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Krefeld Pinguine: Es fehlt ein Stück bis zum Play-off-Glück

Krefeld Pinguine : Es fehlt ein Stück bis zum Play-off-Glück

Die Krefeld Pinguine sind in der Deutschen Eishockey-Liga kein dankbarer Punktelieferant mehr, sondern ein ernsthafter Konkurrent. Mit ihrer Defensivtaktik machen sie den Gegnern das Leben schwer. Aber es fehlt dem Angriff noch an Durchschlagskraft.

Nach 15 ihrer 56 Punktspiele können die Krefeld Pinguine eine durchaus positive Bilanz ziehen. Damit war zu rechnen, da die Mannschaft gegenüber der Vorsaison deutlich stärker ist. Nach der Entlassung von Chef Trainer Clark Donatelli, der jetzt als Scout zum Club gehört und noch bis zum Saisonende in abgespeckter Form bezahlt wird, treten die Schwarz-Gelben in der DEL als konkurrenzfähiges Team an und werden von den Gegnern ernst genommen.

„Im Traditionsspiel gegen Mannheim hatten wir uns mehr erhofft.  Wir haben Mannheim einen großen Kampf geliefert und hätten vielleicht einen Punkt verdient gehabt.  Mannheim ist ein Team,  dass von Pavel Gross immer gut trainiert und eingestellt ist.  Wir haben aber auch wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Vielleicht hätten wir ohne Torwart am Schluss noch das 3:3 machen können“, sagte Stürmer Alexander Weiß am Sonntag nach der 2:3-Niederlage. Damit traf er den Nagel auf dem Kopf. Ein Unentschieden lag im Schlussdrittel in der Luft. Alexander Bergström und Lucas Lessio vergaben in Überzahl einen Treffer. Danach hatte auch Laurin Braun noch zwei gute Einschussmöglichkeiten.

Es ist natürlich dem Defensiv-System geschuldet, dass sich die ganz klaren Torchancen für die Pinguine in Grenzen halten, die dann aber auch eiskalt genutzt werden müssen. Und genau das fehlt dem Angriff. Eiskalt vor dem Tor ist hauptsächlich Lucas Lessio, der  Sonntag seinen siebten Saisontreffer erzielte. Jeremy Bracco ist mit sechs Treffern und elf Vorlagen der Topscorer des Teams. Alex Weiß befindet sich mit seinen vier Treffern durchaus im Soll. Bei Alexander Bergström besteht Hoffnung, dass er sich in der Torschützenliste weiter nach oben arbeitet. Denn er hat nur neun der 15 Spiele absolviert und viermal getroffen. Nachholbedarf haben besonders Robert Sabolic (3 Tore) und Niclas Lucenius, dem am Sonntag erst sein erster DEL-Treffer für Krefeld gelang und hinter den vom Club angekündigten Erwartungen hinterherhinkt. „Es ist immer gut ein Tor zu schießen, aber wir haben nicht gewonnen, deshalb macht mich das Tor nicht glücklich. In Unterzahl haben wir gut gespielt. Eigentlich wollten wir vor unseren Fans unbedingt gewinnen.  Wir gehen aber in die richtige Richtung und müssen noch kleine  Dinge verbessern.  Mit einem Tor zu verlieren, ist immer hart. Wir haben aber auch gegen ein Top-Team gespielt“, sagte der Finne nach dem Spiel.

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Die Tabelle zeigt, dass die Mannschaften mit den wenigsten Treffern keinen Pre-Play-off-Platz belegen. Es fehlt aber nur ein Stück zum Play-off-Glück. Lediglich vier Punkte trennen die Pinguine von Platz zehn. Ohne einen neuen „Knipser“ für den Sturm dürfte es schwer werden, der Abstiegszone entscheidend zu entrinnen. „Ich hoffe, dass wir nach der Deutschland-Cup-Pause einen neuen Stürmer aus dem Ausland  präsentieren können“, sagte Sergey Saveljev Sonntag.

Die Frage ist, ob sich die Pinguine nach Neuzugang Eduard Lewandowski, der bis zum Saisonende  sicher nicht nur Fahrgeld bekommt, noch neues Personal leisten kann. Aufgrund des Zuschauerschnitts (3324) nach acht Spielen sicher nicht. Der Durchschnitt ist bei allen Clubs rückläufig, was mit der noch nicht überstandenen Pandemie zu tun hat. Und angesichts der Corona-Fälle in der DEL werden sich die Fans reiflich überlegen, ins Stadion zu kommen.

Die 15 Clubs haben sich am Dienstag auf eine Verschärfung ihrer Corona-Teststrategie verständigt.  Ab 1. November wird  bei Teams, die noch ungeimpfte Spieler oder Offizielle in ihren Reihen haben, dreimal pro Woche getestet. Geimpfte sowie seit mehr als zwei Monaten genesene Personen werden einmal wöchentlich getestet. Als Testverfahren ist ausschließlich die PCR-Methode zulässig. Die aktuelle Impfquote bei den Clubs  liegt bei 93 Prozent.

Auf die Pinguine kommen neben den monatlichen Kosten jetzt noch die restliche Abfindun für Daniel Pietta und Vinny Saponari sowie der Beitrag für die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft zu. Das Geld der meisten Sponsoren ist bereits zu Saisonbeginn gezahlt worden. In der Vergangenheit hatten die Gesellschafter, besonders Wolfgang Schulz, Helmut Borgmann und Dieter Berten als Sponsor oder Mäzen finanziell nachgelegt. Sergey Saveljev sagte am Sonntag, dass man mit einem Zuschauerschnitt von 3500 so gerade zurecht kommen müsste.