Krefeld Pinguine: Ein Zweikampf um Platz zehn

Die Entscheidung fällt zwischen Krefeld und Berlin: Ein Zweikampf um Platz zehn in der DEL

In den restlichen sieben Spielen geht es darum, Berlin zu überholen. Im direkten Duell kann die Vorentscheidung fallen. Der DEB bietet den DEL-Klubs die Möglichkeit, ein Oberligateam zu gründen. Auch Krefeld zeigt Interesse.

Auf der Zielgeraden der DEL-Hauptrunde stehen den Pinguinen bis zum ersehnten Ziel Pre-Play-offs noch sieben Hürden im Weg. Dabei müssen die Schwarz-Gelben sechs Punkte mehr holen als die Berliner, die derzeit auch noch das bessere Torverhältnis aufweisen. Am 17. Februar kommt es an der Spree zum direkten Duell, das schon eine Vorentscheidung bringen kann. Um Platz zehn zu erreichen, müssen wahrscheinlich vier oder vielleicht sogar fünf Siege her.

 „Die Chance auf die Play-offs besteht weiter, es ist alles noch zu machen“, sagte Brandon Reid nach dem Spiel gegen Köln. Für den Trainer war das uneffektive Überzahlspiel seines Teams ausschlaggebend für die Niederlage: „Unser Powerplay müssen wir unbedingt verbessern. Meine Spieler brauchen jetzt auch etwas Erholung. Im Training müssen wir dann aber wieder hart arbeiten, ansonsten haben wir eine zu lange Sommerpause.“ Noch wertvoller dürfte die Pause für die Eisbären sein, die das große Verletzungspech plagt. Bis zum nächsten Spiel werden von den derzeit sieben Verletzten mit Aubry, Sheppard, Rankel und Kettemer vier Leistungsträger zurückerwartet.

Nach acht Niederlagen in Folge ist Reid zwangsläufig in die Schusslinie der Kritik geraten. Viele Fans verstehen nicht, warum sein Vertrag so früh verlängert wurde. Schließlich standen vor einem Jahr nach 45 Spiele sogar 53 Punkte auf dem Konto. Allerdings belegte die Mannschaft Platz 13 und hatte schon neun Punkte Rückstand auf Platz zehn. Der Play-off-Zug war an der Westparkstraße bereits vorbei gefahren. Der Ausverkauf von Spielern schwächte die Mannschaft bis zum Ende der Hauptrunde. Auch wenn die Ausbeute jetzt etwas geringer ist, wurde den Fans deutlich attraktiveres Eishockey geboten, was sich im fast um 1000 Besucher gestiegenen Zuschauerschnitt widerspiegelt.

Die Niederlagen in den beiden „Endspielen“ gegen die Nürnberg Ice Tigers haben kräftig am Selbstvertrauen der Spieler und an Rieds Glauben an sein Team genagt. Bestes Beispiel dafür war am vergangenen Freitag der Auftritt in Ingolstadt. Die Spieler schauten beim ersten Powerbreak ratlos aufs Eis, der Trainer stand regungslos hinter der Bande. Beim Powerbreak im letzten Drittel gab es keinerlei Anweisungen vom Coach. Mittlerweile weiß auch der 37-jährige Kanadier, dass die Qualität seines Kaders für einen Platz unter den ersten zehn Teams nur ausreicht, wenn alle Stellschrauben immer zu 100 Prozent greifen. Das gelang zuletzt aber zu selten.

Ehe die Mannschaft von Freitag bis Sonntag frei bekommt, stehen noch zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Nicht mit dabei sind drei Nationalspieler. Phillip Bruggisser (Dänemark), Mathias Trettenes (Norwegen) und Alex Trivellato (Italien) werden am Wochenende bei internationalen Testspielen auf dem Eis stehen. Dänemark und Norwegen treffen während des Österreich Cups sogar aufeinander, die in Klagenfurth ein Vier-Nationen-Turnier mit Frankreich und Österreich spielen. Trivellato spielt in Bled (Slowenien) gegen den Gastgeber Slowenien sowie Weißrussland und Ungarn.

Die Verantwortlichen der Pinguine wollen die Pause nutzen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Am Montag trafen sich Wolfgang Schulz, Mikhail Ponomarev und Matthias Roos. Dabei ging es auch um die Gründung einer neuen Oberliga-Mannschaft. DEB-Vize-Präsident Marc Hindelang hatte kürzlich in einem Interview bei „Eishockey News“ erklärt, dass bei DEL-Klubs Interesse bestehe, eine Nachwuchsmannschaft ins Leben zu rufen. Der Verband würde dem positiv entgegenstehen, wenn die finanzielle Basis vorhanden sei und eine eigene Spielstätte zur Verfügung stehe. Letzteres ist mit der Rheinlandhalle gegeben. Dass Krefeld und Düsseldorf gemeinsam eine Oberliga-Mannschaft auf die Beine stellen wollen, soll allerdings ein Gerücht sein.

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