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Krefeld Pinguine: Für Saveljev ist die Lage ist nicht kritisch

Der neue Geschäftsführer : Für Sergey Saveljev ist die Lage der Pinguine nicht kritisch

Der neue Geschäftsführer der KEV Pinguine Eishockey GmbH will die Lage des DEL-Klubs stabilisieren. Die Mannschaft ist seit Montag im offiziellen Training. Cheftrainer Glen Hanlon traf am Dienstag in Krefeld ein.

Es war nach der längsten Sommerpause der Krefelder DEL-Geschichte schon ein schöner Moment, der Mannschaft der Pinguine beim Training in der Yayla-Arena zuschauen zu können. Co-Trainer Boris Blank versammelt seit Montag bei der Vorbereitung auf den MagentaSport Cup 18 Spieler und drei Torhüter um sich. Cheftrainer Glen Hanlon flog am Dienstagmittag aus Vancouver in Frankfurt ein. Sobald er auf deutschem Boden einen negativen Corona-Test nachweisen kann, wird er seine Arbeit bei den Schwarz-Gelben drei Monate später als geplant aufnehmen.

Über mangelnde Arbeit kann sich seit vergangenen Donnerstag Sergey Saveljev nicht beklagen. Der 24-Jährige ist bei der KEV Pinguine Eishockey GmbH für alles verantwortlich. „Eigentlich war ich nur für das Scouting und als Sportlicher Leiter vorgesehen“, sagte er am Dienstag bei einem Pressegespräch. Als klar war, dass Roger Nicholas seinen Posten als Geschäftsführer abgeben will, habe er am Montag vor einer Woche mit Investor Stefano Ansaldi gesprochen: „Er sagte, dass er in der momentanen Situation keine andere Wahl habe und ich Geschäftsführer werden soll, weil ich die ganze Zeit mit Roger zusammengearbeitet habe“, sagte Saveljev. Er werde in den nächsten Tagen und Wochen Kontakt mit Sponsoren und der Stadt Krefeld aufnehmen: „Mir geht es darum, allen jetzt unsere Situation zu erklären.“

Den Investor kennt er erst seit Februar: „Der Kontakt kam über Roger Nicholas zustande.“ Auf die Frage, warum seine Spieler-Agentur Save`s Corp Company in Bremen fast den gleichen Namen hat wie die Firma Save´s AG von Ansaldi, antwortete er: „Als ich meine Lizenz abgegeben habe und er seine Firma gründete, habe ich ihn gefragt, ob er meinen Namen übernehmen will, er hat gesagt, in Ordnung, der Name ist mir egal.“

Der neue Mann an der Spitze sieht sich selber mehr im Bereich Sport zu Hause: „Als Geschäftsführer will ich jetzt so schnell wie möglich die Lage stabilisieren und die Aufgaben delegieren.“ Dabei baut er besonders auf die Unterstützung von Fabian Herzog und des Steuerberaters sowie kurzfristig auch auf Birgit Laurs. Die Assistentin der Geschäftsführung hat aber gekündigt und wird Mitte des Monats die Pinguine verlassen. Dagegen soll Team-Manager Robin Kohl, dem die Löwen Frankfurt ein Angebot gemacht haben, an Bord bleiben. „Ich habe mit ihm gesprochen und gehe davon aus, dass er bleibt“, sagte Saveljev. In Kürze soll auch ein neuer Pressesprecher seine Arbeit aufnehmen.

Es gibt aber noch weitere große Baustellen, die schnellstens beendet werden müssen. Das Loch in der Kasse ist schon ziemlich groß. „Die Situation ist schwierig, aber nicht kritisch. Die Herausforderung ist groß, aber nicht problematisch. Der Investor und Sponsoren helfen uns.“ Die aufgelaufenen Verbindlichkeiten sollen schnell beglichen werden. Auch der KEV 81 soll einen Teil der vereinbarten finanziellen Unterstützung erhalten.

Nach wie vor liegt die medizinische Abteilung so gut wie brach. Mannschaftsarzt Martin Wazinski steht laut Saveljev weiter zur Verfügung. Wer die Physiotherapie und die tägliche Betreuung vor Ort übernimmt, steht noch nicht fest.

Sehr positiv blickt Saveljev auf den sportlichen Bereich: „Die Spieler haben auch außerhalb des Eises hart trainiert. Lukas Lessio, Colin Smith, Wade Bergman und Vinny Saponari werden bald eintreffen.“ Er geht fest davon aus, dass trotz steigender Corona-Fallzahlen der MagentaSport Cup stattfinden wird: „Wir haben Kontakt zu zwei, drei NHL-Spielern, die beim Turnier für uns spielen wollen. Auch Mirko Sacher können wir für das Turnier aus Freiburg zurückholen.“ Er geht derzeit nicht davon aus, dass Grant Besse noch einmal für Krefeld spielen wird: „Ich habe am Montag mit seinem Berater gesprochen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Auch zum „Fall Pietta“ will er vorerst nichts sagen: „Ich kenne den aktuellen Stand nicht, weil ich da zuletzt sehr wenig mit zu tun hatte. Darum werde ich mich jetzt kümmern. Es wird sich irgendwann eine Lösung finden.“