Krefeld Pinguine: Endspiele oder eine Abschiedstour

Krefeld Pinguine: Endspiele oder eine Abschiedstour

Die Krefeld Pinguine müssen Mittwoch in Berlin und Freitag in Schwenningen punkten, sonst droht der Kampf um die goldene Ananas

Leuchtet wie vor einem Jahr an Silvester die Rote Laterne am Samstag erneut über dem König-Palast? Das können die Pinguine in den beiden letzten Spielen in 2016 noch verhindern. Sollten sie heute in Berlin punkten und Schwenningen gleichzeitig in München verlieren, dann können die Krefelder am Freitag beim Gastspiel im Schwarzwald in der Tabelle noch an den Wild Wings vorbei ziehen. Sollten die Schwarz-Gelben in ihren beiden letzten Auswärtsduellen des Jahres allerdings nicht punkten, dann wäre der Play-off-Zug an der Westparkstraße wie vor zwölf Monaten wohl schon vor dem Jahreswechsel abgefahren. Statt weitere Endspiele um Platz zehn würde dem Team dann nur noch eine lange Saison-Abschiedstour ins Haus stehen.

Es muss für Rick Adduono gestern ein komisches Gefühl gewesen sein, als er kurz nach Mittag in den Mannschaftsbus stieg und sich mit seinem Team auf dem Weg nach Berlin machte. Denn dort stand der Trainer am 1. November 2015 vor seinem Abschied aus Krefeld zum letzten Mal an der Bande. Damals wussten seine Spieler bereits, dass der Trainerwechsel bevorsteht und gewannen mit 4:0. Damals wehrte Torwart Tomas Duba 40 Schüsse ab. Ein Shut-out gab es in dieser Saison für einen Krefelder Torhüter noch nicht. Das bedauerte Adduono gestern nach dem Training: "Jede Mannschaft braucht einen Goalie, der mal ein Spiel klaut." Vielleicht entpuppt sich heute Patrick Galbraith als Dieb, dem der Coach den Vorzug geben will. "Dadurch muss ich eine sehr schwere Entscheidung treffen und einen anderen Kontingentspieler auf die Tribüne setzen", sagte der Kanadier. Wen es erwischen wird, will er sich in Berlin bis kurz vor dem Spiel überlegen. Wahrscheinlich muss ein Stürmer zusehen.

Adduono bescheinigte Patrick Klein nach der Niederlage gegen München eine sehr gute Leistung. Der junge Torhüter, der am Neujahrstag 23 Jahre alt wird, sagte nach dem 1:4 gegen den Meister: "Beim Trainerwechsel war ich noch in Kassel, davon habe ich nicht so viel von mitbekommen. Ich werde weiter hart arbeiten, mich anbieten und auf meine Chance warten. Wer dann im Tor steht, das entscheidet der Trainer. Die Parade gegen Macek hat mir natürlich gut getan, da war ich dann richtig im Spiel. Ich denke mal, in 40 Minuten ein Gegentor gegen München, das auch noch sehr unglücklich war, ist nicht so schlecht."

Schlecht war dagegen erneut die Durchschlagskraft seiner Vorderleute. Gestern im Training standen jede Menge Schussübungen auf dem Programm. Co-Trainer Ville Vaija, der jetzt bis zum Saisonende im Amt bleibt, ließ die Verteidiger an der blauen Linie antreten. Rick Adduono nahm sich die Stürmer zur Brust, die nach kurzen und schnellen Pässen den erfolgreichen Abschluss suchten. Dazu stand noch Zweikampftraining auf dem Programm.

Damit sich Mannschaft ganz auf die kommenden Spiele konzentrieren und ausgeruht antreten kann, geht es morgen von Berlin aus direkt in den Schwarzwald. Auf dieser langen Reise will der Trainer viele persönliche Gespräche mit seinen Schützlingen führen und die Gegner per Video analysieren. "Die Spieler haben Angst zu verlieren, das spüre ich deutlich", sagte der Coach. Um die Einstellung und den Willen seiner Spieler mache er sich keine Sorgen: "Die Mannschaft hat gegen Köln und München mit Leidenschaft gekämpft. Wenn das so bleibt, werden wir auch Spiele gewinnen."

Auf Kampf bauen derzeit auch die Berliner, die aus den vergangenen fünf Begegnungen nur vier Punkte holten. Am 2. Weihnachtstag kassierten sie in Ingolstadt gleich sieben Treffer auf einen Streich. Der Sportliche Leiter Stefan Ustorf, dessen Trikot mit der Nummer 14 heute unter das Hallendach gehängt wird, vermisst derzeit beim Team die 100 Prozent, die in dieser Liga in jedem Spiel notwendig sind. Auch heute gegen den Tabellenletzten.

(RP)
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