Krefeld Pinguine: Gegen die Düsseldorfer EG zählt nur ein Derbysieg

Krefeld Pinguine : Gegen die DEG zählt nur ein Derby-Sieg

Die Krefeld Pinguine empfangen um 19.30 Uhr im König-Palast den rheinischen Rivalen Düsseldorfer EG. Bis gestern Mittag waren erst 4600 Karten verkauft. Pinguine stehen kurz vor der Verpflichtung des Deutsch-Schweizers Martin Ness.

Ein Höhepunkt jagt auf dem Eis des KöPa bis zum Jahreswechsel den nächsten. Heute Abend kreuzen die Pinguine im Straßenbahnduell mit der Düsseldorfer EG die Schläger. In einer Woche sind die Kölner Haie mit Christian Ehrhoff zu Gast. Am 2. Weihnachtstag gibt der Deutsche Meister EHC München an der Westparkstraße seine Visitenkarte ab. Zweifelsohne alles Leckerbissen. Doch großen Appetit scheinen die Krefelder Fans zumindest heute nicht zu verspüren. Denn der Kartenvorverkauf verlief bisher enttäuschend. Selbst viele der treusten der treuen Anhänger trauen derzeit dem Braten nicht. Auch einige langjährige Dauerkartenbesitzer bleiben seit Wochen den Heimspielen fern. Nur mit sehr guten Leistungen, die sich am Ende am besten noch in Siege widerspiegeln, können Trainer und Mannschaft das Vertrauen zurückgewinnen.

Der Anfang muss heute Abend ab 19.30 Uhr gemacht werden. Im Derby gegen die DEG zählt nur ein Sieg, ohne Wenn und Aber. Das ist für Trainer und Spieler vielleicht die letzte Chance, ein Zeichen zu setzen, dass die Saison noch gerettet werden kann. Die Rivalen stehen mit dem Rücken zur Wand und werden alles in die Waagschale werfen, um zu punkten. Einen Schönheitspreis gibt es dabei nicht zu gewinnen. Kampf, Einsatzwillen und Leidenschaft sind gefordert. Nur dann kann sich ein Team auch das notwendige Glück erarbeiten. "Wir wollen so wie gegen Mannheim alles raushauen, gut in die Zweikämpfe kommen und mit viel Emotionen das Publikum mitnehmen", sagte Franz Fritzmeier gestern. Der Trainer erwartet einen "heißen Tanz": "Der Tabellenplatz interessiert morgen nicht. Das ist ein Derby. Beide Teams sind heiß."

Da der Coach wieder auf Dragan Umicevic bauen kann, gibt es Veränderungen in den Sturmreihen. Der Schwede komplettierte die Paradeformation. Die zweite Reihe bleibt unverändert. Kevin Orendorz bekommt an der Seite von Herberts Vasiljevs und Lukas Koziol Eiszeit. Verteidiger Mike Little wird zum Stürmer umfunktioniert und gesellt sich zu Martin Schymainski und Mike Mieszkowski. "Ich habe in meiner Karriere sehr selten Stürmer gespielt. Aber wenn ich dem Team damit helfen kann, ist das in Ordnung", sagte der Amerikaner gestern nach dem Training.

Durch das Comeback von Umicevic muss heute ein überzähliger Kontingentspieler auf die Tribüne. Wen es erwischen wird, stand gestern noch nicht fest. Aber die Wahl dürfte auf Patrick Galbraith fallen. Denn Fritzmeier legte sich bereits gestern fest, dass Niklas Treutle heute im Tor stehen wird. Wie unser Zeitung gestern erfuhr, stehen die Pinguine zusätzlich kurz vor der Verpflichtung des Deutsch-Schweizers Martin Ness. Der 1,90 Meter große Centerspieler ist 23 Jahre alt und spielte zuletzt beim SC Bern. Er gilt als ein guter Skater, der es weiß, seinen Körper geschickt einzusetzen. Auf einen neuen Scorer im Team dürfen die Fans allerdings nicht hoffen, denn Ness erzielte in seinen bisherigen 15 Spielen der aktuellen Saison in der schweizerischen A-Liga nur ein Tor. Stattdessen wird bei ihm eher die Rolle des klassischen Arbeiters zugeordnet.

In Düsseldorf blieb die Torwartfrage gestern unbeantwortet. Die Nummer eins Andreas Niederberger patzte zuletzt einige Male. Felix Bick weiß, wie sich Siege in Krefeld anfühlen. Er stand im Tor, als die DEG ihr erstes Saisonspiel im KöPa mit 3:2 n.V. gewann. DEG-Trainer Christoph Kreutzer gab gestern im RP-Gespräch zu, dass er momentan nachts nicht mehr schlafen könne: "Nicht weil ich Druck habe, sondern weil mich nur dieser eine Gedanke quält: Finde die Lösung!" Um aus dem Leistungstief zu finden, fordert er Disziplin und Teamgeist: "Wir müssen als Mannschaft jetzt eng zusammenrücken. Da muss jeder mitziehen. Und wer das nicht versteht, der ist fehl am Platze." Kreutzer scheut sich nicht, personelle Konsequenzen anzukündigen: "Natürlich wird keiner wegen eines schlechten Spiels rausgeschmissen. Aber wer nicht mitzieht, bekommt weniger Eiszeit. Je weniger Eiszeit einer bekommt, desto schwieriger wird es für ihn. Und am Ende wird man eine Lösung finden müssen." So wie bei Christoph Gawlik. Der im Sommer 2015 aus Ingolstadt gekommene Stürmer gehört nicht mehr zum Kader. "Er wird auch in dieser Saison nicht mehr spielen", sagt Kreutzer.

(RP)
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