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Krefeld Pinguine: Fanprojekt schreibt offenen Brief - "Undurchsichtige Ego-Show"

„Undurchsichtige Ego-Show“ : Fans kritisieren Krefeld Pinguine in offenem Brief

Die treuen Fans untermauern mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen und Spieler der Pinguine ihren Unmut. Sie kritisieren „unverständliche Entscheidungen“ und fordern: „Sorgt dafür, dass wir wieder mit Stolz ins Stadion kommen können nach dieser Pandemie.“

„Familie-Heimat-Nähe“. Mit diesem Slogan starteten die Pinguine im Frühjahr eine vielversprechende Werbekampagne. Die wurde allerdings in den vergangenen Wochen ad absurdum geführt. Diese Strategie, die zweifelsohne zum Krefelder Eishockey passt, verlor in erster Linie durch die Personalpolitik ihren Sinn. Angefangen vom Rausschmiss von Daniel Pietta bis zum freiwilligen Abschied von Kapitän Torsten Ankert.

Die aktuelle Sinnlosigkeit dieses Slogans ist besonders den ganz treuen KEV-Fans übel aufgestoßen. Daher richtet sich das Fanprojekt mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen der GmbH. „Auch wenn ihr und Sie teilweise erst seit kurzem Teil der schwarz-gelben Familie seid: Familie verpflichtet. Und das in guten wie in schlechten Zeiten“, heißt es zu Beginn. Der Einblick in die Fanseele geht unter die Haut: „Vergesst nicht: Ihr seid unser Herzensverein! Für euch verzichten wir auf Urlaub, damit es für die Dauerkarte reicht! Für euch stehen wir Spiel um Spiel auf den Rängen und kämpfen gemeinsam mit der Mannschaft um Punkte! Feurige Derbys sind das Blut in unseren Adern, Sommerpausen nur ein nötiges Übel, um Akkus zu laden und normalerweise ab September wieder voll durchzustarten!“ In den vergangenen Wochen sei es immer schwieriger geworden, stolz auf den Verein zu sein: „Unverständliche Entscheidungen, wirtschaftlicher wie personeller Natur, fehlende Kommunikation und entsprechende Medienberichte haben die Pinguine zuletzt in keinem guten Licht dastehen lassen. Klar gibt es in jeder Beziehung Hochs und Tiefs, allerdings wurden wir mit Hohn und Spott überschüttet. Schlimmer noch: Anhänger der anderen Vereine hatten Mitleid mit uns.“

 Zum Schluss senden die Fans einen flammenden Appell an alle Verantwortlichen der GmbH: „Bitte sorgt dafür, dass wir wieder mit Stolz ins Stadion kommen können nach dieser Pandemie. Dass wir kein Mitleid mehr von den Gegnern abkriegen. Dass wir nicht mehr jede Freakwertung der Liga gewinnen. Dass das WIR wieder großgeschrieben wird und die Pinguine nicht zur undurchsichtigen Ego-Show verkommen. Und fast am Wichtigsten: Dass sich wieder jedes einzelne Mosaiksteinchen ernstgenommen und wertvoll in dieser Pinguine-Familie fühlt, als Teil eines großen Ganzen. Nur mit dem WIR können wir gegen die großen Gegner München, Mannheim und Berlin bestehen.“

Auch in den Sozialen Medien machen sich viele Fans sorgen um die Zukunft. Auch Sponsoren wünschen sich endlich Ruhe und positive Signale. Es gibt aber auch Sponsoren, die gerade jetzt die GmbH unterstützen, allen voran die Krefelder Brauerei Königshof, die beim Auswärtsspiel in Düsseldorf statt „Lekker“ die Trikot-Brust der Pinguine zierte. Hintergrund dieser einmaligen Aktion ist das Ziel des Klubs und der Brauerei Königshof als feste Krefelder Institutionen auch in dieser schwierigen Zeit in Not geratene Kinder und Jugendliche zu unterstützen. „Das ist gelebtes Krefelder für Krefeld. Unser Dank geht auch an Lekker, denn erst deren Kooperation hat diese einmalige Aktion zugunsten von Stups ja möglich gemacht und zeigt Krefelder Zusammenhalt für gemeinsame Ziele,“ so Frank Tichelkamp, Leiter Vertrieb und Marketing der Brauerei.

Die von der gesamten Mannschaft unterschriebenen Trikots mit dem besonderen Sponsor werden im Dezember bei einer Auktion versteigert. Der Erlös geht an das Kinderzentrum Stups, einer Einrichtung für erkrankte sowie gesunde Kinder und Jugendliche, deren Familien schnelle und professionelle Unterstützung suchen.

((hgs/JH))