Besse zielte aus ganz spitzem Winkel aufs Tor. Von Dahms Körper prallte der Puck ins Netz (27.). Und die Pinguine wollten ihre Fans weiter begeistern, machten Druck und sorgten durch einen fulminanten Schlagschuss von Phillip Bruggisser für den zweiten Treffer (34.). Bis zur Pause bleib das Match ausgeglichen. Zwei Sekunden vor der Sirene trudelte der Puck nach einem Schussversuch von Laurin Braun am langen Pfosten vorbei.

Die Eisbären hätten zu Beginn des Schlussdrittels für eine Vorentscheidung sorgen können. Doch Aubry und Pföderl scheiterten an Torwart Pätzold (42.). Doch vier Minuten später war ihm bei einem Schuss von Noebels die Sicht durch Olver versperrt und er musste den Puck am kurzen Pfosten passieren lassen. Damit war die Messe für die Pinguine gelesen. Trotzdem setzte Trainer Reid noch einmal alles auf eine Karte und nahm fünf Minuten vor dem Ende Torwart Pätzold vom Eis. Der Schuss ging nach hinten los, als Olver das halbe Dutzend vollmachte.

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